Trier: Katz-Theater feiert mit Volpone Premiere in der Tufa

Katz-Theater in der Tufa : Vom Sterben und Erben

Das Katz-Theater zeigt in der Tufa Trier mit großem Erfolg die schwarze Komödie Volpone.

Im ausverkauften kleinen Saals der Tufa geht es turbulent zu. Grell geschminkte und opulent ausgestattete Figuren in Tierkleidern und wilden Perücken bevölkern die Bühne. Es wird temperamentvoll gestikuliert und laut gestritten. Das Katz-Theater hat sich das Stück Volpone von Ben Jonson aus dem Jahr 1606 in der Fassung von Stefan Zweig vorgenommen.

Ein Stück mit Elementen der italienischen Theaterform Commedia-dell‘arte, in der festgelegte Charaktertypen, häufig in Tierkostümen, aus allen Bereichen der Gesellschaft auf der Bühne agieren, oft lautstark und provokant.

Es geht um den reichen Volpone, (mit großer Leidenschaft gespielt von Nils Scholzen), der damit rechnet, dass seine Mitbürger genauso habgierig sind wie er selbst. Er lässt über seine Dienerin Motte (vielseitig: Julia Genter als willige Gehilfin) verbreiten, dass er im Sterben liegt und dass er demjenigen sein Erbe verspricht, der sich als guter Freund erweist.

Seine Kalkulation geht auf: Die Erbschleicher rennen ihm die Türen ein, er wird mit Geld und Geschenken überhäuft, in der Hoffnung, in seinem Testament bedacht zu werden. Es kreuzen auf: Frau Geier (schrill: Corinna Moors) mit einer goldenen Porz, die krakeelige Leonie Krähe (Claudia Willems), Feline Pfau, eine Frau von recht zweifelhaftem Leumund (schwer aufgetakelt: Tanja Finnemann) sowie Herr Krähe, Juwelier und Pfandleiher (Andreas Scherf, durchgeknallt und mit unheimlichem Lachen).

Die Geldgier geht sogar so weit, dass der notorisch eifersüchtige Herr Rabe (Anna-Lena Heib mit trierisch-saarländischem Zungenschlag) seine hellblonde Frau Taube (herrlich naiv und einfältig: Miriam Gesthuisen) Volpone für eine Liebesnacht anbietet.

Allerdings scheint der hinterhältige Plan des intriganten und hinterhältigen Volpone doch zu scheitern. Es kommt zur Gerichtsverhandlung unter Vorsitz von Frau Eule (unbestechlich: Elke Hennig). Aber Volpone wird freigesprochen, und das Spiel geht weiter.

Das Regieteam des Katz-Theaters legt mit dieser Komödie voll schwarzem Humor einen Finger in eine Wunde unserer Zeit: Es herrschen Geiz, Habgier und Raffsucht, und Geld regiert die Welt. Insbesondere zur Weihnachtszeit soll „der Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten und zum Nachdenken angeregt werden“ (Finnemann). Daher wird das Katz-Theater auch bei dieser Produktion die Einnahmen der Vorstellung vom 12. Dezember einer sozialen Einrichtung spenden, nämlich der Trierer Obdachlosenhilfe.

Trotz aller Zynismen haben aber Spielfreude, Lachen, Singen und Tanzen ihren berechtigten Platz auf der Bühne. „Money, Money, Money“ von Abba oder „Girl From Ipanema“ oder auch das „Requiem“ von Mozart ziehen sich als wiederkehrende musikalische Motive durch das Stück.

Das Publikum spürt Hingabe, Engagement und Begeisterung der Akteure und die Freude an der gemeinschaftlichen Arbeit an dem Theaterprojekt und belohnt dies mit großem Beifall.