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Trier: Palais e.V. will Exhaus-Hort übernehmen nach der Insolvenz des Exzellenzhaus-Vereins

Kinderbetreuung : Rettung für den Trierer Exhaus-Hort

Der Trierer Jugendhilfeverein Palais e.V. will den Hort des Exzellenzhauses übernehmen. Ein neuer Träger ist nötig, weil der Exhaus-Verein Insolvenz anmelden musste. Mit der Übernahme wäre der Fortbestand der 45 Betreuungsplätze gesichert.

Die Uhr läuft für den Exhaus-Kinderhort. Hätte nicht der Insolvenzverwalter des pleite gegangenen Trägervereins höchstselbst eine Unternehmensgesellschaft (UG) gegründet, hätte der Hort schon vor Wochen vor dem Aus gestanden. Denn der zahlungsunfähige Exzellenzhaus e.V. hatte seine Geschäftstätigkeit im September einstellen müssen (der TV berichtete).

Insolvenzverwalter Thomas B. Schmitt hatte allerdings bei der Übernahme des Horts durch seine UG ein klares zeitliches Limit gesetzt: Bis zum 31. Dezember muss für die Kita ein neuer Träger gefunden sein, seine UG übernimmt nur bis zu diesem Datum die Geschäftsführung.

Nun bahnt sich eine Lösung an: „Ja, wir haben bei der Stadt beantragt, den Exhaus-Hort in unsere Trägerschaft zu übernehmen“, bestätigte Reinhold Spitzley, Geschäftsführer des Palais e.V., am Freitag auf TV-Nachfrage. Die Kita-Leitung sei im Oktober auf den Palais e.V. zugekommen und habe angefragt. „Und natürlich konnten wir uns das vorstellen. Zum einen, weil der Hort unter Druck steht und die Kinder auf das Angebot angewiesen sind. Zum anderen, weil wir ja auch schon einen Hort in Mariahof betreiben und daher die entsprechende Erfahrung haben.“ Sollte die Übernahme klappen, würde die Kita wie bisher weitergeführt – mit gleichem Konzept und den vertrauten Mitarbeitern.

Von der pädagogischen Idee her stehen sich der ehemalige Exhaus-Verein und der ebenfalls nicht-konfessionelle Palais e.V. nahe. Der allergrößte Teil der Trierer Kitas ist dagegen in Trägerschaft der zum Bistum gehörenden Kita gGmbH – mit katholisch ausgerichtetem Profil. „Der Palais e.V. ist prädestiniert für die Trägerschaft unserer Kita“, sagt denn auch Marion Acloque, stellvertretende Exhaus-Hortleiterin. „Wir würden uns jedenfalls sehr freuen, wenn die Übernahme klappt.“

In trockenen Tüchern ist die Sache noch nicht: Am Freitagabend diskutierte der Jugendhilfeausschuss den Wechsel. Am Donnerstag nächster Woche ist die Sache Thema im für die städtische Kinder- und Jugendhilfe zuständigen Dezernatsausschuss II unter Leitung von Dezernentin Elvira Garbes. Letztlich entscheidend ist die Zustimmung des Stadtrats, der sich zu seiner nächsten Arbeitssitzung am Dienstag, 8. Dezember, trifft. Auch das für die Betriebserlaubnis zuständige Landesjugendamt muss noch grünes Licht geben. Zum 31. Dezember 2020 könnte der Wechsel dann stattfinden.

Die Stadtverwaltung unterstützt den Antrag des Palais e.V., der eine „nahtlose Fortsetzung“ und damit die „Sicherstellung eines bedarfsgerechten Angebots“ gewährleiste. Sagt der Stadtrat ja, würden dem Palais e.V. „die für den Betrieb der Einrichtung erforderlichen Zuwendungen durch die Stadt Trier und das Land Rheinland-Pfalz in bisherigem Umfang weitergezahlt“. Der jährliche Zuschuss setzt sich zusammen aus 297 000 Euro pro Jahr für die Personalkosten, 2400 Euro als Verwaltungspauschale und 11 200 Euro für Sachkosten – wozu auch der Sonderbus zählt, den die Kita nach ihrem Umzug in die Ambrosius-Grundschule in Trier-Nord zum Transport der Kinder eingesetzt hat. Insgesamt sind das 310 000 Euro, die der Palais e.V. für den Betrieb des Horts mit 45 Betreuungsplätzen für Kinder im Grundschulalter erhalten würde.

Im Frühjahr 2019 musste die Einrichtung aus dem Exhaus-Stammsitz am Zurmaiener Ufer wegen Baufälligkeit des alten Gebäudes ausziehen. Auch unter dem neuen Träger bleibt die Kita erstmal im Ausweichquartier im Ambrosius-Gebäude untergebracht. „Die Ambrosius-Grundschule ist als Notunterkunft völlig in Ordnung“, sagt Palais-Geschäftsführer Spitzley. „Aber langfristig würden wir uns schon einen geeigneteren Standort wünschen.“ Gespräche dazu liefen bereits mit der Kita-Leitung und auch dem Ortsbeirat von Trier-Nord. Geeignete Immobilien seien bereits ins Auge gefasst. Spitzley: „Fest steht, dass der Hort dann im Stadtteil Trier-Nord bleiben wird.“