Trier: Sanierung des C-Gebäudes der IGS soll im Februar 2020 fertig sein

Schulen : Auf dem Trierer Wolfsberg geht’s voran

Eine massive Planungspanne hat die Sanierung der Integrierten Gesamtschule um ein weiteres Jahr verzögert. Doch im Februar sollen die Schüler endlich einziehen können.

Rohre und Kabel sind mittlerweile verlegt. Im zweiten Obergeschoss wird derzeit der Estrich als Unterbodenbelag hergerichtet. An der Fassade sind noch Restarbeiten zu erledigen: Die 10,8-Millionen-Euro-Generalsanierung des C-Traktes der Integrierten Gesamt­schule auf dem Trierer Wolfsberg scheint auf der Zielgeraden. Nach etlichen Hürden und erzwungenen Bremsmanövern.

Wegen Planungsfehlern hatte sich die Sanierung im vergangenen Herbst weiter verzögert (siehe Info). Die Heizungs- und Elektromonteure waren sich damals auf der Baustelle in die Quere gekommen, als beide an den gleichen Stellen ihre Leitungen verlegen wollten. Eine sogenannte Kollisionsplanung, die normalerweise sicherstellt, dass die verschiedenen Gewerke sich nicht ins Gehege kommen, war schlicht vergessen worden. Dazu kamen weitere Pannen. Zum Beispiel war die vorgesehene und bereits in Auftrag gegebene neue Heizungtherme viel zu klein dimensioniert, um den kompletten Schulbau versorgen zu können. „Die Liste der festgestellten Planungsmängel ist umfangreich“, räumte die Stadtverwaltung im November 2018 auf TV-Nachfrage ein.

Die Stadt war als Bauherrin davon ausgegangen, dass zwei beauftragte Planungsbüros ihre Arbeiten untereinander koordinieren. Mit einem liegt das Rathaus mittlerweile im Clinch: Dem Büro sei „mit anwaltlicher Hilfe“ gekündigt worden, teilt Rathauspressesprecher Michael Schmitz mit. Die Baumängel habe man mit Fotos und Videos dokumentiert. Die Stadt will das Ingenieurbüro auf Schadenersatz verklagen.

Als die Planungsfehler im vorigen Herbst erkannt waren, nahm das Amt für Gebäudewirtschaft die Sache selbst in die Hand: „Durch das gute Zusammenwirken von der Gebäudewirtschaft Trier und den beteiligten Handwerkern konnten die bestehenden Kollisionen aufgelöst und der ordnungsgemäße Bauverlauf sichergestellt werden“, erklärt die Stadt. Auch die Heizung wurde neu geplant: Der Wärmebedarf der beiden Schultrakts habe dafür neu berechnet und eine neue Heizungsanlage konzeptioniert werden müssen.

Dass die Sanierung des alten Schulgebäudes teurer werden würde als geplant, war bereits klar, bevor die Planungsfehler bei Heizung und Elektro bekannt wurden. Trotzdem sollen  die zuletzt festgesetzten 10,8 Millionen Euro „nicht signifikant überschritten werden“, teilt Rathaussprecher Schmitz mit. Mit dazu beitragen, dass dieser Kostenrahmen nicht gesprengt wird, sollen auch die beabsichtigte Klage der Stadt auf Schadenersatzzahlungen des beteiligten Planungsbüros.

Im November 2018 hatte die Stadtverwaltung davon gesprochen, dass die Sanierung des C-Gebäudes Ende 2019 fertig sein soll. Nun soll es Ende Februar 2020 werden. Der Grund: Wegen der Verzögerungen hat das ursprünglich beauftragte Malerunternehmen den Job gekündigt – offenbar, weil die Firma zwischenzeitlich andere Aufträge übernommen hat und ihr nun die Zeit fehlt. Als öffentlicher Auftraggeber musste die Stadt die Malerarbeiten europaweit neu ausschreiben. Derzeit laufen die Angebote ein.

Aus der verunglückten Generalsanierung des C-Gebäudes der IGS will die Stadt ihre Lehre ziehen – und es beim maroden L-Gebäude besser machen. Derzeit untersucht ein Ingenieurbüro diesen größeren L-Trakt auf seine statische Beschaffenheit. „Ziel ist, Überraschungen wie bei Gebäude C zu vermeiden – zum Beispiel unterdimensionierte Treppenläufe, schadhafte Betondecken und so weiter“, erläutert Pressesprecher Michael Schmitz. Das Ergebnis der Bauanalyse soll Mitte Juli vorliegen.

Nach den großen Problemen mit dem C-Gebäude will die Stadt dort nicht mehr eigenständig tätig sein: „Für die Planung und Umsetzung der Sanierung des L-Gebäudes werden wir externe Planer suchen“, erklärt Schmitz. Und anders als beim C-Gebäude soll die Planung diesmal an eine feste Arbeitsgemeinschaft aus Architektur- und Haustechnikplanern vergeben werden. Dass Elektriker und Heizungsmonteure sich noch mal darüber streiten, wer wo seine Leitungen verlegen darf, soll nicht mehr vorkommen.

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