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Trier-Irsch: Glockenturm soll 2020 saniert werden, Verein sammelt Geld

Sanierung : Damit in Trier-Irsch die Glocken weiter läuten

„Alles für den Turm“ lautet das Motto des Vereins, der Spenden für die Sanierung des Glockenturms in Trier-Irsch sammelt. Ein Konzert am Sonntag, 12. Januar, soll die Kasse füllen.

Zusammen mit der katholischen Kirchengemeinde hat sich der Förderverein Irscher Burg viel vorgenommen: Der historische Glockenturm im Stadtteil soll saniert werden, damit ihm das Schicksal der zugehörigen Kirche erspart bleibt.

Die Pfarrkirche, zu der der Irscher Glockenturm einst gehörte, musste 1833 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Der Förderverein Irscher Burg setzt alles daran, den drohenden Verfall des historischen Turms in den nächsten Jahren zu verhindern. Mit im Boot als Eigentümer ist die katholische Pfarrgemeinde.

Das Jahr 2020 ist für den Trierer Höhenstadtteil ein besonderes: Laut Überlieferung geht der Kirchturm auf das Jahr 1520 zurück und wird demnach 500 Jahre alt. „Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist“, sagt Marita Kohl, die sich in dem 2011 gegründeten Verein engagiert. Das Fest um den dann hoffentlich sanierten Glockenturm ist für Sonntag, 4. Oktober, geplant.

Um den baulichen Zustand des historischen Kirchenturms ist es nicht sonderlich gut bestellt. Die sichtlich marode Außenfassade ist das Eine, das Innenleben des ortsbildprägenden Baus das Andere. Dass den Förderverein eine böse Überraschung erwartet, wenn die Fachleute das Gebälk näher unter die Lupe nehmen, ist nicht ausgeschlossen. Die Irscher Denkmalschützer um die stellvertretende Vorsitzende Birgit Wortmann-Scherer hoffen allerdings das Beste.

Fest steht: Der Turm bedarf einer Sanierung, soll er der Nachwelt erhalten bleiben und weiter genutzt werden. Im Herbst 2019 haben die ersten Arbeiten am Sockel begonnen. Zeitig im neuen Jahr soll es weitergehen.

Die Verantwortlichen von Verein und Pfarrgemeinde hoffen, dass der Zeitplan eingehalten werden kann – zumindest, solange keine bislang unbekannten Baumängel entdeckt werden. Denn das würde die veranschlagten Kosten von 180 000 Euro weiter in die Höhe treiben. Der Verein hofft, 40 Prozent der Gesamtkosten – das wären 72 000 Euro – als Eigenanteil übernehmen zu können. Etwas über 60 000 Euro hat der Förderverein in den vergangenen Jahren bereits durch Aktionen und Veranstaltungen zusammentragen.

Ohne diese Hilfe wäre eine Sanierung nicht denkbar gewesen, sagt Pastor Michael Bollig. „Ich danke dem Förderverein, vor allem dem Vorstand, von Herzen für sein unverzichtbares Engagement.“ Denn erst nachdem der Eigenanteil sichergestellt war, habe das Bistum in die Gebäudesanierung eingewilligt und den größeren Anteil der Bausumme bereitgestellt, berichtet Marita Kohl. Pastor Michael Bollig lobt: „Der Förderverein setzt sich für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft ein und belebt das gemeinschaftliche Leben in Irsch.“

Die Außenfassade des Baus sieht ramponiert aus. Moos wächst darauf, der größtenteils vom Wetter schwarz gewordene Putz bröselt. Für die vermauerten Steine gilt das nicht, was der Standsicherheit des Bauwerks zugutekommt. So können die Glocken nach wie vor läuten – zu den Gottesdiensten in der gegenüberliegenden Kirche. Diese entstand aus der ehemaligen Zehntscheune der Martiner Propstei. Seit 1834 wird das Gotteshaus genutzt, nachdem die eigentliche Kirche wegen Baufälligkeit dem Erdboden gleich gemacht werden musste.

In dem historischen Turm befinden sich drei Glocken mit der Schlagfolge g‘, b‘, c‘. Die älteste Glocke sei 1685 gegossen worden; die beiden anderen 1957 in der Glockengießerei Mabilon in Saarburg, wie Marita Kohl herausgefunden hat.

Um Spenden zu sammeln, hat sich der Förderverein in den vergangenen Jahren einiges einfallen lassen. Mittlerweile fast 100 Mitglieder zahlen Beiträge von monatlich zwei Euro, es gibt die Irscher Turmaktie, den Irscher Turmwein, die Kunstpostkarte Glockenturm und den Irscher Burgbecher. Auch das Buch „Lustige Dorfgeschichten rund um die Irscher Burg“ ist aufgelegt worden. All das gibt’s im Pfarrbüro in der Irscher Burg, Propstei 2, oder über ein Vorstandsmitglied des Fördervereins. Wer den Denkmal­erhalt mit einer Spende unterstützen will, kann auch Geld auf dieses Konto überweisen: Förderverein Irscher Burg, IBAN DE 6058 5501 3000 0103 7779.