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Trier: Google fotografiert für Googlemaps

Internetdienste : Google hat die Region Trier im Fokus

Der Internetriese Google fotografiert derzeit die Region mit 360-Grad-Bildern ab. Die Fotos seien nicht zur Veröffentlichung gedacht, sondern dienten der Aktualisierung des Kartenmaterials, sagt eine Unternehmenssprecherin.

Will man sich beim Straßenkartendienst Googlemaps über die aktuelle Verkehrslage informieren – etwa, ob es sich am Trierer Moselufer oder auf dem Alleenring wieder mal staut oder man gut durchkommt, gibt’s aktuelle Infos: Weil Google die Handys der Autofahrer und -beifahrer ortet, kann der Internetriese aus der Geschwindigkeit, in der die Mobiltelefone sich fortbewegen, schließen, ob der Verkehr rollt oder steht. Bewegen sich die georteten Handys nicht weiter, wird daraus abgeleitet, dass auch die Autos still stehen. Der jeweilige Straßenabschnitt wird dann bei Googlemaps dunkelrot markiert – Stau. Für Straßen, in denen die Handys flott unterwegs sind, wird dagegen freie Fahrt angenommen – was bei Googlemaps automatisch mit Grün gekennzeichnet wird. Informationen in Echtzeit also.

Wechselt man auf der Internetplattform allerdings von der Karten- auf die Satellitenansicht, landet man im Trier der Vergangenheit: Neben dem Hofgut Mariahof liegt noch der ehemalige Parkplatz im Sonnenlicht, der bereits vor mehr als 1,5 Jahren dem großen Sozialwohnungsneubau gewichen ist. Und auch von der Residenz an den Kaiserthermen, die ebenfalls längst bewohnt ist, sind auf den Satellitenbildern nur die ersten Fundamente zu sehen.

Im Google-Universum gibt es allerdings noch weitere Zeitebenen: Ein Mausklick auf das Unterprogramm Streetview und es erscheinen über die gesamte Innenstadt verteilt Hunderte kleine, blaue Kreise. Hinter diesen werden 360-Grad-Rundumblick-Fotos von der jeweiligen Szene im Stadtbild angezeigt. Aufgenommen und auf die Internetplattform hochgeladen von Touristen, Trierern und anderen privaten Fotografen – einige der Bilder sind ein paar Jahre alt, andere erst wenige Wochen.

Ursprünglich wollte Google mit seinem Dienst Streetview durchgängige, virtuelle Spaziergänge durch alle Städte möglich machen – auch durch Trier. Tatsächlich umgesetzt wurde das in Deutschland allerdings nur in den 20 größten Metropolen. In Berlin beispielsweise kann man sich Meter für Meter durch die Straßen und entlang der Kanäle fortbewegen, Hausfassaden dabei anschauen, Plätze und Geschäfte – wenn es sie denn noch gibt: Denn selbst in der Hauptstadt Berlin sind die Streetview-Bilder rund zehn Jahre alt. Aktualisiert hat Google den 2007 ambitioniert gestarteten Dienst auch in den 20 größten deutschen Städten nicht – unter anderem wegen des hohen Aufwands: In Deutschland hatten Datenschützer Google auferlegt, dass jeder Hausbewohner und -besitzer darauf bestehen konnte, die Hausnummern unkenntlich zu machen. Auch alle Gesichter und Autonummernschilder mussten gepixelt werden.

In Trier überlegte der Stadtrat 2009, als Google Streetview-Aufnahmen in Trier machte, dafür eine Sondernutzungsgebühr von dem Internetriesen zu verlangen (siehe Extra).

Jetzt rollen die auffälligen Opel mit den aufgeklebten Google-Schriftzügen und dem hohen Kameraaufbau auf den Dächern wieder durch Trier. Diesmal aber nicht für Streetview, wie eine Unternehmenssprecherin auf TV-Nachfrage erklärt. Die Fotos seien lediglich für den internen Datenabgleich mit dem Kartendienst Googlemaps gedacht und nicht zur Veröffentlichung, teilt die Mitarbeitern der von Google mit der Pressearbeit beauftragte Medienagentur mit. Die Fotos sollen bei der Kontrolle helfen, ob die in Googlemaps eingezeichneten Restaurants, Hotels, Straßen, Geschäfte und so weiter alle aktuell noch so existieren. Die Karten bei Googlemaps würden dann entsprechend der Fotos aktualisiert.

Die Google-Autos sind nicht nur in Trier unterwegs. Seit April rollen die Kameras durch alle 16 Bundesländer, bis Ende November auch durch Rheinland-Pfalz. In der Region Trier werden die Foto-Autos zur Aktualisierung des Datenbestands laut Google in den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, dem Eifelkreis Bitburg-Prüm und dem Vulkaneifelkreis eingesetzt.