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Trier und Metz erneuern ihre 1957 geschlossene Städtepartnerschaft

Städtepartnerschaft : Freunde und Partner seit 1957 – und nun auch schwarz auf weiß

Die Stadtoberhäupter von Trier und Metz holen offenbar Versäumtes feierlich nach.

Es war am Sonntag, 13. Oktober 1957, als die Bürgermeister Raymond Mondon (Metz) und Emil Zenz (Trier) in der lothringischen Metropole feierlich die Partnerschaft zwischen ihren Städten begründeten. Soweit bekannt und historisch verbürgt. 60 Jahre später große Aufregung: Aus Anlass des Jubiläums 2017 wurden die Stadtarchive durchsucht, doch weder hüben noch drüben eine schriftliche Bestätigung des Freundschaftsabkommens entdeckt.

Ein Unding, fanden die aktuellen Stadtoberhäupter Wolfgang Leibe und Dominique Gros. Am Dienstagabend wetzten sie die Scharte aus. Die Erneuerung und Bekräftigung des vor nunmehr fast 63 Jahren gegebenen Partnerschaftsversprechens erfolgte in festlichem Rahmen zu Beginn der Sitzung des Trierer Stadtrates.

Ein Hauch von Staatsakt durchwehte den Ratssaal, als der Metzer Bürgermeister Gros in seiner Ansprache die Bedeutung der städtepartnerschaftlichen Beziehungen unterstrich und daran erinnerte, dass die großen Moselstädte in Deutschland und Frankreich sich schon sehr früh die Hände reichten. Nur zwölf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und gut fünf Jahre, bevor am 22. Januar 1963 Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Élysée-Vertrag unterzeichneten, den 2019 von ihren Nachfolgern Angela Merkel und Emmanuel Macron in Aachen erneuerten Grundstein der Freundschaft zwischen ehemaligen Erbfeinden und Kriegsgegnern.

Die Bilanz aus Gros’ Sicht: positiv, die Zukunft: mindestens ebenso. „Wir leben Freundschaft im Alltag, wir sind der Motor Europas“, erklärte der 76-Jährige, der seit 2008 Metzer Verwaltungschef ist und Ende März in Ruhestand geht.

Immer mehr Vor- und Grundschulen seiner Stadt setzen auf Mehrsprachigkeit und bieten Deutschunterricht an, nach Paris ist Metz der beliebteste Studienort für Deutsche.

Einen „Liebesbeweis“ nannte Gros die Kampagne seiner Stadt, Straßen und Plätze nach Deutschen zu benennen, zum Beispiel nach dem Trierer Altertumsforscher Johann Baptist Keune, der 1902 bei archäologischen Grabungen das römische Amphitheater von Metz freilegte.

Die Hinwendung zum Nachbarn kommt auch in der jährlichen Kulturwoche „Metz est wunderbar“ zum Ausdruck; zur fünften Auflage vom 27. bis 31. Mai lud Gros die Trierer ein. Seine mit großem Beifall bedachte Rede beendete Gros mit einer weiteren Liebeserklärung: „Trier ist wunderbar!“

Im neuen Partnerschaftsvertrag heißt es unter anderem: „Unsere Freundschaft sehen wir als Symbol für gemeinsame Werte, für das Verständnis und die Zusammenarbeit unter den Nationen, für offene Grenzen sowie für den Erhalt von Frieden und Freiheit im vereinten Europa.“

Kontakte auf Bürgerebene pflegt seit ihrer Gründung im Jahr 2000 die Gloucester-Metz-Trier-Gesellschaft. Info online:

gloucester-metz-triergesellschaft.de

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