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Trier: Sozialwohnungsbau in Filsch verzögert sich

Stadtentwicklung : Stadt Trier verzettelt sich beim Sozialwohnungsbau

Für den Neubau an der Trierer Carl-Carstens-Straße gibt’s noch gar keine Genehmigung. Die Stadt kommt mit der Arbeit nicht nach.

Dabei hätte man annehmen können, dass gerade dieses Projekt gut vorangehen würde. Denn die Stadt ist in diesem Fall Bauherr und Genehmigungsbehörde in einem (siehe Info). Tatsächlich ist die Sache aber ausgerechnet im Rathaus schiefgelaufen. Warum, ist nicht einfach nachzuvollziehen. Denn die Wege des Genehmigungsverfahrens sind verschlungen: Die Federführung für den Sozialwohnungsbau liegt bei Sozialdezernentin Angelika Birk. Diese hat die Durchführung des Baus beim Stadtplanungsamt intern in Auftrag gegeben. Die Ursache dafür, dass das Verfahren so lange gedauert hat – etwa wegen Abspracheproblemen oder zu viel Arbeit für zu wenige Mitarbeiter – könne er ohne weitere Recherche nicht beantworten, erklärt Baudezernent Ludwig im Gespräch mit dem TV. „Aber wir haben uns offenbar einfach zu viel vorgenommen. Und dann sind auch noch Mitarbeiter erkrankt, und mehr als arbeiten können wir nicht“, sagt er.

Unterschriftsreif ist das Gemeinschaftswerk von Sozial- und Baudezernat jedenfalls erst am Dienstag vergangener Woche gewesen.

Mit den Signaturen von Birk und Ludwig liegt der Bauantrag nun bei der städtischen Bauaufsichtsbehörde. Normalerweise warten Bauherren schon mal mehrere Monate auf die Genehmigung ihrer Bauanträge. Ob’s bei diesem internen Sonderfall schneller geht, dazu könne und wolle er sich nicht äußern, sagt Baudezernent Ludwig. „Aber größere Probleme dürfte es nicht geben, alle Unterlagen liegen vollständig vor.“

Statt wie geplant in diesem Herbst kann die Baugrube nun voraussichtlich erst im Januar ausgehoben werden. „Die Bodenplatte gießen wir dann nach dem Winterfrost, im späten Februar oder März“, sagt Ralf Tenhofen, Bauleiter der Firma Kleusberg, die das Wohnhaus im Auftrag der Stadt errichtet. Die Anlieferung der Fertigmodule, aus denen der Eckbau mit 42 Wohnungen binnen 14 bis 20 Tagen zusammengesetzt wird, ist für Anfang Mai geplant. Anschließend muss der Bau innen und außen gedämmt, Stromleitungen müssen gezogen und Fliesen verlegt werden. Statt wie geplant im Frühjahr können die ersten Bewohner dann wohl im September einziehen – zumindest, sofern es keine weiteren Verzögerungen gibt.