Trier: Volksbank setzt Wachstumskurs fort

Finanzen : Volksbank Trier will größer ins Immobilien-Geschäft einsteigen

Die Volksbank Trier e.G zog Bilanz, wählte den Aufsichtrat neu und entschied sich, eine Tochtergesellschaft zu gründen. Damit will die Voba Trier ins Immobilien-Geschäft einsteigen.

Jahresbilanz, Gewinnverwendung, Satzungsänderungen und Neuwahlen zum Aufsichtsrat: Bei der Vertreterversammlung der Volksbank Trier e.G. in der Trierer Europahalle war eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten. Für die 193 Vertreter endete der offizielle Teil nach über vier Stunden.

Besorgte Mienen gab es dabei nicht – die Volksbank (Voba) Trier steht auf gesunder Basis, wie aus den Jahresberichten 2018 hervorgeht. Die von den Vorständen Alfons Jochem und Norbert Friedrich präsentierten Zahlen wiesen gegenüber dem Vorjahr durchgehend eine steigende Tendenz auf. Jochem: „Wir haben auch 2018 unseren Wachstumskurs fortgesetzt, Kredite an regionale Unternehmen und an Privatkunden um 100 Millionen Euro oder um 8,4 Prozent gesteigert.“ Dieses regionale Engagement bilde das Kerngeschäft der Voba Trier – dies schlage sich sowohl bei der Kreditvergabe als bei der Unterstützung von Vereinen und sozialen Einrichtungen nieder.

Die wichtigsten Eckdaten des Geschäftsberichts 2018: Die Bilanzsumme stieg um 7,5 Prozent auf einen neuen Höchstwert von rund 1,56 Milliarden Euro. Bei den Einlagen wurde trotz der Niedrigzinsphase ein Plus um 7,4 Prozent auf 1,21 Millionen Euro erzielt. Dazu Bankvorstand Jochem: „Das Interesse an anderen Anlageformen steigt. Tatsächlich sollte man derzeit nicht nur auf Tagesgeld setzen. Professionell gestreute Aktienanlagen bringen deutlich höhere Renditen.“

Leichte Steigerung auch unter dem Bilanzstrich: Mit einem Jahresüberschuss von 1,715 Millionen Euro lag der Gewinn knapp über dem Vorjahresergebnis. Dazu schlug der Vorstand den Vertretern folgende Verwendung vor: Eine Dividende von vier Prozent für die 37 682 Genossenschaftsmitglieder (das sind 913 700 Euro). Die Rücklagen werden auf 4,6 Millionen Euro aufgestockt, womit sich das Eigenkapital auf 143,6 Millionen Euro erhöht. Die Vertreter stimmten dem Geschäftsbericht und der Gewinnverwendung einstimmig zu – ebenso dem Geschäftsbericht und dem vom Aufsichtsratsvorsitzenden Norbert Feder präsentierten Bericht des Aufsichtsrats. Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt.

Einigen Diskussionsbedarf gab es beim Thema „Satzungsänderungen“. Mehrheitlich abgelehnt wurde nach ausgiebiger Debatte die Streichung einer Klausel, wonach Personen über 68 Jahren nicht in den Aufsichtsrat gewählt werden können. Tenor: „Gegen die Überalterung des Gremiums – auch Jüngeren eine Chance“. Ausgiebig diskutiert, dann mit großer Mehrheit angenommen, wurde die Einführung eines „VR-Mitgliederbonus“.

Danach sollen künftig Anleger, die auch eine intensive Geschäftsbeziehung zur Bank pflegen, nach einem Punktesystem mit entsprechend höheren Dividenden belohnt werden. Fast einstimmig entschied sich die Versammlung für die vorgeschlagene Gründung einer „Volksbank Trier Immobilien Verwaltungs-GmbH“. Mit diesem Tochterunternehmen will die Voba Trier in das aufstrebende Geschäft rund um die Immobilien einsteigen. Gegenstand des Unternehmens: Halten, Verwalten, Erstellen, Erwerben und Verkaufen von Immobilien sowie die Beteiligung an Gesellschaften.

Die dann anstehenden Wahlen zum Aufsichtsrat hatten zwei Aspekte: Zum einen wurde der Aufsichtsrat um zwei Mitglieder auf nunmehr 15 Personen aufgestockt. Zum anderen schieden Vorsitzender Norbert Feder und Hanns Rendenbach turnusmäßig (Ablauf der Wahlzeit) aus. Feder und Rendenbach stellten sich wieder zur Wahl und wurden einstimmig bestätigt.

Das langjährige Aufsichtsratsmitglied Robert Reis musste wegen erreichter Altersgrenze ausscheiden. Reis wurde offiziell von Franz-Hermann Deres, Genossenschaftsverband der Regionen, verabschiedet. Neu zu wählen waren demnach für ihn und die beiden zusätzlichen Aufsichtsratsstellen drei neue Mitglieder. Es kandidierten und wurden gewählt: Tanja Palzer aus Oberbillig, Steuerberaterin, Jürgen Salz aus Trier, Steuerberater, und Harald Schneider aus Heidweiler, Landwirt.

Auf großes Interesse stieß abschließend das Gastreferat von Rolf-Dieter Krause, ehemaliger ARD-Korrespondent in Brüssel. Unter dem Titel „Quo vadis – Europa nach der Wahl“ spannte der Experte einen Bogen von Brexit, rechtspopulistischen Strömungen in der EU und Mitgliedstaaten, die heute nicht mehr über die demokratischen Grundvoraussetzungen verfügen. Eindringlich warnte er vor einem inneren Zersetzungsprozess der EU, der schon begonnen habe.

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