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Trier gibt Massenbierhaltung keine Chance: Fans aus ganz Deutschland kommen zum Bier-Festival nach Olewig

Trier gibt Massenbierhaltung keine Chance: Fans aus ganz Deutschland kommen zum Bier-Festival nach Olewig

Bier gewinnt: Das Trierer Bierfestival hat sich schon nach zwei Veranstaltungen zu einer echten Größe entwickelt. Bei der dritten Auflage gibt es an diesem Samstag noch die Möglichkeit, mehr als 100 handwerklich hergestellte Biersorten zu kosten.

Trier. Wenn es stimmt, dass Vorfreude die schönste Freude ist, dann dürften die Besucher des 3. Trierer Bierfestivals am Freitagnachmittag vor Glück fast geplatzt sein. Der Grund: eine Ampel, die den Verkehr nach Olewig immer wieder stoppen lässt. Die Belohnung für so viel Geduld: mehr als 100 verschiedene Biersorten und Brauer, die leidenschaftlich gerne über ihren Beruf und ihre Produkte reden. Oder wie es Thorsten Totschke vom Trierer Petrusbräu formuliert: "Es macht einfach Spaß, wenn sich Bier-Enthusiasten hier treffen. Das fördert die Inspiration."
Früher war alles besser? Manches bestimmt. Früher war aber auch vieles eintöniger - zum Beispiel das Bier. Seit einigen Jahren im Trend: kleine Brauereien, die individuelle Biere mit unzähligen Aromen herstellen. Weg von industrieller Massenproduktion, hin zu Bierliebhabern, die das Brauen wieder mehr als Handwerk verstehen. Und so lautet ein Slogan der Hamburger Brauerei von Freude: "Stoppt Massenbierhaltung!"
Aber: kein Bier vor vier! Um Punkt 16 Uhr strömen die ersten Besucher auf das urig und gemütlich hergerichtete Gelände. "Die Trierer sind neugierige, offene Menschen, außerdem ist das Festival mit viel Liebe organisiert", sagt Natalie von Freude. Besucherin Christine Antoine (Trier) probiert gerade ihr Café Dinho, das vor allem so riecht, tatsächlich aber auch ein bisschen nach Kaffee schmeckt. Von Freude: "Es ist trotzdem frisch. Wie Eiskaffee, nur besser - weil auch noch Alkohol drin ist."
Trotz aller Begeisterung für das Spiel der Aromen: "Wir haben den Brauereien im vergangenen Jahr mit auf den Weg gegeben, in diesem Jahr auch einige einfache Biere wie ein helles oder ein Kellerbier mitzubringen. Das beruhigt den Gaumen dann zwischendurch wieder", sagt Klaus Tonkaboni, Inhaber des Blesius Garten und Veranstalter des Festivals.Lockere Stimmung


Sebastian Nguyen, Biersommelier des gastgebenden Kraft Bräu, kümmert sich gerade um die letzten Vorbereitungen, bevor am Freitagabend der große Ansturm kommt. "Es ist schön, das hier gemeinsam mit den anderen Brauern zu machen - ohne Konkurrenzdenken", sagt er.
Olfrygt, Martinator, Roter Hoptober: Viele Biere haben nicht nur ungewöhnliche Aromen, sondern auch außergewöhnliche Namen. Was allen Gästen aber gleich auffällt: die lockere Stimmung. "Es ist alles so schön unkompliziert hier. Die Leute duzen sich, und man kommt auf solchen Festivals schnell ins Gespräch", sagen Hendrik und Steffi Golon, die als Biertouristen extra aus Hamburg zur Trierer Biermesse angereist sind.
Und wenn dann einer trotz aller guten Gespräche doch auf sein Handy starrt, könnte es an der App "Untappd" liegen, in der der Nutzer die von ihm probierten Biere sammeln, sie bewerten oder sich Infos dazu abrufen kann. "Das ist ein bisschen wie Pokémon Go - nur für Bier", erklärt Frank Helbing aus Trier, der natürlich da ist, weil er Bier liebt, klar. Und doch ist es so viel mehr als das: "Hier gibt es keine unangenehme Kirmes-Sauf-Atmosphäre." Moment, ein Schluck zwischendurch muss sein. "Aber viele lustige Freaks, viele Idealisten und coole Typen, die sich einfach was getraut haben."Extra

Trier gibt Massenbierhaltung keine Chance: Fans aus ganz Deutschland kommen zum Bier-Festival nach Olewig
Foto: Friedemann Vetter (Ve) ("TV-Upload Vetter"
Trier gibt Massenbierhaltung keine Chance: Fans aus ganz Deutschland kommen zum Bier-Festival nach Olewig
Foto: Friedemann Vetter (Ve) ("TV-Upload Vetter"
Trier gibt Massenbierhaltung keine Chance: Fans aus ganz Deutschland kommen zum Bier-Festival nach Olewig
Foto: Friedemann Vetter (Ve) ("TV-Upload Vetter"

Die Brauereien: Kraft Bräu Trier, Biermanufaktur Riegele (Augsburg), Braumanufaktur Sander (Worms), Kühn Kunz Rosen (Mainz), Craftwerk (Bitburg), Brauhaus Zils (Naurath/Eifel), Camba Bavaria (Seeon-Seebruck), Maxbrauerei (Altenstadt), Vulkan Brauerei (Mendig), Trierer Petrusbräu, Von Freude (Hamburg), Humulus et Fermentum (Luxemburg), Kraft Bräu & Friends, Lahnsteiner Brauerei Das Festival: Im Eintritt von sechs Euro ist ein Verkostungsglas enthalten. Für 0,1 Liter - Probiergröße also - zahlen die Besucher einen Euro; spezielle Bierkreationen können ein bisschen teurer sein. An diesem Samstag öffnet das Festival ab 15 Uhr. bec