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Trier-West: Bald geht’s los im Gneisenaubering

Trier-West: Bald geht’s los im Gneisenaubering

Viele der 620 Sozialwohnungen der Stadt Trier sind in einem schlechten Zustand. Nach und nach sollen sie saniert werden. Für die Menschen im „Rosa Block“ im Gneisenaubering gibt es nun Hoffnung. Wenn alles klappt, können sie in zwei Jahren umziehen.

In diesem denkmalgeschützten Gebäude sollen 28.neue Sozialwohungne entstehen. Sanierung und Umbau kosten 6,13 Millionen Euro. Foto: Rainer Neubert

Wohnungen in Trier sind knapp und teuer. Noch knapper sind Sozialwohnungen. Stadtverwaltung und Rat wollen das zwar ändern. Doch die begrenzten Möglichkeiten, in neue und bestehende Immobilien zu investieren, setzt diesem gemeinsamen Ziel Grenzen. So kommt die Sanierung von 120 Wohnungen in Mariahof nur schleppend in Gang. Im Gneisenaubering in Trier-West warten die Menschen sogar seit mehr als 13 Jahren darauf, dass sich die Versprechungen erfüllen, die mit dem Bund-Länder-Programm Soziale Stadt verknüpft sind.

Nachdem die Diskussion über die Umgestaltung und Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Kasernenareals in den vergangenen Monaten Fahrt aufgenommen hatte, wird der Stadtrat Trier am Dienstag einen wegweisenden Baubeschluss fassen: Das Gebäude Gneisenaustraße 33-37, das seit Jahren zunehmend verfällt, wird für 6,13 Millionen Euro saniert.

"Dieses Projekt ist für Trier-West sehr wichtig", betont Sozialdezernentin Angelika Birk im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund, nachdem die Beschlussvorlage für die entscheidende Ratssitzung alle Dezernatsausschüsse unbeschadet durchlaufen hat. 28 zum Teil barrierefreie Sozialwohnungen sollen demnach in dem zuvor ausgekernten Gebäude entstehen. Einziehen werden dort die Menschen, die derzeit in dem nur 100 Meter entfernten "Rosa Block" wohnen. Das Gebäude aus den 60er Jahren ist so marode, dass im Grunde bereits heute dort niemand mehr wohnen sollte.

"Wir können aber kein Haus abreißen, bevor nicht in gleicher Anzahl neue Wohnungen geschaffen worden sind", macht Sozialdezernentin Birk das Dilemma deutlich. "Weil aber der Denkmalwert des alten Kasernengebäudes hoch ist, muss in dessen Erhalt sehr viel Geld investiert werden. Wir sind deshalb froh über die hohen Zuschüsse von Land und Bund."
Im 5,6 Hektar großen Gneisenauquartier wird derweil mit Spannung verfolgt, ob die Stadt ihre Versprechen aus den gemeinsamen Workshops im Sommer einhält. "Wir sehen die Entscheidung als ein Zeichen, dass es hier endlich losgeht", sagt Quartiersmanagerin Renate Heineck. "Die Bewohner im Bering sind froh, dass es kein Studentenwohnheim wird."

Genau das war im Gespräch, nachdem vor drei Jahren zwei benachbarte Gebäude zum Haus des Jugendrechts und zum Jobcenter umgebaut waren. Auch auf Drängen der Menschen im Quartier hatte der Stadtrat dann im Herbst den Grundsatzbeschluss für die Sanierung des ehemaligen Kasernenareals im Sinne der Bewohner beschlossen.

Weniger Freude gibt es dort allerdings wegen des noch nicht sicheren Baubeginns. Sozialdezernentin Angelika Birk: "Geplant ist der Startschuss nach den Sommerferien 2017. Eine genaue Aussage dazu kann es aber erst geben, wenn der Gesamthaushalt der Stadt Trier von der Aufsichtsbehörde genehmigt wird." Über den Doppelhaushalt 2017/2018 entscheidet der Stadtrat ebenfalls in der kommenden Woche: am Donnerstag.

Kommentar

von Rainer Neubert

Viel Zeit ist nicht mehr. Die Instandsetzung könnte noch klappen, bevor das Gebäude zusammenbricht. Aber nicht nur deshalb ist das für Dienstag absehbare klare Votum des Stadtrates für den Baubeginn wichtig. Gneisenaustraße 33-37 ist mehr als ein Schlüsselprojekt aus Sicht der Denkmalpflege. Es geht um die Zukunft des Viertels.

Erst wenn die 28 Wohnungen fertig sind, ist der Weg frei für die lange versprochene Aufwertung des Berings. Der baufällige "Rosa Block" im Herzen des denkmalgeschützten Areals kann dann abgerissen werden und die Neuordnung von Straßen, Wegen und Grünflächen beginnen.

6,13 Millionen Euro sind viel Geld. Dank der hohen Zuschüsse, vor allem aus dem Projekt Soziale Stadt, muss Trier davon 1,3 Millionen Euro aufbringen. Diese Summe wird gut angelegt. Denn das Wohnumfeld bestimmt auch das (Selbst)Bewusstsein und Verhalten der Menschen, die dort leben.

Extra: Daten und Fakten

Das ehemalige preußische Kasernengebäude Gneisenaustraße 33-37 steht seit vielen Jahren leer. Nun soll es saniert werden.

Gesamtkosten: 6 130 000 Euro

Wohnfläche: 28 Wohnungen (davon sechs behindertengerecht) mit einer Gesamtfläche von 1710 Quadratmetern.

Ausbaustufe: Alle Wohnungen werden nach den Standards für den sozialen Wohnungsbau erstellt.

Baubeginn: September 2017, sofern der Haushalt der Stadt Trier zügig genehmigt wird.