Trier: Landesbehörden prüfen städtische Pläne für Theatersanierung

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadtentwicklung : Pläne für Trierer Theatersanierung stocken

Die Landesbehörden prüfen die städtischen Pläne für die Sanierung des Trierer Theaters. Wann das Ergebnis vorliegt, ist ungewiss. Damit verzögert sich der Zeitplan für das Mammutprojekt, bevor der erste Stein überhaupt bewegt wurde.

Es gibt wohl wenige Grundstücke in der Trierer Altstadt, die so gut untersucht sind wie jenes an der Ecke Gervasius-/Wechselstraße. Neben dem Kulturzentrum Tufa, wo derzeit der Bauspielplatz Tufatopolis abgerissen wird (volksfreund.de berichtete), sollte in den vergangenen 15 Jahren mal ein großes Wohnhaus, mal ein Parkhaus für Anwohner errichtet werden. Zuletzt ließ die Stadtverwaltung analysieren, ob das Gelände sich als Standort für die Werkstätten des Stadttheaters – Schlosserei, Schreinerei, Bühnenbau – eignen würde, um so den beengten Theaterstandort am Augustinerhof zu entlasten. Weil Wohnen, Parken, Handwerk jeweils andere Verkehrsströme und Lärm verursacht hätten, wurden für jedes Vorhaben neue Gutachten erstellt.

Nun plant die Stadt auf dem Eckgelände einen großen Theaterbau, in dem zuerst der Stadttheaterbetrieb unterkommen und der später von der Tufa genutzt werden soll (siehe Info). Prompt werden neue Expertisen fällig – ein neues Lärmschutzgutachten, Untersuchungen zur Festigkeit des Bodens und Wirtschaftlichkeitsberechnungen etwa. „Es ist alles sehr aufwendig, wir mussten ganze Aktenberge bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion einreichen“, sagt Kulturdezernent Thomas Schmitt. Die Landesbehörde ADD prüft, ob der Neubau sinnvoll und wirtschaftlich ist. Denn nur, wenn dieser seinen Zweck optimal erfüllt und es keine günstigere Lösung gibt, wird das Land das 6,8-Millionen-Euro-Projekt bezuschussen. Ohne finanzielle Hilfe des Landes könnte die mit mehr als 800 Millionen Euro verschuldete Stadt Trier die Sache ad acta legen.

Anfangs rechneten Stadt und ADD mit einer Prüfzeit von sechs Wochen. Jetzt sind schon drei Monate darüber hinaus vergangen.

Insbesondere überprüft die ADD, ob die Tufa überhaupt Bedarf daran hat, besagten Neubau später zu übernehmen und zu bespielen. Im Anschluss an diese Prüfung müsse dann noch der Landesbetrieb Liegenschaften (LBB), die für baufachliche Fragen zuständige Landesbehörde, die Sache beurteilen, teilte die ADD-Pressestelle am Dienstag auf TV-Nachfrage mit. Und erst wenn seitens des LBB eine „Stellungnahme mit positivem Ergebnis“ vorliege, könne die Stadt die nächsten Schritte des Verfahrens angehen. Eine „verbindliche Prognose“, wann das behördliche Prüfergebnis vorliegen wird, könne allerdings „zum derzeitigen Zeitpunkt solide nicht abgegeben werden“, erklärt die ADD.

Dass der Stadtrat wie geplant im Januar 2020 den Baubeschluss für die Spielstätte neben der Tufa fassen kann, ist damit hinfällig. Denn für den Beschluss müssen detaillierte Baupläne vorliegen. Und diese sollen erst bei einem Architektenwettbewerb erarbeitet werden. Um die Vorgaben der Stadt in einen Entwurf umzusetzen, benötigen die teilnehmenden Architekturbüros allerdings mindestens ein halbes Jahr. Anschließend muss eine Jury den besten Entwurf auswählen, der Stadtrat über dessen Für und Wider diskutieren und schließlich darüber abstimmen. Und irgendwann muss auch noch der Landesrechnungshof die konkreten Berechnungen der Baukosten prüfen und grünes Licht geben. „Im Moment liegen wir drei Monate zurück im Zeitplan“, sagt Kulturdezernent Schmitt. Statt Januar peilen wir also das Frühjahr 2020 für den Baubeschluss an.“ Dass das äußerst knapp geplant ist, ist dem städtischen Beigeordneten bewusst. „Aber hätten wir uns einen weniger strikten Zeitplan auferlegt, wäre die Gefahr von Verzögerungen eher noch wahrscheinlicher gewesen“, meint Schmitt.

Davon, dass der Bau neben der Tufa möglichst schnell fertig wird, hängt allerdings die Sanierung des Stadttheaters am Augustinerhof ab: Der Theaterbetrieb soll zur Spielzeit 2021/22 dorthin umziehen, um das Große Haus für dessen Generalsanierung zu räumen. „Wenn der Neubau bis dahin nicht fertig ist, muss die Spielzeit eben so geplant werden, dass man zwischendurch in den Interimsstandort umziehen kann“, sagt Schmitt.