Trier: Trotz vieler Fälle in der ersten Dezemberhälfte: Zahl der Einbrüche geht kontinuierlich zurück

Kriminalität : Einbrecher haben in den dunklen Monaten Hochkonjunktur

Nahezu täglich gibt es Meldungen über Wohnungseinbrüche in Trier und dem Umland. Die Polizei spricht von einer Serie – aber nicht von einer statistisch auffälligen Häufung.

In Schweich stiegen Unbekannte in den vergangenen Tagen in zwei Häuser ein, in einem weiteren Fall überraschte ein Zeuge eine Frau beim Versuch, in eine Wohnung in der Schweicher Markus-Konder-Straße einzubrechen – die mutmaßliche Täterin floh.

Auch in Thomm schlugen Einbrecher gleich drei Mal zu seit der zweiten Dezemberwoche. Aus Igel vermeldete die Polizei zwei Einbruchsversuche. Im Trierer Stadtgebiet waren es eine Handvoll Fälle und Anfang des Monats stiegen Unbekannte in der Verbandsgemeinde Saarburg gleich vier Mal ein: in Saarburg, in Freudenburg, in Kirf und in Kastel-Staadt. Auch aus Kasel, Schöndorf, Kordel und Schillingen meldet die Polizei ähnliche Fälle.

Die Einbrüche und Einbruchsversuche gleichen sich: Die Bewohner sind nicht zu Hause, die Täter hebeln rückwärtig gelegene Fenster oder Türen auf. „Die Einbrecher baldowern ihre Zielobjekte im Vorfeld aus und nutzen die günstige Gelegenheit, dass niemand zu Hause ist“, erläutert Uwe Konz, Pressesprecher der Polizei Trier.

Wie viele Fälle es nach diesem „modus operandi“ es in den vergangenen Wochen genau in Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg gegeben hat, darüber liegen der Polizei keine zusammengefassten Informationen vor. Die Statistik der Behörde orientiert sich vielmehr am Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Trier (siehe Info). Und diese Daten widerlegen den möglichen Eindruck, dass die Zahl der Einbrüche insgesamt angestiegen ist.

Auf TV-Anfrage hat Polizeisprecher Konz die Zahlen für den 1. bis 13. Dezember 2018 zusammengestellt: „In diesem Zeitraum hat die Polizei im Bereich des Polizeipräsidiums Trier 40 Wohnungseinbrüche registriert. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des Vorjahres 2017 haben wir 57 Wohnungseinbrüche registriert“, berichtet Konz. Diese Zahlen bestätigten einen Trend seit 2014: „Wohnungseinbrüche sind insgesamt rückläufig“, sagt Konz.

Dass Bürger, die zurzeit tagtäglich im TV von Wohnungseinbrüchen lesen, einen anderen subjektiven Eindruck gewinnen könnten, hänge damit zusammen, dass Einbrecher in der dunklen Jahreszeit besonders aktiv sind und sich die Meldungen deshalb im Vergleich zum übrigen Jahr häufen. „Die Dunkelheit ist eine Verbündete der Einbrecher – sie ermöglicht es, leichter zu erkennen, welche Häuser und Wohnungen verlassen sind, und verringert das Risiko, selbst entdeckt zu werden“, sagt Konz. Dazu komme, dass Täter insbesondere in der Vorweihnachtszeit darauf setzten, mehr Bargeld und teure Weihnachtsgeschenke – zum Beispiel hochwertige Elektronikartikel – erbeuten zu können.

Bei jedem Einbruch prüft das Fachkommissariat Bandendiebstahl, ob eine organisierte Verbrechergruppe dahinterstecken könne. „Die Ermittlungen haben Hinweise darauf ergeben, dass es Tat- und Täterzusammenhänge gibt“, sagt Konz. Details dazu könne die Polizei allerdings nicht bekanntgeben, denn die weiteren Untersuchungen und Fahndungen könnten dadurch gefährdet werden.

Dass die Einbrüche fast immer nach dem gleichen Muster ablaufen – Bewohner außer Haus, Einstieg durch Aufhebeln nach hinten gelegener Fenster oder Türen – bedeute allerdings keineswegs, dass immer die gleichen Täter am Werk seien. Polizeisprecher Uwe Konz: „In einigen Fällen gibt es Hinweise auf Bandenkriminalität, aber wir haben nach wie vor auch die klassischen örtlichen Täter unter den Einbrechern.“

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