Trier: Marx-Countdown: Hotels nahezu ausgebucht

Countdown : Noch acht Tage bis Marx. Heute: Hotels

Wer noch Verwandte zum großen Marx-Wochenende einladen will, aber keinen Platz oder keine Lust auf Übernachtungsgäste zu Hause hat, muss sich sputen: „Die Auslastung der Unterkünfte, die bei uns gemeldet sind, ist sehr hoch“, sagt Norbert Käthler, Leiter der Trierer Tourist- und Marketinggesellschaft. Lediglich einzelne Zimmer seien für den 4. und 5. Mai da und dort noch zu haben.

Im Best-Western-Hotel neben der Europahalle sind kurzfristig zumindest zwei Zimmer wieder freigeworden: Die Friedrich-Ebert-Stiftung hatte die Unterkünfte für die beiden in Paris wohnenden Ururenkelinnen von Karl Marx reserviert. Die Schwestern sind Gäste bei der Wiedereröffnung des zur Stiftung gehörenden Karl-Marx-Hauses in der Brückenstraße am Samstag, 5. Mai, um 9.30 Uhr.

Storniert hat die Stiftung die Zimmer nicht etwa, weil die Urur-Ahninnen ihren Besuch abgesagt haben. Der Grund ist ein ganz anderer: Die AfD veranstaltet in ebendiesem Best-Western-Hotel am Freitag, 4. Mai, eine Diskussion mit Vorträgen. Das Motto: „Karl Marx vom Sockel holen“. Redner ist der als ultrakonservativ geltende ehemalige tschechische Ministerpräsident Vàclav Klaus. Mit dabei auch der AfD-Landesvorsitzende Uwe Junge und der Trierer AfD-Chef Michael Frisch.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung bestätigt die Stornierungen. Die Marx-Ururenkelinnen seien mittlerweile woanders untergebracht. „Wir möchten unseren Gästen nicht zumuten, zwischen den Teilnehmern einer Gegenveranstaltung zu sitzen“, sagt Anja Papenfuß, Leiterin der Pressestelle der Stiftung. Zu einem anderen Aufeinandertreffen wird es trotzdem kommen: Die Delegation aus Triers chinesischer Partnerstadt Xiamen, die auf Einladung der Stadt anreist, nächtigt ebenfalls im Best-Western-Hotel.

Der Countdown läuft: Am Samstag, 5. Mai, wird die Karl-Marx-Statue enthüllt. Mit Infos und Kuriosem zählt der TV in dieser Serie runter bis zum großen Wochenende.

Mehr von Volksfreund