Trier: In Pfalzel stinkt es nicht mehr

Trier: In Pfalzel stinkt es nicht mehr

Die neue Anlage zur Abwasserreinigung, die die Firma Eu-Rec installiert hat, scheint Wirkung zu zeigen: Seit vorigen Dienstag ist Pfalzel von dem sauer-fauligen Gestank, der seit Monaten immer wieder durch den Trierer Stadtteil waberte, befreit. Ortsvorsteherin Margret Pfeiffer-Erdel hofft, dass das ein Dauerzustand bleibt.

Die neue Anlage, die nach Angaben von Willi Streit, Geschäftsführer der Recycling-Firma Eu-Rec im Trierer Hafen, 750.000 Euro gekostet hat, reinigt die Abwässer, die bei der Aufbereitung des Plastikmülls entstehen. Außerdem werde das Abwasser der Firma, die als Verursacherin des Gestanks gilt, nicht mehr wie bisher auf dem Gelände weiterverarbeitet, sondern von LKW abtransportiert und an anderer Stelle entsorgt. Weitere Ortsbeiratsmitglieder bestätigten, dass seit Inbetriebnahme der Anlage am Dienstag voriger Woche der Gestank im Ort nicht mehr wahrzunehmen gewesen sei. "Wir hoffen, dass sich die Sache damit erledigt hat", sagte Pfeiffer-Erdel, "aber sobald es wieder stinkt, werde ich sofort handeln." Mit der Firma Eu-Rec war bei einer Bürgerversammlung vergangene Woche eine dreimonatige Testphase vereinbart worden, binnen derer die Wirkung der neuen Abwasserreinigungsanlage geprüft werden sollte. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hatte bei der Versammlung angekündigt, Luftproben analysieren zu wollen. In der laufenden Woche soll ein entsprechendes Gutachterunternehmen beauftragt werden. Stadtteilchefin Pfeiffer-Erdel geht davon aus, dass diese Prüfung stattfindet - auch wenn es in den vergangenen Tagen nicht mehr gestunken hat. "Die Proben müssen direkt in der Firma genommen werden, vor Reinigung der Abwässer. Wir wollen wissen, ob die Stoffe, die den üblen Geruch in der Luft verursacht haben, gesundheitsschädlich sind oder nicht." Laut Pfeiffer-Erdel haben in den vergangenen Wochen mehrere Pfalzeler Bürger bei der Polizei gegen die Firma Eu-Rec Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt. Der Gestank sei so schlimm gewesen, dass einige Anwohner unter Brechreiz und Übelkeit gelitten haben. Der Kindergarten hatte an Tagen, an denen der Geruch besonders intensiv war, die Kinder nicht mehr zum spielen nach draußen gelassen. Der Pfalzeler Ortskern liegt rund 250 Meter Luftlinie vom Firmengelände der Eu-Rec entfernt, ein Neubaugebiet grenzt direkt an das Industriegelände. Neubaugebiet und Industriegelände waren laut Pfeiffer-Erdel in den 1960er Jahren zeitnah ausgewiesen worden. "Es war ein Fehler der damaligen Stadtverwaltung, Industriegelände und Wohngebiet so nah aneinander zu rücken", sagt Pfeiffer-Erdel.

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