Trier: Stadt muss Tribüne für 10,2-Mio-Sporthalle umplanen

Stadtrat : Zusätzliche Tribünen für die Sporthalle am Mäusheckerweg

Baudezernent verspricht Optimierungen beim Hallenbau, um die Sicht der Zuschauer aufs Spielfeld zu verbessern, beispielsweise durch zusätzliche mobile Tribünen. Der Stadtrat stimmt ohne Diskussion zu.

Krisensitzung – so will die Stadt das Treffen zwar nicht nennen, zu dem Baudezernent Andreas Ludwig die Fraktionen, den Vizepräsidenten des Handballverbands Rheinland, Herbert Schuhmacher, und Arena-Chef Wolfgang Esser kurzfristig für den späten Dienstagnachmittag eingeladen hatte. Faktisch war es jedoch ein Krisengespräch, in dem es Dezernent Ludwig offenbar gelang, die Gemüter so weit zu beruhigen, dass der Stadtrat bei seiner Sitzung am Mittwochabend den Baubeschluss für die 10,2 Millionen Euro teure Sporthalle am Mäusheckerweg ohne Debatte und mit großer Mehrheit fasste.

Dabei enthält der Baubeschluss in seiner jetzigen Form noch eine Tribünenplanung, die einem Schildbürgerstreich ähnelt: Von der auf knapp drei Meter hohen Galerie sind für Zuschauer Randstreifen von 5,10 Meter des Handballfelds und 2,70 Meter des Basketballfelds nicht einzusehen. Das beauftragte Koblenzer Architekturbüro hatte der Stadt keine entsprechende Sichtachsenanalyse vorgelegt.

Erst der Trierer Handball-Vizepräsident Schuhmacher berechnete die Blickwinkel und machte die Stadt auf den Fauxpas aufmerksam (der TV berichtete).

Dezernent Ludwig sagte daraufhin sofort zu, dass die Tribüne umgeplant werden müsse und versprach das – inklusive erster Ideen für die Umplanung – auch den Fraktionen am Dienstag vor der Stadtratssitzung.

Ganz ohne ein Wort zu der Fehlplanung wollte Sven Teuber, Fraktionschef der SPD, den CDU-Dezernenten in der Ratssitzung am Mittwochabend dann allerdings doch nicht davonkommen lassen und hakte unter dem Punkt „mündliche Anfragen“ am Ende der öffentlichen Sitzung nach.

„Ja, wir haben die Halle mit heißer Nadel und unter einem gewissen Zeitdruck geplant“, räumte Ludwig denn auch ein. Grund dafür sei auch das Förderprogramm des Bundes gewesen, aus dem die Stadt vier Millionen Zuschuss für den Hallenbau erhält. Voraussetzung für die Förderung war ursprünglich, dass Zuschussprojekte bis Ende 2018 abgeschlossen sein müssen. Weil die Mäusheckerhalle aber neu gebaut statt bloß saniert werden soll, machte der Bund eine Ausnahme beim strikten Zeithorizont. Auch um diesen nicht noch weiter auszureizen habe man sich mit der Planung des Neubaus beeilt, erklärte Ludwig.

Der Entwurf des Koblenzer Architekturbüros könne sich trotzdem sehen lassen, betonte der Dezernent in der Ratssitzung. Bis auf die Tribüne, die nun umgeplant werden müsse. Die drei Sitzstufen sollen steiler hintereinander angeordnet werden. Der komplette Sitzbereich außerdem näher ans Geländer vorgezogen werden. Außerdem würden die Spielfelder nicht von der Mitte des Hallenbodens ausgehend aufgezeichnet, sondern an die der Tribüne gegenüberliegende Längsseite verschoben. Dadurch verbessere sich die Sicht auf die Spielfelder erheblich.

„Mit Zusatzmaßnahmen wie mobile Tribünen werden so rund 450 Zuschauer dem Spielgeschehen optimal folgen können“, versprach Ludwig auf TV-Nachfrage. Insgesamt soll die Halle 650 Sitzplätze haben. Dazu, welche weiteren Kosten die zusätzlichen „mobilen Tribünen“ verursachen werden, äußerte Ludwig sich nicht.

„Wir wollen eine gute Halle, und ich bin zuversichtlich, dass wir eine solche auch bekommen werden!“, versicherte Baudezernent Ludwig im Stadtrat.

Die alte, seit September 2014 wegen Baumängeln geschlossene Halle, soll im Juli/August abgerissen werden. Baubeginn für die  neue Halle soll bereits im August 2018 sein. Fertig soll die neue Dreifeld-Sporthalle laut Bauzeitenplan im März 2020 sein.

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