1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Trier im Mittelfeld der Top-Einkaufsmeilen

Trier im Mittelfeld der Top-Einkaufsmeilen

In einer aktuellen Analyse von 96 Einkaufsstraßen in 27 deutschen Städten landet die Trierer Simeonstraße auf Rang 23. Fleischstraße und Grabenstraße belegen die Plätze 54 und 57.

Trier. Fast 13 000 Passanten pro Stunde - das ist der bundesweite Spitzenwert einer deutsche Einkaufsstraße. Dieser Titel geht an die Kaufinger Straße in München. Auf Rang zwei folgt die Kölner Schildergasse mit fast 12 000 Fußgängern, Bronze geht an die Bahnhofstraße in Hannover mit 11 300 Kunden. Von diesen Werten ist Trier weit weg, kann sich aber dennoch im guten Mittelfeld behaupten.
Der Report: BNP Paribas Real Estate Retail Services ist ein Immobiliendienstleister mit Standorten in zwölf deutschen Großstädten von Berlin bis Hamburg. Das Unternehmen ist eine Tochter der französischen Geschäftsbank BNP Paribas, die gemessen am Börsenwert zu den größten Banken Europas gehört. In einem Frequenzreport untersucht Real Estate Retail Services einmal im Quartal die Kundenfrequenz in den Top-Lagen der Innenstädte und analysiert auch die Höhe der Mieten. Die aktuelle Zählung in Trier erfolgte laut Report am 28. Juni, dem Wochenende des Altstadtfests.
Das Ergebnis: Christoph Scharf ist der Geschäftsführer von BNP Paribas Real Estate Retail Services. Er kommentiert die Ergebnisse des aktuellen Frequenzreports: "Die Champions in den kleineren Städten haben sich behauptet", betont er. Zu diesen Champions gehört auch die Trierer Simeonstraße, die mit 6600 Passanten pro Stunde auf Rang 23 landet. "Das beweist, dass die Kombination aus Branchenmix, Sortimentsstruktur und Aufenthaltsqualität ein nachhaltiges Einkaufserlebnis schafft, das für die Frequenz genauso wichtig ist wie das absolute Bevölkerungspotenzial", sagt Geschäftsführer Scharf. Zum Vergleich: Zusammen mit der Simeonstraße stehen die Remigiusstraße in Bonn (6668 Passanten, Rang 21) und die Ludgeristraße in Münster (6316, Rang 25) im Mittelfeld des Frequenzreports.
Die Trierer Werte: Stimmgabelförmig ziehen sich die Top-Lagen durch die Trierer Innenstadt. Nach der Simeonstraße mit ihren 6600 Passanten pro Stunde erreichen die beiden südlich vom Hauptmarkt abgehenden Lagen Fleisch- und Grabenstraße mit stündlichen Frequenzen von 4400 und 4300 Passanten die Plätze 54 und 57. "Besonders in der Fleischstraße konnte durch die Entwicklung des alten Posthofs eine Lücke im Einzelhandelsbesatz geschlossen und gleichzeitig für eine Belebung der Lage bis zum weiter südlich liegenden Kornmarkt gesorgt werden", heißt es im Frequenzreport. Die Flächennachfrage der Filialisten ist laut Report generell "sehr gut". Dabei sei der Filialisierungsgrad entlang der Grabenstraße und der sich daran anschließenden Brotstraße mit 68 Prozent und 63 Prozent am höchsten.
Die Mieten: Der Frequenzreport listet aktuelle Mieten in den Top-Lagen der Trierer Innenstadt auf. Aktuell liege die Höchstmiete für Standard-Geschäftsräume in der Simeonstraße bei 120 Euro pro Quadratmeter. "Im bundesweiten Vergleich ist das ein recht hohes Mietniveau für eine Stadt dieser Größe", betont Real Estate Retail Services. Auch am Hauptmarkt und in der Fleischstraße liegen die Spitzenmieten mit 110 Euro pro Quadratmeter nur wenig niedriger. "Diese frequenzstarken Lagen sind bei Händlern besonders gefragt", heißt es im Report. "Dabei ist das Flächenangebot in der Simeonstraße stark begrenzt und an dem zurzeit sehr gut besetzten Hauptmarkt so gut wie gar nicht vorhanden." Besonders Textilgeschäfte und Systemgastronomen, die sich bisher noch nicht ansiedeln konnten, seien in diesen Lagen auf der Suche nach geeigneten Ladengeschäften. Dabei werden laut Report sowohl mittelgroße Shops zwischen 100 bis 250 Quadratmetern als auch großflächige ab 500 Quadratmeter nachgefragt. Etwas weiter südlich sinke die Miete deutlich, in der Brotstraße liege sie bei 65 Euro pro Quadratmeter.
Die Position: 120 Euro Miete pro Quadratmeter - wo steht Trier im bundesweiten Vergleich mit diesem Spitzenwert? Die Antwort: knapp hinter Bonn und Würzburg (jeweils 135 Euro) oder Osnabrück (125 Euro) und auf einer Höhe mit Aachen, Heidelberg und auch Bremen, die alle ebenfalls bei 120 Euro liegen. Mit insgesamt 3000 Quadratmetern Verkaufsfläche sei die Textilbranche klarer Spitzenreiter in der Innenstadt.
Die Reaktion: Alfred Thielen vom Einzelhandelsverband Trier freut das Ergebnis der Analyse. "Der Standort bleibt interessant. Und wir wollen Bewegung im Händlermix haben", sagt er.