Bilder aus dem Archiv des Trierischen Volksfreunds Als ein Auto mitten im Trierer Dom parkte

Trier · Angefangen hat es mit einem Stein, der sich 1959 aus einem Gewölbe im Trierer Dom gelöst hatte. Es folgten 15 lange Jahre Renovierung. In dieser Zeit war die Kirche für Besucher zeitweise geschlossen. Hin und wieder durften Fotografen die Baustelle besuchen. Wie es im Dom und drumherum damals aussah.

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Foto: TV/Josef Tietzen

Insgesamt umgerechnet 20 Millionen Euro kostete nach Auskunft des Bistums die Renovierung des Trierer Doms, die 1974 abgeschlossen wurde. 83 Firmen und Handwerksbetriebe waren daran beteiligt, teilweise arbeiteten bis zu 380 Menschen auf der Baustelle. 766 Tonnen Kalk und Zement sowie 450 Tonnen Stahl wurden verarbeitet.

Streit um die „Hohe Halle“

Jahrelang ist das Gotteshaus eine Baustelle gewesen, in der mehr als nur einmal mächtig Staub aufgewirbelt worden ist. Wie die Berichte und Fotos aus dem Archiv des Trierischen Volksfreunds zeigen, ist es auch jenseits der Arbeiten am Gebäude hoch her gegangen. Unter anderem hat es einen handfesten Streit gegeben. Die Architekten Gottfried Böhm und Nikolaus Rosiny wollten den Bereich zwischen Dom und Liebfrauen mit einer „Hohen Halle“ überspannen. Die bis zur Ausführungsreife gediehene Planung werden dann schließlich aus kirchenrechtlichen Gründen verworfen. Unter anderem, weil sich Geistliche in einer Unterschriftenaktion gegen die Ideen ausgesprochen hatten. Ein für diese Zeit sicher bemerkenswerte Angelegenheit.

Und fix musste es dann schließlich auch noch geben. Denn alles sollte zum Domweihfest am 1. Mai 1974 fertig sein. Das hatte der damalige Bischof Bernhard Stein an Pfingsten 1973 verkündet. Ohne Rücksprache mit den Architekten oder den Bauleuten. Deshalb musste beispielsweise die neue Orgel aufgebaut werden, obwohl drumherum noch gearbeitet wurde.

Goldgrube für Archäologen

Die Bilder zeigen auch, dass die mehr als 1000-jährige Baugeschichte des Doms immer wieder für Überraschungen gut war. Der Boden erwies sich als wahre Goldgrube für Archäologen. Unter anderem wurden Deckenmalereien gefunden. Diese sind im Diözesanmuseum zu sehen. Dort informiert noch bis zum September eine Ausstellung über die Renovierungsarbeiten und darüber, wie Künstler den Dom gesehen haben.

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