Trier setzt auf die Kraft der Sonne

Trier setzt auf die Kraft der Sonne

Eine 3,5 Hektar große Brachfläche auf dem Petrisberg soll zu Triers größter Solaranlage werden, betrieben vom neuen Geschäftsbereich Photovoltaik der Bürgerservice GmbH. Doch der Stadtrat verwies den Beschluss zurück in den Ausschuss.

Trier. 15 Arbeitsplätze sind in den vergangenen zwölf Monaten innerhalb der Bürgerservice GmbH durch Projektarbeiten mit Solarstrom entstanden. Die gemeinnützige Gesellschaft (siehe Hintergrund) will das bereits sehr aktive Geschäftsfeld Photovoltaik in eine 100-prozentige Tochtergesellschaft ausgliedern.

Die Bürgerservice GmbH arbeitet bereits seit 2008 mit Partnern wie der Phoenix Solar AG aus Süddeutschland zusammen, der Rahmenvertrag hat ein Volumen von 100 Millionen Euro. Die neue Bürgerservice-Tochter will Produkte und Dienstleistungen im Bereich der regenerativen Energien generieren und umsetzen. Photovoltaik bildet den Kernbereich dieses Unternehmens. Der Bau der Anlagen, Projekt- und Standortentwicklung und Vermarktung und auch der Handel und Vertrieb von Anlagen und Modulen prägen die Arbeit des neuen Tochterunternehmens, das sich unabhängig von der Mutter am Markt positionieren soll. Bau-, Montage- und Wartungsarbeiten werden von der Bürgerservice GmbH eingekauft, und die Gewinne werden grundsätzlich an die Muttergesellschaft ausgeschüttet.

Die Stadt Trier hat sich durch ihre Mitgliedschaft im Klimabündnis selbst das Ziel gegeben, die CO{-2}-Emmissionen alle fünf Jahre um zehn Prozent zu senken. Dabei soll de neu gegründete Bürgerservice-Tochter helfen - durch die Errichtung der ersten Freiflächen-Photovoltaikanlage. Auf 3,5 Hektar soll die Kraft der Sonne eingefangen werden. Die von der Verwaltung ausgesuchte Fläche liegt auf dem Petrisberg: ein Hang, der oft Sammelplatz von Müll und Bauschutt war.

Der Stadtrat muss den Flächennutzungsplan ändern und einen Bebauungsplan aufstellen, um die baurechtliche Grundlage für dieses Projekt zu schaffen. Während die Gründung der Bürgerservice-Tochter gestern Abend ohne jede Diskussion einstimmig angenommen wurde, sorgte der Standort Petrisberg für heiße Diskussionen. CDU, UBM, FDP und auch die Grünen verweigerten dem Projekt die direkte Zustimmung und setzen durch, es zurück in den Ausschuss zu schicken. Plädoyers von OB Klaus Jensen und Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani für den Standort Petrisberg nutzten nichts.Hintergund Die Bürgerservice GmbH wurde 1987 gegründet und beschäftigt 320 Menschen in sieben Betriebsstätten in der Region Trier. Das gemeinnützige Unternehmen nimmt sich der Menschen an, die auf dem regulären Arbeitsmarkt nicht die besten Chancen haben. Insbesondere Menschen mit Behinderungen hat die Gesellschaft im Fokus. Ziel ist es, diese mit Hilfe von bezuschussten Projekten und Maßnahmen für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren und dauerhafte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen. (jp)

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