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Trier: Mihaela Milanova ist neue Vorsitzende des Trierer Beirats für Migration und Integration

Kommunalpolitik : Trierer Beirat für Migration und Integration hat neue Chefin

Vorstandswahlen: Nach 25 Jahren an der Spitze des Migrationsbeirats muss Maria Duran-Kremer den Vorsitz an Mihaela Milanova abgeben.

Die Wahl fiel knapp aus: Von 19 abgegebenen Stimmen entfielen bei den Vorstandswahlen zehn auf Mihaela Milanova (Linke Liste), neun auf Maria de Jesus Duran-Kremer (Demokratische Internationale Liste). Der Beirat für Migration und Integration hat damit nach 25 Jahren eine neue Vorsitzende. Milanova ist gebürtige Bulgarin, lebt seit 19 Jahren in Deutschland, ist verheiratet mit einem Luxemburger, hat zwei Kinder und war bis vor kurzem Vorsitzende des Migrationsbeirats im Landkreis Trier-Saarburg.

2019 ist die 41-Jährige, die sieben Sprachen spricht, von Morscheid nach Trier gezogen. Sie hat als Deutschlehrerin gearbeitet und ist seit einiger Zeit bei der Trierer Industrie- und Handelskammer in einem Beratungsprojekt beschäftigt, das sich unter anderem um die Anwerbung und Integration ausländischer Fachkräfte kümmert.

Zur ersten Stellvertreterin wählte der Beirat die Syrerin Rozana Zibar (Union der demokratischen Mitte), die mit ihrer Familie seit Herbst 2015 in Trier wohnt und im Deutsch-Französischen Kindergarten auf dem Petrisberg arbeitet. Damit ist im Vorstand des Migrationsbeirats erstmals der arabische Kulturkreis vertreten. Zweite stellvertretende Vorsitzende wurde die aus Portugal stammende Maria Duran-Kremer, die dem Beirat seit dessen Gründung 1994 vorstand.

„Ich hätte gerne noch fünf Jahre weitergemacht – aber Demokratie ist nunmal ein hartes Geschäft“, bedauerte die 70-Jährige am Donnerstag gegenüber dem Trierischen Volksfreund den Ausgang der Wahl. Insbesondere das Projekt Teilnehmen und Teilhaben liege ihr am Herzen, das ausländische Frauen stärke. „Wir bieten Deutschkurse in Kombination mit Kinderbetreuung an, denn häufig haben diese Frauen kleine Kinder und dadurch wenig freie Zeit“, erklärt Duran-Kremer. „Und wir versuchen, ihnen ihre Ängste zu nehmen, was ganz wichtig ist, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen“, beschreibt Duran-Kremer, die als sehr engagiert gilt, ihre bisherige Arbeit. Im Vorfeld der Wahl war es zwischen den konkurrierenden Listen zu Machtkämpfen gekommen. „Aber jetzt ist die Sache entschieden und ich arbeite natürlich gerne weiter mit im Beirat“, sagte Duran-Kremer.

Der Beirat für Migration und Integration hatte 2019 sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Er ist die politische Vertretung von Menschen mit Migrationshintergrund in Trier und unterstützt Migranten durch persönliche Beratung, Sprach- und Integrationskurse. Der Beirat organisiert außerdem das jährliche Internationale Fest auf dem Viehmarktplatz. Der Vorsitz ist ein Ehrenamt, für das eine Aufwandspauschale von 250 Euro gezahlt wird. Der Beirat hat zwei Büros in der Stadtverwaltung und außerdem eine hauptamtliche Geschäftsführerin, die von der Stadt bezahlt wird. Die neue Vorsitzende will mit allen 13 gewählten und den sechs von den Stadtratsfraktionen entsendeten Mitgliedern des Beirats zunächst in Klausur gehen. „Wir wollen gemeinsam unser Programm für die nächsten zwei Jahre aufstellen“, erklärte Milanova gegenüber dem TV. Insbesondere sollen die Sprachkurse ausgeweitet werden. „Wichtig sind zum Beispiel mehr Alphabetisierungs- und Sprachkurse in den jeweiligen Muttersprachen.“ Auch das internationale Fest soll neu konzipiert werden. „Ich wünsche mir, dass sich dabei noch mehr Nationalitäten präsentieren als zuletzt“, sagt die neue Beiratsvorsitzende.

Der Beirat für Migration und Integration ist an seiner Geschäftsstelle montags bis freitags von 9 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr unter Telefon 0651/718-4452 zu erreichen.