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Trier: Gedenkveranstaltung für Opfer am Jahrestag der Amokfahrt in der Fußgängerzone

Zum Jahrestag des schrecklichen Anschlags : Gedenkveranstaltung am 1. Dezember für Opfer der Amokfahrt

Genau ein Jahr nach der schrecklichen Amokfahrt durch die Trierer Fußgängerzone, bei der fünf Menschen getötet und weitere zum Teil schwer verletzt wurden, soll es am Mittwoch, 1. Dezember 2021, eine Gedenkveranstaltung geben.

Am Jahrestag der schrecklichen Tat wird in Trier am Mittwoch, 1. Dezember, den Opfern der Amokfahrt vom 1. Dezember 2020 gedacht. Um 13.46 Uhr sollen dann die Trierer Kirchenglocken läuten. Das ist die Uhrzeit, zu der ein heute 52-jähriger Trierer am 1. Dezember vorigen Jahres sein Auto in die Fußgängerzone lenkte, absichtlich fünf Menschen totfuhr und etliche verletzte.

Ein ökumenischer Gottesdienst in der Hohen Domkirche schließt sich an, gestaltet von Bischof Ackermann und Vertretern der evangelischen, der neuapostolischen und der griechisch-orthodoxen Kirche. „Denn die Opfer stammten aus allen diesen Religionen“, sagte Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe am Montagnachmittag in einem Pressegespräch.

 Am Abend um 19 Uhr findet dann, ebenfalls im Dom, ein klassisches Konzert statt.

Nach aktueller Lage der Corona-Pandemie können jeweils 650 Menschen bei den Veranstaltungen im Dom dabei sein. Ein großer Teil der Plätze wird an die Familien und Angehörige der Opfer gehen. Auch für Delegationen der Rettungsdienste, die im Einsatz waren, werden Plätze reserviert. Die weiteren Plätze werden nach Anmeldung an Bürgerinnen und Bürger vergeben. Der Südwestrundfunk überträgt den Gottesdienst live im Fernsehen. Je nach Lage der Pandemie, Zahl der möglichen Plätze und Nachfrage, wird die Gedenkveranstaltung möglicherweise auch an anderen zentralen Orten übertragen, an denen Menschen zusammenkommen können.

Beim Treffen der überlebenden Opfer und ihrer Familien am vergangenen Samstag in der Europahalle ging es auch um die mehr als eine Million Euro Spenden, die nach der Tat eingegangen waren. „Es wurde jetzt ein Kuratorium gewählt für die Stiftung, die die Spenden verwalten und verteilen soll. Auch Vertreter der Opfer sind in diesem Kuratorium vertreten, das nun den Schlüssel festlegt, wie die Spenden verteilt werden“, berichtete Leibe. Nach Klärung vieler rechtlicher Fragen, könne die Stiftung nun endlich gegründet werden und die Auszahlung der Stiftungsgelder voraussichtlich ab Mitte November beginnen. Die Stadt hatte aus den Spendengeldern auch schon Soforthilfen gezahlt, zum Beispiel 10.000 Euro an jede Familie eines getöteten Opfers und außerdem zum Beispiel für Gräberpflege, einen elektrischen Rollstuhl und einen Badewannen-Lifter für eins der schwerst verletzten und weiter pflegebedürftigen Opfer. Das gesamte Kuratorium der Stiftung arbeite ehrenamtlich und erhalte keine Aufwandsentschädigung aus den Spendengeldern.

Für den bisherigen Gedenkort an der Porta Nigra will die Stadt in den nächsten Wochen eine Steinmetz-Arbeit anfertigen lassen. „Nicht aus Spendengeldern gezahlt, sondern von der Stadt“, betonte Oberbürgermeister Leibe. Die genaue Form und das Material der Steinmetz-Arbeit stehe noch nicht fest. Vermutlich werde es allerdings eine Tafel mit einem kurzen Text. Dass die Namen der getöteten Opfer auf der Tafel genannt werden, ist nicht vorgesehen, da nicht alle betroffenen Familien dem zugestimmt hatten.

Die Tafel soll vor dem Jahrestag am 1. Dezember an dem kleinen Gedenkort an der Porta angebracht werden - allerdings nicht dauerhaft. „Es bleibt weiter ein Provisorium, wie der letztendlich dauerhafte Gedenkort aussehen wird, ob es mehrere Gedenkorte geben wird und wie diese genau gestaltet werden, ist von den Hinterbliebenen noch nicht letztlich entschieden worden“, sagte Leibe. Beim Opfertreffen Ende Oktober soll dieses Thema aber genau besprochen werden. „Solche Dinge brauchen eben Zeit - auch, wenn die Öffentlichkeit meint, dass sowas doch eigentlich schneller gehen müsste“, sagte Leibe. Dass einige Angehörige noch nicht so weit seien, sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, habe sich auch beim jüngsten Opfertreffen am vergangenen Samstag gezeigt: „Es kamen Betroffene, bis jetzt nicht bei den regelmäßigen Treffen dabei waren, weil sie es einfach noch nicht konnten“, sagte Nina Womelsdorf, Referentin des Oberbürgermeisters und seitens der Stadt zuständig für alle Fragen rund um die Stiftung und die Betreuung der Opfer und Angehörigen.