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Trier sagt Tagesmüttern Unterstützung zu

Kostenpflichtiger Inhalt: Update : Tagesmütter: Stadt und Kreis sagen längerfristige Unterstützung zu

Nach der Stadt Trier hat nun auch der Landkreis Trier-Saarburg angekündigt, Tagesmütter, die derzeit wegen der Corona-Krise keine Kinder betreuen, weiter zu bezahlen.

Detlef Placzek, Präsident des Landesamt für Jugend, Soziales und Versorgung, hat einen Appell an die Kommunen gerichtet: Wenn Tagesmütter oder -väter wirtschaftliche Nachteile durch die Corona-Pandemie erleiden, sollten die Kommunen finanzielle Unterstützung leisten. „Diesem Appell schließt sich das Bildungsministerium an. Den Kindertagespflegepersonen sollen durch die Corona-Pandemie keine wirtschaftlichen Nachteile entstehen“, erklärt Sabine Schmidt, Pressesprecherin des Bildungsministeriums auf Nachfrage des TV.

Die Stadt Trier hatte den Tagesmüttern zuvor mitgeteilt, dass sie nur zwei Wochen lang weiter Geld erhalten würden für den Fall, dass Eltern ihre Kinder aus Angst vor dem Coronavirus von der Betreuung abmelden. Der Landkreis hatte gegenüber dem Trierischen Volksfreund erklärt, die Tagesmüttern in seinem Zuständigkeitsbereich vier Wochen lang weiter zu bezahlen. Nun haben sowohl Stadt als auch Landkreis längere Unterstützung zugesagt.

Michael Schmitz, Pressesprecher der Trierer Stadtverwaltung, erklärt, dass die Stadt den Appell des Landesamts für Soziales, Jugend und Versorgung umsetzen werde: „Wenn eine Tagesmutter ihre Betreuungsleistung weiter erbringen kann und erbringen will, wird sie von uns zunächst auch weiterhin die Förderung erhalten“, verspricht Schmitz.

Am Montagabend beschloss auch der Kreisvorstand, die Tagesmütter zumindest für den gesamten Monat April weiter zu bezahlen. „Und zwar nach wie vor unabhängig davon, ob und – wenn ja – aus welchen Gründen sie ihre Tagespflegestelle geschlossen haben oder einzelne Kinder nicht mehr betreuen“, teilt Martina Bosch, Pressesprecherin der Kreisverwaltung mit. Diese Fortzahlung der Tagespflegeentgelte belastet den Kreishaushalt durchschnittlich mit rund 100 000 Euro pro Monat, beziffert Bosch.

Im Stadtgebiet Trier gibt es 142 Tagesmütter, die insgesamt 433 Kinder betreuen, für die das Jugendamt die Kosten übernimmt. Im Landkreis sind es 70 Tagesmütter mit 205 Kindern. Die Tagesmütter übernehmen damit eine wichtige Aufgabe, die sonst die Kommunen selbst stemmen müssten. Denn die Betreuungsplätze in den regulären Kitas decken die Nachfrage nicht. Immer noch gibt es Wartelisten.