Trier: SPD und Grüne haken nach in Sachen IGS und Walzwerk

Stadtpolitik : Probleme mit alten Hallen und neuer Schule

Das wird eine spannende Bauausschusssitzung: Die Grünen haken nach bei der Integrierte Gesamtschule, die SPD will mehr wissen zur Zukunft des Walzwerks.

Die Trierer SPD will am Donnerstag, 22. November, von Baudezernent Andreas Ludwig wissen, wie und ob die Stadtverwaltung über den Abriss der alten Hallen auf dem Gelände des Ex-Walzwerks in Trier-Kürenz informiert und seitens des Investors in diese Entscheidung eingebunden war. Denn die Pläne für das Gelände zwischen Domänen-, Nell- und Brühlstraße sahen bislang anders aus: Vor ziemlich genau zwei Jahren, am 17. November 2016, hatte der Trierer Stadtrat beschlossen, für das Walzwerkareal einen Bebauungsplan aufstellen zu lassen. Dass der Investor, der Trierer Bauriese Triwo, angekündigt hatte, die alten, riesigen Werkshallen weiter nutzen zu wollen – etwa als Ort für Veranstaltungen oder Messen –, erntete dabei besondere Zustimmung: „Das Konzept der Triwo AG zeichnet sich durch den geplanten Erhalt eines Teils der ehemaligen Industriehallen besonders aus“, heißt es in dem Stadtratsbeschluss, und zwei Absätze weiter: „Städtebaulich insbesondere zu begrüßen ist die Absicht zum Erhalt eines Teils der gestalterisch wertvollen ehemaligen Industriehallen“.

Doch daraus wird nichts: Die Triwo hat im September auf TV-Nachfrage angekündigt, die alten Hallen abzureißen (der TV berichtete), mittlerweile hat der Abbruch begonnen. Hintergrund sei die Ankündigung der Stadt, das Walzwerk-Gelände nicht als möglichen neuen Standort für das Trierer Stadttheater im Fokus zu haben, erklärte Triwo-Chef Peter Adrian. Bis dato habe er die größere der beiden Hallen für diesen möglichen Zweck vorgesehen – dafür, die Bestandsimmobilien anders zu nutzen, gebe es keine Pläne.

Statt der bei der Vorstellung des Konzepts für die Bebauung des Areals von Adrian angekündigten „80 bis 100 Wohnungen“ soll daher auf dem Gelände nach Vorstellungen der Triwo nun eine viel größere Wohnbaufläche entstehen – auf rund 30 000 Quadratmetern. Rein rechnerisch reiche das nun für rund 400 Wohneinheiten, hatte Adrian im September gegenüber dem TV erklärt

Baudezernent Andreas Ludwig bezweifelt, dass das Quartier – und die Verkehrswege drum herum – so viele Wohnungen mit entsprechend vielen Bewohnern und Autos verkraften können. „Bis jetzt sehe ich keine Lösung, wie wir das Gelände für so viel zusätzlichen Verkehr erschließen könnten“, hatte Ludwig erklärt. Auch die frisch gegründete die „Bürgerinitiative „Quartiersentwicklung Walzwerk“ hat Sorge, dass die zusätzlichen Autos Alt-Kürenz zu stark belasten – auch hinsichtlich des Verkehrslärms (der TV berichtete).

„Gibt es ein mit der Verwaltung abgestimmtes neues Nutzungskonzept, das diesen Komplett-Abriss berücksichtigt? Wann wird die Öffentlichkeit beteiligt?“, schreiben SPD-Chef Sven Teuber und SPD-Ausschussmitglied Stefan Wilhelm in ihrer schriftlichen Anfrage, auf die sie bei der Sitzung des Bauausschusses Antworten haben wollen.

Auch die Grünen verlangen Auskunft von Baudezernent Ludwig – und zwar zu der dicken Planungspanne bei der Sanierung der alten Gebäude der Integrierten Gesamtschule auf dem Trierer Wolfsberg bei Mariahof: Bei der Sanierungsplanung war vergessen worden, die Pläne für die Verlegung von Elektro- und Heizungsleitungen miteinander abzustimmen. Als die Elektriker kürzlich mit dem Verlegen der Stromleitungen beginnen wollten, stellen sie fest, dass an den dafür vorgesehenen Stellen bereits die Heizungsrohre verlegt waren. Dazu kommt, dass die geplante neue Heizungsanlage viel zu klein dimensioniert ist und eine dreimal größere Heizleistung als vorgesehen liefern müsste. Nach Auskunft der Stadt verzögern die Fehlplanungen die Schulsanierung um weitere 12 Monate (der TV berichtete).

An welche Büros die Architekten- und Ingenieursleistungen vergeben worden waren, wer für die Koordinierung der Fachplaner verantwortlich ist und wer die Bauüberwachung durchführt, will Dominik Heinrich, grünes Mitglied im Bauausschuss und gelernter Architekt, von Baudezernent Ludwig wissen. Und, ob die Stadtverwaltung Versäumnisse und damit verbundene mögliche Schadensersatzansprüche an „Fachplaner beziehungsweise Bauleitung“ prüfe.

Der öffentliche Teil der Sitzung des Bauausschusses beginnt am Donnerstag um 17 Uhr im Rathaus, Raum Steipe.

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