Trier spielt: Wenn aus Trier ein riesiger Spielplatz wird

Für Kinder : Wenn aus Trier ein riesiger Spielplatz wird

Meterhoch klettern, Dinosaurier ausgraben und zwischendurch einen Brand löschen. Das und 100 andere Dinge haben Kinder am Samstag in der Trierer Innenstadt erlebt.

Schon acht Kisten hat Narges (12) unter sich auf einen Turm gestapelt. Sie selbst steht stolz ganz obendrauf. Vor ihr plätschert der Handwerkerbrunnen. Mit jeder neuen Kiste beginnt der Turm immer mehr zu schwanken. Gebannt schaut das Publikum zu. Kiste elf verklemmt sich leicht – und plötzlich kracht alles zusammen.

Doch wie kam Narges überhaupt auf diese waghalsige Aktion? Die Antwort gibt das Technische Hilfswerk Trier. Sie sind Teil von Trier spielt, dem größten kostenlosen Spielfest der Region, das bereits in die 22. Runde geht.

Wie an jedem zweiten Septemberwochenende gibt es auch dieses Jahr wieder mehr als 100 Spielaktionen von mehr als 75 Vereinen überall in der Trierer Innenstadt. „Bei diesem Angebot wüsste ich als Kind auch gar nicht, wo ich zuerst hingehen soll“, verrät Stefan Rommelfanger von dem Veranstalter City Initiative Trier.

Zum ersten Mal haben die Mitarbeiter des Dinosauerierparks der Teufelsschlucht Eier aus Eis dabei, aus denen angehende Archäologen mit kleinen Harken Dinosaurier heraushämmern können. Alternativ dürfen die Kinder auch in einem Sandkasten nach echten Haifischzähnen oder Edelsteinen graben.

Nach dieser anstrengenden Arbeit können sie gemeinsam mit Zauberer Zantac  und seiner Zauberwaschmaschine Socken waschen oder – besser gesagt – zerfetzen oder einlaufen lassen. Das Lachen der kleinen Besucher schallt über den ganzen Viehmarkt.

Auf einmal wird die Zaubershow durch den Lärm eines Martinshorns unterbrochen. Für einen kurzen Moment erschrecken sich die Kinder, doch schnell wird klar: Es ist die Jugendfeuerwehr Ruwer. Hier können die Besucher heute ein echtes Feuerwehrauto anschauen oder selbst ein kleines brennendes Haus löschen. Klar, dass die Mitarbeiter bei diesem Programm heute keine Pause machen können. Insgesamt sei die Resonanz dieses Jahr sehr positiv und die Stadt sei voll, erklärt Rommelfanger. Das liegt vermutlich auch an dem strahlenden Sonnenschein.

Einen kleinen Spaziergang vom Viehmarkt entfernt versucht Levin (8), mit einem großen Speer aus Holz ein Wildschwein zu erlegen. Zwei Helfer der Freien Waldorfschule Trier und des Modehauses Marx ziehen dabei rechts und links an dem auf Rollen befestigten Holz­wildschwein, damit das Zielen eine echte Herausforderung ist. Stolz erzählt Levin nach seinen Versuchen: „Ich habe eigentlich echt oft getroffen, und das hat viel Spaß gemacht.“

Dass es hauptsächlich auf den Spaß ankommt, bestätigt auch der ehemalige Fußballnationalspieler Jimmy Hartwig. Er coacht Mädchen aller Altersgruppen auf dem Domfreihof beim Fußballspielen.

Auch künstlerisch können sich die Besucher zum Beispiel beim Projekt „KernsKinderKulturKlavier“ ausleben. Hier beantworten die Schüler der Klasse 2b der Grundschule St. Johann Konz die Frage: Wie passen die vier Elemente und Musik zusammen? Erde aus Pappmaschee, Feuer aus roter Farbe und Wolken aus Watte pinseln sie konzentriert auf ein Klavier des Musikhaus Reisser.

Mehrere Hundert Ehrenamtliche helfen dieses Jahr dabei, dass sich alle Kinder ohne Verletzungen austoben können.

Und ab geht die Post! Die Kistenrutsche ist bei den Kindern sehr beliebt. Foto: Hans Krämer

Auch Narges wird nach ihrem Absturz einfach von einem Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks Trier an ihrer Sicherung zu Boden gelassen und dort von einem Applaus des Publikums empfangen.

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