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Trier-Ruwer - Ersetzt ein Kreisel die unübersichtliche Kreuzung?

Holperstrecke : Unübersichtliche Kreuzung in Trier-Ruwer: Kommt jetzt ein Kreisel?

Die Ruwerer Straße zwischen Ruwerbrücke und dem Ortsausgang Richtung Trier-Nord ist eher Zumutung als Verkehrsweg: Die Fahrbahn ist in einem jämmerlichen Zustand. Und die Verkehrssituation an der Einmündung Fischweg ärgert täglich Hunderte Verkehrsteilnehmer. Nun tut sich etwas.

Man kennt das. Sobald es größere Reparaturarbeiten an einer Straße und somit Verkehrsbehinderungen gibt, geht das Geschrei los. „Die Straße ist doch in einem Top-Zustand“ oder „Es gibt andere Straßen, die in einem viel schlechteren Zustand sind“, heißt es dann. Bei der Ruwerer Straße wird das wohl niemand sagen. Seit 20 Jahren wünschen sich die Einwohner des Stadtteils, dass die Straße zwischen dem früheren Bahnübergang und der Ruwerbrücke endlich erneuert wird.

Auch viele Bewohner aus dem unteren Ruwertal sind von der aktuellen Verkehrssituation genervt. Wer beispielsweise von Trier aus nach Mertesdorf will oder von Kasel aus Richtung Kenn, der wird ebenfalls unzufrieden sein. Denn die Einmündung des Fischwegs (Landesstraße 149) ist in einem verkehrstechnischen Zustand, der an die Zeiten erinnert, als der letzte Personenzug vom in der Nähe liegenden Bahnhof abfuhr: Das war Mitte der 1980-er Jahre.

Ortsvorsteherin will Kreisel

Seit mehr als 20 Jahren sind die Einmündung des Fischwegs und der Zustand der Ruwerer Straße (Landesstraße 145) Thema, sagt Ortsvorsteherin Christiane Probst (UBT). Quer durch alle politischen Gruppierungen werde darauf gedrängt, dass sich dort etwas tut. „Ich bin dafür, dass möglichst bald dort ein Kreisel gebaut wird“, sagt die Ortsvorsteherin.

Nun ist das mit den Wünschen in Trier so eine Sache. Wie bei den Schulen, so gibt es auch bei den Verkehrsprojekten viele Vorhaben. Doch Personal und Geld sind all zu oft begrenzende Faktoren. Nun kommt Bewegung in die Sache. Triers Baudezernent Andreas Ludwig war nämlich dienstlich unterwegs im Landkreis Trier-Saarburg.

Im Bau-, Umwelt- und Planungsausschuss des Verbandsgemeinderats Ruwer hat er eine studentische Abschlussarbeit vorgestellt. Diese zeigt Möglichkeiten auf, was am Knotenpunkt im Trierer Stadtteil möglich wäre. Dazu sagt Rainer Dederichs, Sprecher der Verbandsgemeindeverwaltung Ruwer: „Der Mündungsbereich des Fischwegs im Stadtteil Ruwer ist verkehrstechnisch und touristisch von besonderer Bedeutung für die Verbandsgemeinde Ruwer“. Die dort einmündende Straße sei eine bedeutende Erschließungsstraße für die VG .

Vertreter aus der VG Ruwer haben Favoriten

Die Vertreter der Verbandsgemeinde Ruwer begrüßen nach Auskunft von Dederichs die vorgestellte Variante „Verkehrskreisel mit Bypass“ und wünscht eine zeitnahe Realisierung einer baulich attraktiven und verkehrstechnisch zukunftsorientierten Lösung,

Stellt sich die Frage, wie der Kreisel mit Bypass aussieht. Dazu sagt Ralph Kießling, Sprecher der Stadtverwaltung Trier, dass die Abschlussarbeit thematisch mit der Stadt Trier abgestimmt wurde. Bestimmte Aspekte seien mitbehandelt worden, die zukünftig planerisch detaillierter aufgegriffen werden können. Da es sich um eine persönliche Arbeit handelt, könne diese nicht von der Stadt herausgegeben werden.

Pläne öffentlich zu sehen

Wer die Sitzung des Ausschusses der VG Ruwer verpasst hat, muss nicht in die Röhre schauen. Die Arbeit soll in der Sitzung des Dezernatsausschusses IV (Dienstag, 29. November, 17 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses) vorgestellt werden. Informiert werden soll auch in der Sitzung des Ortsbeirats Ruwer am 7. Dezember.

Wie Stadtsprecher Kießling sagt, müsse nun von der Stadt Trier abgestimmt werden, „ob eine Nachverfolgung des Projekts und eine konkrete, planerische Bearbeitung des entsprechenden Bereichs erfolgen soll.“ Dazu muss in städtischen Gremien ein Bedarfs- und Grundsatzbeschluss gefasst werden. „Sollten diese Beschlüsse positiv ausfallen, wird die Maßnahme als Projekt in die städtische Haushaltsplanung integriert und vorbehaltlich der politischen Prioritätensetzung in die Maßnahmenliste der städtischen Verkehrsbaumaßnahmen aufgenommen.“

Projekt seit 2018 in der Planung

In einer Maßnahmeliste steht das Vorhaben bereits. Und zwar im so genannten Zehn-Jahres-Konzept aus dem Jahr 2018. Darin enthalten sind Vorhaben wie Neuanbindung Aveler Tal bis zur Autobahn (ursprünglich geplant 2023 bis 2026) oder der Ausbau von Aul- und Arnulfstraße (ursprünglich geplant 2023 bis 2028). Und eben auch ab Ende 2024 eine 19-monatige Bauzeit für die Neugestaltung der Ruwerer Straße einschließlich Einmündung Fischweg.

Für einige Einwohner Ruwers ist es gut, dass es in Trier durchaus vorkommt, dass es mit Projekten etwas länger dauert. Denn anders als erwartet habe sich laut Ortsvorsteherin Probst gezeigt, dass die Ruwerer Straße in einem so schlechten Zustand ist, dass es mit einer Sanierung nicht getan ist.

Stattdessen ist der Ausbau der Straße notwendig. Und bei dem werden Anliegerbeiträge fällig. Ähnlich wie in anderen Stadtteilen würden hohe Summen auf die direkten Anlieger zukommen, wenn es Einmalbeiträge gibt. Seit diesem Jahr gibt es in Ruwer jedoch wiederkehrende Beiträge. Das bedeutet, dass alle Grundstücksbesitzer im Stadtteil sich an den Kosten beteiligen müssen. Und nicht nur die direkten Anlieger.