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Trier: Mutterhaus impft jede Woche mit Biontech gegen das Coronavirus

Fragen und Antworten : Impfangebot in Trier: Mutterhaus impft jeden Dienstag und Donnerstag

Wer sich gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, kann sich ab Montag auch beim Trierer Klinikum Mutterhaus um einen Termin bemühen. Für ältere Menschen geht das auch ohne Internet. Wer sich anmelden kann und wie es funktioniert.

Eins sei ganz klar, betont Christian Sprenger, Chirurg, Chefarzt und medizinischer Geschäftsführer des Trierer Mutterhauses der Borromäerinnen: „Wir sind zuallererst ein Krankenhaus zur stationären Versorgung. Aber selbstverständlich wollen wir das uns Mögliche tun, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Auch, damit die Kapazitäten unserer Intensivstation, die jetzt noch ausreichen, nicht demnächst ausgereizt sind.“ Zusätzlich zu den Impfaktionen, die bereits seit Jahresanfang laufen – zum Beispiel in Einrichtungen oder bei den eigenen Mitarbeitern – gibt es daher ab Dienstag, 23. November, ein Impfangebot für alle Bürger:

Wer sich für eine Impfung anmelden kann

Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre. „Wobei wir bis zum 18. Geburtstag Wert darauf legen, dass die Eltern mit dabei sind“, betont Sprenger. Außerdem alle ab 18 Jahren, die entweder noch nicht geimpft sind oder deren zweite Impfung ansteht. Alle, deren Impfung sechs Monate zurückliegt, können ihre Boosterimpfung erhalten. „Und wir impfen natürlich auch alle, die an Corona erkrankt waren und deren Genesung nun schon sechs Monate zurückliegt“, sagt Sprenger.

So funktioniert die Anmeldung

Ab Montag, 22. November, 9 Uhr, kann man sich über die Internetseite des Mutterhauses online einen Termin buchen. Der Link auf der Krankenhaus-Hompage führt zum Terminportal der Stadt Trier, auf dem man sonst zum Beispiel auch Termine für die Beantragung von Führerscheinen festmachen kann. Pro Person kann ein Termin reserviert werden. Wer keinen Zugang zum Internet hat, kann einen Termin auch über die städtische Behördenhotline 115 buchen.

Wann und wie viel geimpft wird

Immer dienstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 13 bis 16 Uhr. 84 Impfungen sind pro Tag vorgesehen.

Wo genau geimpft wird

Geimpft wird in einem Bus, den die Stadtwerke zur Verfügung stellen. Der Bus parkt in Nähe der Mutterhaus-Kita hinter dem Klinikgebäude in der Feldstraße, zu erreichen über die Straße „Hinter dem Zollamt“ – mit dem Auto vom Barbara-Ufer aus, zu Fuß über das Klinikgelände oder von der Kaiserstraße. Achtung: Direkt vor Ort gibt es nur wenige Parkplätze!

Was man zur Impfung mitbringen muss

Auf der Homepage des Mutterhauses gibt’s einen Aufklärungsbogen, der ausgedruckt und ausgefüllt mitgebracht werden muss. In Ausnahmefällen kann das Formular vor Ort ausgefüllt werden. Das Krankenhaus bittet aber alle, die die Möglichkeit haben, das Papier selbst auszudrucken, um Wartezeiten zu vermeiden. Außerdem müssen Impflinge Impfpass und Personalausweis mitbringen.

Mit welchem Impfstoff geimpft wird

Geimpft wird in der ersten Woche ausschließlich mit Biontech. „Anschließend sind wir darauf angewiesen, welchen Impfstoff wir bestellen können und zur Verfügung gestellt bekommen“, sagt Doktor Sprenger.

Zum Impfen ist viel Personal nötig

Für das Mutterhaus bedeutet das Impfangebot eine personelle Anstrengung: Rund 50 Mitarbeiter gehören zu den Impfteams, dazu übernehmen Ärzte und Ärztinnen Dienste, die im Vorruhestand sind oder aus anderen Gründen nicht erwerbstätig.

So viele Menschen liegen derzeit auf der Intensivstation

Im Mutterhaus liegen derzeit– Stand Samstag – vier Covid-Patienten auf der Intensivstation. „Davon drei zur Beatmung intubiert“, berichtet Sprenger. Von den drei beatmeten Patienten sind zwei nicht geimpft, einer hat erst eine Impfdosis erhalten. Die Zahl der trotz Impfung Erkrankten muss dabei ins Verhältnis gesetzt werden zu der insgesamt sehr viel größeren Menge der Geimpften im Vergleich zu den Ungeimpften.

Die Impfquote beim Mutterhaus-Personal

Im Mutterhaus selbst sind laut Sprenger mehr als 80 Prozent aller Mitarbeiter geimpft und mehr als 90 Prozent derer, die direkt mit Patienten zu tun haben. Die Impfpflicht für Krankenhausmitarbeiter sieht Sprenger eher skeptisch: „Grundsätzlich ist überzeugen besser als zwingen.“ Die Impfpflicht umzusetzen, könnte für Spannungen und Unruhe bei den Mitarbeitern sorgen. „Und natürlich haben wir dann auch Angst, dass einige kündigen.“ Dabei sei der Personalmangel ohnehin schon groß.

Welche weiteren Impfaktionen es gibt

Der Impfbus ist nicht nur auf dem Klinikgelände im Einsatz. Um auch andere Menschen zu erreichen, kooperiert das Krankenhaus mit anderen Einrichtungen: Der Bus soll zum Beispiel auch Schulen und die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende anfahren. Termine beim Frauenhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF) und dessen Tafel-Angebot sind vorgesehen. Für den Dezember plant das Mutterhaus einen speziellen Impftag für Schüler.