Trier: So soll der Tufa-Neubau aussehen

Infrastruktur : Das sind die Pläne für den Tufa-Neubau

Das Kulturzentrum wünscht sich einen möglichst einfachen, schlichten Anbau, in dem nach der Zwischennutzung durch das Theater später der große Tufa-Veranstaltungssaal untergebracht werden soll.

Die Toiletten sind völlig überaltert, das Textorium – die an das Kulturzentrum Tufa angeschlossene Kneipe – oft überfüllt, und wer schon mal einen Blick in die Künstlergarderoben geworfen hat, weiß, dass sich die Sänger und Schauspieler dort nicht nur mit allerkleinstem Raum zufrieden geben müssen, sondern auch, dass das Ambiente keinesfalls eine erholsame Auszeit vom Bühnenstress gewährt.

Es fehlen Probe- und Workshop-Räume. Dazu kommt, dass der große Saal für bestimmte Veranstaltungen zu klein ist, die Bühne zu niedrig und die Sicht von vielen Plätzen aus schlecht. Die Gebäude erfüllen nicht mehr die aktuellen Anforderungen an den Brandschutz – der große Saal darf daher nur noch für knapp 240 Zuschauer bestuhlt werden.

Dass die Tufa dringend komplett saniert werden muss, ist den Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung bewusst. „Nach mittlerweile 30-jähriger Nutzung und stetigem Wachstum sind die Räumlichkeiten der Tufa zu beengt und bei weitem nicht ausreichend“, heißt es denn auch in einem Papier aus dem Kulturdezernat. Konkrete Pläne für eine Gesamtsanierung gibt es allerdings nicht – steht doch in den nächsten Jahren zunächst die ebenfalls dringende Generalsanierung des Stadttheaters an.

Dieses 50-Millionen-Mammutprojekt soll allerdings auch die Tufa zumindest einen Schritt weit nach vorne bringen: Neben dem Kulturzentrum, an der Ecke Wechselstraße/Gervasisusstraße, dort, wo derzeit noch der Bauspielplatz Tufatopolis ist, soll ein Neubau entstehen. Gedacht ist dieser zunächst als Ausweichstandort für den Stadttheaterbetrieb während der Sanierung des Großen Hauses am Augustinerhof. Nach der Bauphase, die bis Sommer 2024 dauern soll, und dem Rückzug des Theaters in sein Stammhaus soll das Gebäude der Tufa zur Verfügung gestellt werden (der TV berichtete).

Der Stadtrat soll in seiner Sitzung am Dienstag, 29. Januar, den Grundsatzbeschluss für den Neubau fassen. Die Beschlussvorlage nennt Details dazu, wie der spätere Tufa-Saal aussehen soll:

Größe Insgesamt soll der Neubau eine Nutzfläche von rund 1265 Quadratmetern haben, rund 300 Quadratmeter davon entfallen auf den Zuschauerraum, rund 200 Quadratmeter auf Haupt- und Hinterbühne. Das Foyer mit Eingang, Kasse und Wartezone soll rund 400 Quadratmeter in Anspruch nehmen. Die restlichen rund 365 Quadratmeter verteilen sich auf Regie, Künstlergarderoben, Lager, Stuhllager und zumindest zum Teil barrierefreie Toilettenanlagen.

Der Saal Der neue große Saal der Tufa soll rund 500 Quadratmeter Fläche haben, unterteilt in eine Bühne von 200 Quadratmetern und einen Zuschauerbereich, der mit einer ausziehbaren Teleskop-Tribüne ausgestattet wird und die bis zu 360 Sitzplätze bietet. Dadurch, dass die Tribüne zusammengefahren und die Bühne flexibel abgebaut werden kann, entsteht „durch die unterschiedliche Gestaltung der Bodentopografie ein Raum für experimentelle Theaterformen, jedoch auch ein Raum für Veranstaltungen ohne Bestuhlung“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Kosten Für den Neubau sind insgesamt gut 6,9 Millionen Euro veranschlagt. Die Kostenschätzung bezieht sich allerdings auf den Baukostenindex des Jahres 2018. In den vergangenen vier Jahren hat die Baupreissteigerung allerdings pro Jahr rund 3,1 Prozent betragen. Entsprechend müsste mit weitere Kostensteigerungen gerechnet werden, heißt es in der Beschlussvorlage  – je länger der Bau sich verzögert, desto teurer wird er also.

Die weiteren Schritte Der Sanierung des Stadttheaters wird Vorrang gegeben, die Zukunft der Tufa soll dabei allerdings fest im Blick behalten werden: In den Jahren, in denen das Stadttheater zunächst den Neubau nutzen wird, soll der Betrieb im Altbau der Tufa nicht nur weiterlaufen, angedacht ist auch ein Verbindungsbau zwischen den beiden Versammlungsstätten. Nach dem Auszug des Theaters sollen die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen des Altbaus realisiert werden können, ohne, dass die Tufa auch nur vorübergehend geschlossen werden muss. Bei der Generalsanierung des Tufa-Altbaus soll ein neuer Eingangs- und Foyerbereich mit einem Info-Schalter für das gesamte Gebäude – inklusive kleiner Saal – entstehen. Der bisherige große Saal soll zugunsten der Gaststätte Textorium (bislang rund 50 Sitzplätze) verkleinert werden. In den Obergeschossen des Altbaus sollen Besprechungsräume, Büroflächen sowie Workshop- und Proberäume entstehen. „Es ist unabdingbar, dass die Planung des Neubaus die später notwendig werdende Sanierung und den Umbau des Tufa-Altbaus einschließt und eine Gesamtstrategie für alle Bauabschnitte aufzeigt, um frühzeitig Fehlsteuerungen zu vermeiden“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage für den Stadtrat. Die Planung des Neubaus neben der Tufa und deren spätere Gesamtsanierung soll daher möglichst in die Hände des selben Planungsbüros gegeben werden.

Parkplätze „Eine Tiefgarage oder zusätzliche Parkfläche ist nicht geplant“, erklärt Kulturdezernent Thomas Schmitt auf TV-Nachfrage. Schließlich stünden auch während der Interimsspielzeit des Stadttheaters im Tufa-Neubau die Stellplätze auf dem Augustinerhof zur Verfügung. „Und auch die Tiefgarage am Viehmarkt ist in den Abendstunden nie ausgelastet und liegt in unmittelbarer Nähe der Tufa“, sagt Schmitt. Vorgesehen sei, dass direkt an der Tufa noch ein, zwei Parkplätze für gehbehinderte Menschen eingerichtet würden.

Die Tufa hat ihre gemäß den Vorgaben für Veranstaltungsstätten geforderten offiziellen 71 Parkplätze übrigens auf dem – kostenpflichtigen – Parkplatz an der Spitzmühle (neben dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium) ausgewiesen – laut dem Straßendienst Googlemaps immerhin knapp 700 Meter oder zehn Minuten zu Fuß entfernt.

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