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Trier: Kinder aus Ukraine sollen beim Töpfern Krieg und Flucht verarbeiten

Begegnung : Kinder aus Trier und der Ukraine töpfern gemeinsam in der Trierer Tufa

Am Pfingstwochenende hatten geflüchtete ukrainische Kinder bei einem Töpferkurs in der Tufa Trier die Gelegenheit, für ein paar Stunden auf andere Gedanken als den Krieg und die Flucht zu kommen. Wie der Kurs helfen soll und was getöpfert wurde.

Viele lachende Gesichter, tonverschmierte Hände und bunte Farbkleckse auf dem Tisch. Am Wochenende vom 3. bis zum 5. Juni durften sich ukrainische Kinder gemeinsam mit Kindern aus Trier kreativ ausleben. Unter der Leitung der Trierer Keramik-Künstlerin Frauke Güntzel stellten zwölf Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren verschiedene Tiere, Figuren und Formen aus Ton her.

Kinder aus Trier und der Ukraine haben Spaß beim Töpfern

Dabei hatten die Kinder viel Spaß, wie Franziska Wonnebauer, ehrenamtliche Helferin des Vereins „KRASS vor Ort Trier“, erzählt. „Schon am Freitag waren die Kinder eifrig bei der Sache. Da haben sie Schildkröten getöpfert und bemalt. Ein paar Kinder waren schon richtig gut, das sind echte Naturtalente“, freut sie sich.

Gefallen hat den Kindern vor allem das Mengen und Verarbeiten des Tons, wie die junge Kursteilnehmerin Eleanor sagt. Masha, einem Mädchen aus der Ukraine, gefiel es, dass sie sich und ihre Gefühle durch die Arbeit mit dem Ton gut ausdrücken konnte. Einen Plan, was die Kinder mit ihren selbst gefertigten Kunstwerken machen möchten, haben sie auch schon. Polina beispielsweise möchte ihre getöpferte Vase als Bett für ihre Puppen nutzen. Mashas Vase soll zunächst auf ihrem Regal stehen. Sie ist sich sicher: Später wird sie dann im Museum ausgestellt.

Wie das Töpfern in der Tufa den Kindern helfen soll

Der Töpferkurs und die künstlerische Tätigkeit sollen den Kindern helfen, ihre auch unterbewusst gemachten Erfahrungen mit Krieg und Flucht zu verarbeiten. „Wir wissen nicht, was die ukrainischen Kinder in letzter Zeit in ihrer Heimat erlebt haben. Das Töpfern ermöglicht es ihnen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten“, sagt Franziska Wonnebauer.

Auch die Trierer Kinder können sich durch die Begegnung mit den geflüchteten Gleichaltrigen mit dem Thema Flucht auseinandersetzen. Der Kontakt und die spielerische Zusammenarbeit mit den Trierer Kindern soll die Integration der jungen ukrainischen Flüchtlinge erleichtern.

Der Austausch zwischen den deutschen und ukrainischen Kindern wurde auch durch kleinere Spiele in den Pausen zwischendurch gefördert. Hier verständigten sich die Kinder oft durch Zeichensprache. So sollten sie sich beispielsweise, ohne zu reden, dem Alter entsprechend in einer Reihe anordnen. Was auch gut funktioniert habe, wie Franziska Wonnebauer berichtete.

Der Verein KRASS vor Ort Trier möchte allen Kindern, vor allem auch den finanz- oder bildungsfernen, einen kostenlosen Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen. Weitere Projekte wie ein Trommelkurs oder ein Tanzprojekt für ukrainische und Trierer Kinder sollen folgen.