"Trier ist das Tor zu Deutschland"

"Trier ist das Tor zu Deutschland"

TRIER. Trier stimmt sich schon mal auf die Frankfurter Buchmesse ein, die in diesem Jahr Indien als Gastland präsentiert. Am vergangenen Donnerstag trug der in Berlin lebende indische Autor Rajvinder Singh in der Buchhandlung "Ile de ré" Gedichte vor.

Nach eineinhalb Stunden und etwa zwei Dutzend Gedichten stellt Rajvinder Singh fest, dass man eigentlich nur ein Poem vorlesen sollte, damit sich die Zuhörer ausreichend Gedanken darüber machen könnten. Denn: "Gedichte sind schwierige Kinder.""Ich bin dialogsüchtig"

Der im indischen Kapurthala geborene Singh lebt seit 1981 in Berlin und schreibt seit 1985 auch in Deutsch. Der 50-Jährige ist ein gefragter Lyriker und arbeitete schon mehrfach als "Stadtschreiber" - unter anderem in Rheinsberg und in Remscheid. Im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz verarbeitet er in diesem Jahr seine Eindrücke von Trier literarisch. Singh ist begeistert von der Stadt. "Trier ist das Tor zu Deutschland." Bei seiner Lesung in der Buchhandlung "Ile de ré", die die Projektleiterin Astrid Geißler vom Friedrich-Wilhelm-Gymnasium organisierte, sind leider keine Beiträge über Trier dabei. Mit Werken aus Büchern wie "Unter der Zeit" und "Spuren der Wurzeln" vermittelt der Lyriker einen Querschnitt seines Schaffens. Die Gedichte, die durch zahlreiche Naturbeschreibungen und -metaphern romantisch geprägt sind, leben stark vom seinem Vortrag. Noch mehr als das Vorlesen liegt ihm die Interaktion mit dem Publikum. "Ich bin dialogsüchtig", sagt der Ausgeglichenheit ausstrahlende Autor. Dankbar kommt er der Bitte einer Zuhörerin nach, ein Gedicht in seiner Muttersprache (Panjabi) vorzutragen. Es bleibt nicht bei einem und er sagt sie auch nicht nur auf. Singh singt sie. Zu sehen und zu hören ist der indische Dichter und fünf weitere namhafte indische Autoren, die alle an der Frankfurter Buchmesse in der kommenden Woche teilnehmen werden, wieder am Donnerstag, 12. Oktober, und zwar um 19 Uhr im Rathaus in Trier.

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