Trier-Ost/Gartenfeld: Aus für das Doppel-Projekt Agritius/Egbert

Stadtentwicklung : Aus für das Doppel-Projekt Agritius/Egbert

Auf dem Gelände der Egbert-Grundschule Trier wird kein Kita-Neubau entstehen. Das Projekt, die Schulsanierung damit zu verbinden, ist aus Denkmalschutzgründen vom Tisch.

Für Tausende Kinder und Jugendliche in Trier beginnt in den nächsten Tagen wieder der Alltag. Besonders spannend wird der Start für die Kinder der Kita St. Agritius. Weil das Gebäude im Gartenfeld wegen Schimmelbefalls geschlossen ist, werden sie ab Dienstag jeden Morgen mit dem Bus zur Grundschule Olewig gefahren. Dort stehen Räume zur Verfügung, die bis Mitte April übergangsweise die Kita Herz-Jesu genutzt hatte. „Bevor wir uns konkret zu der neuen Situation äußern, müssen wir erst einmal sehen, wie es dort ist und wie die Transporte funktionieren“, beantwortet die Agritius-Elternvertretung die Anfrage unserer Zeitung.

Die Nachricht von der notwendigen Räumung hatte im Februar die Eltern der damals 54 Kinder erschreckt. Nach Diskussionen war der Umzugstermin auf den 13. August verschoben worden. „Die Eltern waren zu jeder Zeit über das Vorgehen informiert“, sagt dazu eine Sprecherin des Bistums Trier, das die Pressearbeit für die katholische Kita gGmbH übernommen hat. Die Entscheidung, die Kinder mit dem Bus vom Gartenfeld zur Grundschule Olewig zu fahren, sei nach einer Elternbefragung getroffen worden. Die Verschiebung des zunächst für Mai geplanten Umzugs sei möglich gewesen, nachdem die Kellerräume abgeschottet und einige Bauteile im Erdgeschoss abgedeckt worden seien.

Weil das Gebäude auch ohne Schimmel zu klein für den wachsenden Bedarf im Stadtteil ist, entstand die Idee, neben dem Amphitheater, auf dem Gelände der Egbert-Grundschule, einen Neubau zu errichten. Die gemeinsame Nutzung bestimmter Bereiche sollte zudem Synergieeffekte und möglicherweise auch Kosteneinsparungen für die Sanierung der seit fünf Jahren geschlossenen Schule bringen. Doch diese charmante Lösung scheint nun endgültig an neuen Vorgaben des Denkmalschutzes für Weltkulturerbestätten zu scheitern. „Das Projekt, den Agritius-Kindergarten auch auf dem Gelände der Schule unterzubringen, ist aus Sicht von Baudezernent Andreas Ludwig vom Tisch“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Das lasse sich nach den Gesprächen mit dem Komitee für den Schutz der Welterbestätten (Icomos) absehen.

Auch das Bistum plant inzwischen nicht mehr mit einer Verlagerung der Kita St Agritius. „Die Stadt Trier und das Bistum haben sich darauf verständigt, eine Planungsstudie durchführen zu lassen, die die Generalsanierung der Bestands-Kita beinhaltet“, antwortet eine Sprecherin auf TV-Anfrage. Sofern dies baurechtlich möglich ist, soll die Kita am derzeitigen Standort an der Helenenstraße erweitert werden. Details zu der Planung gibt es noch nicht.

Sylvia Meyer-Stenzel ist Sprecherin des Elternbeirats der Egbert-Grundschule, deren Unterricht auch im kommenden Jahr in die reaktivierte Grundschule Kürenz ausgelagert ist. Die Kürenzer Kinder gehen in die Ambrosius Grundschule in Trier-Nord. „Wir Eltern sind nach den Rücksprachen mit der Stadt guter Dinge, dass die Sanierung unserer Schule in den kommenden drei Jahren realisiert wird“, sagt Meyer-Stenzel. Sie glaubt, dass auch ohne Erweiterung in Egbert ein guter Schulalltag möglich ist. „Für unseren Stadtteil ist die Sanierung wichtig, weil die Nähe der Schule zum Viertel Identität schafft. Wir wollen auch nicht in dem Ruf stehen, dass wir den Kindern in Kürenz das Gebäude wegnehmen.“ Ähnlich argumentiert Michael Düro. Der neue Ortsvorsteher von Trier-Mitte/Gartenfeld nennt das „Provisorium in Kürenz auf Dauer unbefriedigend“. Was die Schutzzone um das Amphitheater konkret für die nur im Bestand mögliche Sanierung der Egbert-Schule bedeutet, will er mit dem Ortsbeirat besprechen. „Mir fehlen noch die genauen Informationen dazu und zu der Frage, ob auch Ausnahmen möglich sind. Ich hoffe, dass noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.“

Die Stadt Trier hat inzwischen einen Architekten beauftragt, die Sanierung zu planen. Die Zuschüsse werden aus dem kommunalen Investitionsprogramm beantragt. Mit dem Bau könne nach Prüfung durch die Aufsichtbehörde und Bewilligung der Mittel begonnen werden, sagt ein Sprecher des Presseamts.

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