Angeklagter soll schuldunfähig sein 35-Jähriger soll in Trier eigene Wohnung in Brand gesetzt haben

Trier · Er soll das Feuer selbst gelegt und später die Nachbarn gewarnt haben. Ein 35 Jahre alter Trierer steht wegen Brandstiftung ab Donnerstag, 7. März, vor Gericht.

Trier: Prozess wegen Brandstiftung
Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Ein eher ungewöhnlicher Fall wird ab Donnerstag, 7. März, vor dem Landgericht Trier verhandelt. Die Staatsanwaltschaft legt dem 35-jährigen Angeklagten zur Last im September 2023 in Trier im Zustand der Schuldunfähigkeit, ein Wohnhaus in Brand gesetzt und teilweise zerstört zu haben.

Angeklagte soll Rauchmelder abgeschraubt haben

Laut Staatsanwaltschaft Trier hat der Angeklagte am späten Nachmittag des Tattags in seiner Mietwohnung den Rauchmelder in seinem Schlafzimmer abgeschraubt, bevor er mehrere mit Brennspiritus versetzte Textilien auf zwei Haufen legte. Anschließend habe der Mann die beiden Textilhaufen mit einem Feuerzeug angezündet, woraufhin das Feuer unter anderem auf die Wände und die Decke des Schlafzimmers übergegriffen habe.

Nachdem der Mann das Feuer gelegt hat, soll er aus einem Fenster seiner Wohnung gesprungen sein. Dann habe er geholfen, die Bewohner des Mehrfamilienhauses auf das Feuer aufmerksam zu machen.

Der durch eine Nachbarin alarmierten und wenige Minuten später eingetroffenen Feuerwehr sei es gelungen, den Brand zu löschen. „Ohne deren Einschreiten wäre das innenliegende Treppenhaus des Hauses durch den austretenden Rauch oder den Brand als Fluchtweg versperrt gewesen“, heißt es in der Anklageschrift. Durch den Brand wurde die Wohnung unbewohnbar. Der Sachschaden belief sich auf rund 100.000 Euro.

Staatsanwaltschaft geht von Schuldunfähigkeit aus

Der Angeklagte ist strafrechtlich bereits in Erscheinung getreten und befindet sich aktuell in einem psychiatrischen Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem schwere Brandstiftung vor. Deshalb droht ihm normalerweise eine Gefängnisstrafe zwischen einem und zehn Jahren. Eine Rolle bei der Strafbemessung wird vermutlich spielen, dass die Tat laut Staatsanwaltschaft im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen worden ist. Es sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt.

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