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Trier-Galerie: Neue Geschäfte für Wein, Sammler-Sneaker und Möbel

Einzelhandel und Shoppen : Wein, Möbel, Sammler-Sneaker: Das ist neu in der Trier-Galerie

Vom Nobel-Turnschuh über Wein und Möbel bis zum Haselnuss-Likör: Im Shopping-Center in der Fleischstraße haben gleich mehrere neue Läden eröffnet. Hinter den neuen Shops stehen teilweise bekannte Trierer Familiennamen.

Es ist nicht zu übersehen: In der Trier-Galerie tut sich was! Sechs der zuletzt rund 20 leer stehenden Geschäfte haben neue Mieter. Und zwar nicht irgendwelche: Carlo Calchera, Spross der gleichnamigen Trierer Gelaterie-Dynastie, hat im Erdgeschoss eine Zweigstelle seiner beliebten Weinbar eröffnet. „In der Simeonstraße werden wir vorrangig als Bar wahrgenommen, dabei sind wir auch Weinhändler, was wir hier in der Trier-Galerie betonen wollen“, sagt Sommelière Adrienn Pasztusics. Hübsch präsentiert reihen sich Hunderte Weinflaschen auf den Tischen und in den Regalen aneinander. „Zu 80 Prozent haben wir Mosel- und andere deutsche Weine im Sortiment, aber auch Weine aus Italien, Frankreich, Portugal oder Übersee“, erläutert Pasztusics.

Wein, Möbel und Kunst in der Trier-Galerie

Den Pop-up-Store – der erstmal nur auf eine Zeitspanne von ein paar Monaten ausgelegt ist – teilt sich der Weinladen mit einer Außenstelle von Möbel Voss. Das Einrichtungsgeschäft hat seinen Hauptsitz in der Rudolf-Diesel-Straße in Trier-Nord. „Wir wollen in der Innenstadt mit einer außergewöhnlichen und besonderen Kollektion Präsenz zeigen“, sagt Verkäufer Carsten Zenner. Die Sache sei sehr gut angelaufen. „Der Zulauf ist größer als wir erwartet haben.“

Dritter Mitstreiter in dem großflächigen Laden ist Wolfgang Thierfelder. Vielen älteren Trierern dürfte WolliThierfelder noch aus den 1980ern als legendärer DJ und Disco-Betreiber bekannt sein. Mittlerweile handelt er mit Kunst – in der Trier-Galerie verkauft er vor allem knallbunte Pop-Art-Gemälde sowie Statuen und Figuren aus Asien, die er größtenteils vor Ort selbst einkauft und importiert.

Nike-Sneaker für Sammler

Direkt neben dem Trilog aus Wein, Kunst und Möbeln hat ein weiterer Laden aufgemacht mit einem Sortiment, das es so in der Trier-Galerie, und wahrscheinlich sogar in ganz Trier, noch nicht gegeben hat: Shanina Krell, Tochter des bekannten Trierer Altmetallhändlers Hannes Krell, verkauft dort Nobel-Turnschuhe, oder besser: Sneaker, wie die Sportschuhe heute heißen. „Wir führen größtenteils ganz besondere Modelle, die jeweils nur in einer Stückzahl von wenigen Tausend Paaren produziert wurden“, erklärt die 19-Jährige. Selbst im Internet sind diese speziellen Modelle nur sehr selten erhältlich. Entsprechend hoch sind die Verkaufspreise. „Unser teuerstes Paar liegt bei 17.000 Euro“, sagt Juliano Krell, der als Sneaker-Expterte seine große Schwester unterstützt. Das mega teure Sammlerpaar – ein Nike Airforce One-Schuh, den der Sporthersteller zusammen mit dem Luxuslabel Louis Vuitton produziert hat – hatte Shanina Krell bei der Eröffnung vor wenigen Tagen in einer der Vitrinen ihres neuen Ladens ausgestellt. „Aber dieses Paar haben wir natürlich nicht ständig hier. Das steht jetzt wieder sicher in unserem Lager.“

Zur Beruhigung für alle, die jetzt Schnappatmung bekommen haben: Das günstigste Paar Sneaker ist in der Sneaker-World schon für schlappe 130 Euro zu haben, der mittlere Preis liegt zwischen 300 und 500 Euro.

Gold, Spielzeug, Schnaps und ein größeres Nagel-Studio

Ebenfalls neu im Erdgeschoss: „Bares für Wahres“ kauft Schmuck, Gold, Antiquitäten, Gemälde und Kunstgegenstände an. „Man kann seinen Dachbodenfund oder seinen Schmuck aber auch einfach nur bewerten lassen und sich dann überlegen, ob man die Sachen behalten will oder eben an den Laden verkauft“, berichtet Centermanager Thomas Eggert.

Im Untergeschoss hat das Nagel-Studio Nagel-Neu seine Fläche auf den benachbarten und bis dato leer stehenden Laden ausgeweitet. Schräg gegenüber hat bereits seit März „Captain Fun“ geöffnet – eine Ladenfläche voller Spiel- und Fahrgeräte für Kinder. Ebenfalls neu im Untergeschoss: ein O’Donnell Moonshine-Laden. Der Laden ist angelehnt an eine Kult-Serie des Doku-Senders DMax, in der es um Schnapsbrennen an abgelegenen Orten geht. Zur Zeit der Prohibition seien die illegalen Schnapsbrenner in den USA Moonshiner genannt worden, erläutert René Wengler, der den neuen Laden in der Trier-Galerie leitet. „Abgefüllt wurden die Tropfen damals in Honiggläser, damit sich die verbotene Ware unauffällig verkaufen ließ.“ Und auch im O’Donnell’s gibt’s die aromatisierten, süßen Liköre in großen Einmachgläsern mit speziellen Deckeln für den Ausschank. Der O’Donnell Moonshiner-Laden ist ebenfalls zunächst nur ein Pop-up-Laden mit Mietvertrag für ein paar Monate. „Ich setzte jetzt erstmal aufs Weihnachtsgeschäft – stimmt die Nachfrage, könnte im nächsten Jahr dann ein fester Laden draus werden“, sagt der aus Trier-Ehrang stammende Wengler.

Es tut sich was in der Trier-Galerie: Im Untergeschoss/Basement hat der Trierer René Wengler vor wenigen Tagen einen O'Donnell Moonlight-Laden eröffnet. Die Firma produziert und verkauft aromatisierte Liköre und Schnaps in Honiggläsern.
Es tut sich was in der Trier-Galerie: Im Untergeschoss/Basement hat der Trierer René Wengler vor wenigen Tagen einen O'Donnell Moonlight-Laden eröffnet. Die Firma produziert und verkauft aromatisierte Liköre und Schnaps in Honiggläsern. Foto: Christiane Wolff

Sichern Pop-up-Läden die Zukunft der Trier-Galerie?

Ebenfalls zu den neuen Pop-up-Stores gehört die Deko-Lounge im Obergeschoss, ebenfalls eine Dependance von Möbel-Voss. Die Corona-Teststation wenige Meter weiter hat die Firma NMM Solutions übernommen. Dahinter steckt der Trierer Alfons Endlein, der das Loft Shoes in der Brotstraße betreibt. „Sobald Corona-Tests endgültig nicht mehr nötig sind, könnte sich hier bei uns vielleicht auch dauerhaft ein Schuh-Laden etablieren“, hofft Center-Manager Eggert.

Die in mehrerer Hinsicht spektakulärste Neueröffnung: Mit Sneakern, die von Herstellern wie Nike nur in geringer Stückzahl produziert werden und für die Sammler Tausende Euro zahlen, hat sich Shanina Krell in der Trier-Galerie selbstständig gemacht. Ihr kleiner Bruder Juliano hilft ihr mit seiner Expertise beim Einkauf der besonderen Turnschuhe.
Die in mehrerer Hinsicht spektakulärste Neueröffnung: Mit Sneakern, die von Herstellern wie Nike nur in geringer Stückzahl produziert werden und für die Sammler Tausende Euro zahlen, hat sich Shanina Krell in der Trier-Galerie selbstständig gemacht. Ihr kleiner Bruder Juliano hilft ihr mit seiner Expertise beim Einkauf der besonderen Turnschuhe. Foto: Christiane Wolff

Dass kurzfristige Pop-up-Stores mit stark vergünstigten Mietverträgen nicht die Lösung sind, um die von Corona-Lockdowns und Internet-Konkurrenz gebeutelte Trier-Galerie langfristig erfolgreich weiterzuführen, räumt Eggert ein. „Aber die Pop-up-Stores sind zumindest eine Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass Leerstände zwischenzeitlich gefüllt sind. Davon profitieren auch unsere langfristigen Mieter und wir können unseren Kunden gerade in der Vorweihnachtszeit etwas Neues bieten.“ Und je nach Erfolg und Umsatz der Pop-up-Stores bestehe ja auch die Möglichkeit, dass deren Betreiber richtige Mietverträge abschließen. Eggert: „Klar ist aber auch, dass wir in der Trier-Galerie auf lange Sicht neue Ankermieter brauchen mit großen Namen, die es in Trier noch nicht gibt.“ Aber auch in dieser Hinsicht blicke er optimistisch ins nächste Jahr – verraten könne er allerdings noch nichts.

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