Trier: Wegen Brückenarbeiten werden Fahrbahnen zur Autobahn einspurig

Baustellen in Trier : Vorsicht, im Norden wird es eng!

Baustellen stehen auf der Ärger-Skala der Autofahrer knapp hinter Knöllchen. Trier bietet den Fahrern aktuell einige Geduldsproben – und es wird noch schlimmer.

Die Römerstadt lässt ihre Bewohner und Besucher nur ungern gehen – das wäre eine humorvolle Deutung der neuen Baustelle im Trierer Norden, die seit dem Wochenende die Einfahrt auf die Autobahn 602 auf eine Spur verengt. Die Staus vor den Ampeln auf der Zurmaiener Straße stadtauswärts waren im Berufsverkehr am Montagmorgen länger als gewöhnlich, doch Chaos gab es nicht. „Ich stand um halb acht vielleicht zehn Minuten länger als sonst“, sagt ein betroffener Fahrer.

Die Sperrung gehört zu einem Großprojekt des Landesbetriebs Mobilität (LBM): Die Autobahnbrücke am Verteilerkreis Trier-Nord muss repariert werden (der TV berichtete). Das westliche Widerlager der Brücke – das ist der Übergang zwischen der Brückenkonstruktion und dem Erddamm – ist so stark beschädigt, dass es erneuert werden muss. Doch bevor diese Reparaturarbeiten überhaupt beginnen können, müssen die Fahrbahnen in beide Richtungen in Schuss gebracht werden. Damit fing der LBM bereits am Wochenende an.

Um auf der Fahrbahn arbeiten zu können, ließ der Landesbetrieb die Autobahn sperren und den Verkehr in Richtung des Autobahndreiecks Moseltal am Stadtausgang über den Verteilerkreis Trier-Nord umleiten. Jeder Fahrer, der aus der Stadt raus wollte, durchfuhr den Kreisel und kam über dessen Auffahrtsrampe wieder auf die Autobahn. Diese Regelung galt nur für Samstag und Sonntag. „Es hat alles nach Plan funktioniert“, sagt Verena Blümling von der Pressestelle des LBM am Montag.

Die Vollsperrung der A 602 und die Umleitung über den Kreisel wird es in der Hauptphase der Reparatur übrigens nicht geben. Stattdessen soll der Verkehr während der Reparaturarbeiten in beide Richtungen über jeweils eine Spur fließen. Die Absperrungen für diese Lösung stehen stadtauswärts schon seit Sonntag.

Die Fahrbahn in Richtung stadteinwärts ist am kommenden Wochenende dran: Am Samstag und Sonntag, 25. und 26. Mai, wird die Straße voll gesperrt, der von der Autobahn kommende Verkehr wird über die Abfahrts- und Auffahrtsrampen umgeleitet. Ab diesem Wochenende fließt der Verkehr dann auch in Richtung Trier nur noch einspurig.

Am 3. Juni beginnen dann die Arbeiten an der Brücke. Die Baustelle befindet sich auf der Fahrbahn in Richtung Trier. In diesem Bauabschnitt wird das stark geschädigte Brückenwiderlager auf der Seite Trier zur Hälfte abgerissen und wieder neu hergestellt.

Das Autobahnamt Montabaur spricht von einer Bauphase bis Oktober. Während einer Pause im Winter kann der Verkehr wieder zweispurig in beide Richtungen fließen, bevor es im Frühjahr 2020 weitergeht. Die Kosten für das Projekt liegen bei 3,4 Millionen Euro.

Triers zweite aktuelle Großbaustelle liegt im Westen: Die Fahrbahndecke der Luxemburger Straße wird seit dem 14. Mai saniert. Während der Bauarbeiten ist die vielbefahrene Bundesstraße eine Einbahnstraße in Richtung Aachener Straße.

Wie läuft das Projekt? Der TV fragt die Stadt Trier. „Wie immer bei Bauprojekten auf solchen zentralen Straßen dauert es etwas, bis die Verkehrsteilnehmer die neuen Verkehrsführungen verinnerlicht haben“, sagt Sprecher Michael Schmitz. „Aus unserer Sicht ist das mittlerweile aber der Fall.“

Natürlich gebe es vor allem im Berufsverkehr mehr Verkehrsbehinderungen als sonst „und es steht auch schon mal ein auswärtiger Schwerlastfahrer dort, wo er nicht hingehört“, sagt Schmitz. „Aber man kann halt nicht bauen, ohne dass es Einfluss auf den Verkehr hat.“

Eine gute Nachricht: Die Vollsperrung des 800 Meter langen Teilstücks der Straße Auf der Weismark besteht seit Montag nicht mehr, der Verkehr fließt wieder in beide Richtungen.

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