Trier: Komplexe Ermittlungen gegen Triers Ex-Theaterintendanten Karl Sibelius

Justiz : Komplexe Ermittlungen gegen Triers Ex-Theaterintendanten Karl Sibelius

Ein Ende der staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen Triers Ex-Theaterintendanten Karl Sibelius und den ehemaligen Kulturdezernenten Thomas Egger ist noch nicht in Sicht.

Seit mehr als zwei Jahren ermittelt die Trierer Staatsanwaltschaft gegen die beiden wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Steuergeld. Die AfD hatte Sibelius und Egger Ende 2016 angezeigt. Beide seien mitverantwortlich für das Millionendefizit des Stadttheaters in der Spielzeit 2015/16, begründete der Trierer AfD-Chef Michael Frisch seinerzeit die Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft prüfte die Vorwürfe und eröffnete im Frühjahr 2017 ein Ermittlungsverfahren. Seitdem werden die Haushaltsbücher der Stadtverwaltung gewälzt und alte Protokolle von Sitzungen des städtischen Kulturausschusses auf Hinweise zu möglichen strafrechtlich relevanten Vergehen oder Versäumnissen von Sibelius und Egger durchforstet. Dass die Ermittlungen bereits seit knapp zwei Jahren andauern, sei der „Komplexität des Verfahrens“ geschuldet, erklärt Peter Fritzen, Leitender Oberstaatsanwalt in Trier, auf TV-Nachfrage. Eine „Vielzahl einzelner Vorgänge des Einsatzes von Haushaltsmitteln des Theaters aus den Jahren 2015 und 2016“ gelte es „zu beleuchten“, erläutert Fritzen. Zahlreiche Unterlagen müssten dazu gesichtet und ausgewertet werden. Mittlerweile seien die bei der Polizei laufenden Ermittlungen zwar „weit vorangeschritten“, wann das Verfahren abgeschlossen werden könne, sei allerdings noch nicht vorauszusehen. „Zahlreiche Zeugen müssen vernommen werden – auch das dauert noch an“, erläutert Fritzen. Wie lange genau, sei „schwer zu prognostizieren“. Der Leitende Oberstaatsanwalt geht davon aus, dass das Verfahren „im Laufe dieses Jahres“ abgeschlossen werden könne.

Infolge der Theaterkrise hatte der Stadtrat Kultur- und Ordnungsdezernent Thomas Egger (SPD) im Dezember 2016 abgewählt. Von Karl Sibelius, der im August 2015 als Generalintendant mit künstlerischer und finanzieller Gesamtverantwortung das Trierer Theater übernahm, hatte die Stadt sich im November 2016 – vier Jahre vor Ende seiner regulären Amtszeit – getrennt.

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