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Trier: Neuer Biergarten The Benedict bereits wieder geschlossen

Gastronomie : Neuer Trierer Biergarten „The Benedict“ ist schon wieder geschlossen

Der mit Spannung erwartete Biergarten „The Benedict“ hat am Freitag eröffnet. Nach einem Besuch des Ordnungsamts war am Montag das schwere Eisentor wieder fest verrammelt. Was die Stadtverwaltung dazu sagt und ob Sternekoch Björn Swanson trotzdem wie geplant anreist.

Wer in einer Gaststätte Bier ausschenken und Speisen verkaufen will, der braucht dafür die Erlaubnis der zuständigen Behörde. So soll zum Beispiel sichergestellt werden, dass die Küche so ausgestattet ist, dass Lebensmittel hygienisch aufbewahrt und verarbeitet werden und Gäste sich im Fall eines Feuers in Sicherheit bringen können. Auch die Lärmbelästigung, die von einem Biergarten ausgeht, wird für die Genehmigung unter die Lupe genommen – insbesondere bei einer Neueröffnung, mit der die Anwohner in der Nachbarschaft nicht unbedingt rechnen konnten bei ihrem Einzug.

Um eine Gaststättenerlaubnis beantragen zu können, müssen aber noch viel mehr Unterlagen und Nachweise vorgelegt und erbracht werden. Vom polizeilichen Führungszeugnis des Betreibers, einer Unbedenklichkeitsbescheinigungen vom Finanzamt, einem Nachweis über eine Belehrung des Gesundheitsamtes zum Infektionsschutz und einem aktueller Auszug aus dem Schuldnerverzeichnis des Amtsgerichts etwa.

All diese Unterlagen liegen nach Auskunft der zuständigen Trierer Stadtverwaltung bislang allerdings nicht vor. Eine Gaststättenerlaubnis sei für den neuen Biergarten „The Benedict“ bis dato nicht schriftlich beantragt und daher auch nicht erteilt worden, bestätigte Rathaus-Pressesprecher Michael Schmitz am Montagnachmittag auf Volksfreund-Nachfrage.

Dass keine Konzession für den Betrieb des Biergartens vorliegt, hat offenbar weder Markus Friedrich, Eigentümer des alten Central-Hotels in der Sichelstraße, in dessen Innenhof der Biergarten in den vergangenen Monaten hergerichtet wurde, noch den Betreiber, Koch Björn Swanson, gestört: Am Freitagmittag eröffnete „The Benedict“ seine Tore. In den ersten Tagen sollte es nur Getränke geben, ab dem 1. August dann auch feine Gerichte aus der Hand des Berliner Sternekochs, der selbst bei der Eröffnung seines Biergartens gar nicht dabei war.

Dabei hatte die Neueröffnung lange Schatten voraus geworfen. Der aus der bekannten Trierer Unternehmerfamilie Friedrich stammende Inhaber hatte schon früh angekündigt, dass niemand geringeres als Swanson dort für feine Küche sorgen werde. Noch am Montagmittag erklärte Friedrich gegenüber dem Volksfreund, dass der hochdekorierte Koch am kommenden Sonntag mit „weiteren Köchen“ aus Berlin anreisen werde, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Ab kommendem Dienstag, 2. August, werde „The Benedict“ dann den „echten Betrieb“ aufnehmen. Dass die fehlende Konzession ihm möglicherweise einen Strich durch diese Rechnung machen könnte, wusste Friedrich da offenbar noch nicht.

Auch nach dem Besuch des Ordnungsamts gab Friedrich sich am Montagnachmittag noch gelassen: „Die Tatsache, dass eine neue Gaststättenerlaubnis notwendig ist, obwohl der Betrieb schon einmal da war“, sei schlicht „unbekannt“ gewesen, erklärte Friedrich auf Volksfreund-Nachfrage. Mit „schon einmal da“ bezieht sich Friedrich offenbar auf den Sommer 2011. Vor elf Jahren hatte sein damaliger Geschäftspartner Angelo Kram in dem Innenhof schon einmal einen – deutlich kleineren – Biergarten eröffnet. Weil auch damals schon der eigentlich geplante Ausbau des denkmalgeschützten alten Hotel-Gebäudes zum Restaurant auf Eis lag, verabschiedete sich Kram nach nur einer Saison allerdings wieder von dem Projekt: Ohne Anbindung an feste Innen-Räumlichkeiten sei ein Biergarten nicht zu betreiben, erklärte der Gastronom damals gegenüber dem Volksfreund.

Aber auch ganz unabhängig davon: Nach mehr als zehn Jahren, komplettem Umbau und Neugestaltung des Innenhofs mit neuem Küchen-Container kann eine alte Gaststätten-Konzession nicht einfach übertragen werden – zumal die Konzession an den Betreiber gebunden ist. Und dieser ist nun mal nicht mehr Angelo Kram sondern Sternekoch Swanson.

Dieser habe „jetzt“ die fehlende Konzession beantragt, erklärt Friedrich denn auch auf Volksfreund-Nachfrage. Seiner Ansicht nach fehle ohnehin nur noch „das Führungszeugnis und die steuerliche Unbedenklichkeitserklärung. Alles andere ist schon lange erledigt“. Seitens der Stadtverwaltung hört sich das anders an: „Nach Auskunft der zuständigen Sachbearbeiterin liegen uns noch keine Unterlagen vor“, erklärt Rathaus-Pressesprecher Schmitz.

Ganz zu lassen müssen Friedrich und Swanson das „The Benedict“ übrigens auch ohne Konzession nicht: Alkoholfreie Getränke und kostenlose Speisen dürfen auch ohne Gaststättenerlaubnis ausgegeben werden.

Dieser Artikel wurde am 25. Juli veröffentlicht.