Blick vom Markusberg So sah Trier im Mittelalter aus

Trier · Wie sah Trier im Mittelalter aus? Was war von der römischen Vergangenheit noch zu sehen? Diese Fragen beantworten zwei Experten mit Hilfe eines detailverliebten Zeichners in einem neuen Buch.

Trier um 1430: Neben der zur Kirche umgebauten Porta Nigra steht der Turm Ramsdonck und neben dem Dom die Liebfrauen-Basilika. Die Besiedlung ist dichter geworden, und die Häuser sind aus Stein. Das Material auch für das nun abgeschlossenen Jahrhundert-Projekt Stadtmauer-Bau stammt überwiegend von Ruinen aus der Römerzeit.

Trier um 1430: Neben der zur Kirche umgebauten Porta Nigra steht der Turm Ramsdonck und neben dem Dom die Liebfrauen-Basilika. Die Besiedlung ist dichter geworden, und die Häuser sind aus Stein. Das Material auch für das nun abgeschlossenen Jahrhundert-Projekt Stadtmauer-Bau stammt überwiegend von Ruinen aus der Römerzeit.

Foto: Lukas Clemens/Nik Herber

Trier im Jahr 1430 – vom Glanz, den die Stadt elf Jahrhunderte zuvor ausgestrahlt hat, ist wenig geblieben. Aber es hat schon deutlich schlechtere Zeiten gegeben seit dem Ende der stolzen Kaiserresidenz, von der aus einst das Weströmische Reich regiert wurde. Mehrfach erobert und zerstört worden – zuletzt und am brachialsten anno 882 von den Normannen – und zerfallen in kleine Siedlungskerne in einem Stadtgebiet, in dem mal um die 60.000 Menschen gelebt haben. Seit 958, als Erzbischof Heinrich den Hauptmarkt anlegen ließ und damit den Grundstein für die Entwicklung der mittelalterlichen Stadt legte (die komplette Südhälfte des römischen Trier bleibt außen vor), geht es langsam, aber kontinuierlich wieder aufwärts. Trier, in der Antike größte Stadt nördlich der Alpen, zählt um 1430 etwa 10.000 Einwohner – um 1120 waren es rund 4000. Im gleichen Zeitraum vervierfachte Köln seine Einwohnerzahl auf 40.000. Wie Deutschlands älteste Stadt im 12. und im 15. Jahrhundert ausgesehen haben könnte, zeigen Lukas Clemens (62), Archäologe und Uni-Professor für Mittelalter-Geschichte, und Marzena Kesser (49), renommierte Bauforscherin und Kennerin des spätmittelalterlichen Trier, in ihrem frisch erschienenen Buch „Stadtrekonstruktionen von Trier im Mittelalter“ mit beiliegenden Faltpostern.