Trier-Saarburger Kreisausschuss beschäftigt sich mit Plänen für Globusmarkt im Kreis

Einzelhandel : Skeptische Blicke aus dem Kreis auf Trierer Globus-Pläne

Die Ansiedlung großer Geschäfte in Trier betreffen auch die Gemeinden im Umland. Das ist einer der Gründe dafür, dass sich der Kreisausschuss am Montag mit dem Einzelhandelskonzept der Stadt beschäftigt.

Die mögliche Ansiedlung eines 10 0000 Quadratmeter großen Globus-Marktes in der Niederkircher Straße in Trier-Euren wirkt sich auch auf die umliegenden Gemeinden aus. Solch großflächige Gewerbeansiedlungen sind auch für die Kreispolitik relevant. Deshalb beschäftigt sich der Trier-Saarburger Kreisausschuss in seiner Sitzung am Montag, 26. August, ab 17 Uhr unter anderem mit der Einzelhandelskonzept der Stadt Trier.

In der Sitzungsvorlage heißt es, dass aufgrund der Berichterstattung des TV gefolgert werden könne, dass die „Fortschreibung des Trierer Einzelhandelskonzepts auch wegen der Ansiedlungsinteressen der Firma Globus im Gewerbegebiet Euren zum jetzigen Zeitpunkt erfolgt“. Weitere konkrete Äußerungen zu dem geplanten Großprojekt sind nicht in der Vorlage zu finden. Es wird nur angemerkt, dass dem Kreis weder das Verträglichkeitsgutachten, das die Firma Globus eigens in Auftrag gegeben hatte, noch das Gutachten des Handelsverbands der Region vorlägen.

Deshalb äußert sich die Kreisverwaltung in der Vorlage nur allgemein zur Ansiedlung von Unternehmen mit mindestens 5000 Quadratmetern. Grundsätzlich geht der Kreis davon aus, dass neue Handelsgroßprojekte in Trier, insbesondere an neuen Sonderstandorten,  für bestehende Angebote Umsatzverluste mit sich bringen. „Dies kann Angebote in der Stadt selbst, aber auch im Umland betreffen“, erklärt die Kreisverwaltung. Für bestehende Angebote werde es so schwerer, sie attraktiv zu halten, neue Betriebe würden erst gar nicht angesiedelt, weil dafür die betriebswirtschaftlichen Grundlagen fehlten.

Trotzdem teilt der Kreis die Auffassung, dass Großvorhaben im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden sollten, wenn es in der Innenstadt keine Alternative gebe. Dies setze aber voraus, „dass im Vorfeld konkreter Vorhaben eine informelle oder formelle Abstimmung“ über die möglichen Auswirkungen solcher Ansiedlungen auf möglicherweise betroffene Nachbarorte stattfinde. Der Kreis empfiehlt, ein abgestimmtes Vorgehen zur Prüfung der Verträglichkeit zu vereinbaren. „Diese Vorgehensweise sollte im Bedarfsfalle selbstredend auch bei eventuellen Vorhaben in den Mittelzentren des Umlands Anwendung finden“, heißt es weiter. Ob die Sitzungsvorlage damit zum Beispiel auf die geplante Erweiterung der Verkaufsflächen von Möbel Martin in Konz um 8500 Quadratmeter anspielt, bleibt offen.

Konkret wird darin nur noch die geplante Ansiedlung eines Rewe-Markts in Föhren genannt. Im Trierer Konzept heißt es, dass das Nebenzentrum Schweich in Bezug auf die Pläne für das Schweicher Umland positioniert werden müsse. Der Kreis betont,  „dass die Vorhaben in der Stadt Schweich und in Föhren/Hetzerath mit den Landesplanungsbehörden und der Planungsgemeinschaft Trier auf Grundlage von Gutachten abgestimmt wurden“.

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