Trier-West: Das Versprechen wird eingelöst

Trier-West: Das Versprechen wird eingelöst

Sieben Jahre und etliche verwaltungsinterne Abstimmungen und Diskussionen hat es gedauert, bis das Gesamtkonzept Gneisenaubering stand. Bürgermeisterin Angelika Birk präsentierte vor der Ortsbeiratssitzung im Dechant-Engel-Haus Bürgern und Kommunalpolitikern das Konzept.

Trier-West. Klaus Moret, 52, lebt seit seiner Geburt im Gneisenaubering. Sein Garten ist ihm heilig. "Für viele Menschen hier sind die Gärten die einzige Möglichkeit, Urlaub zu machen", sagt er. Er habe gekämpft gegen eine "Bulldozer-Politik", damit die 19 Gärten erhalten blieben. Die Präsentation des Gesamtkonzepts Gneisenaubering, also dessen, was in und um die ehemalige Gneisenaukaserne herum künftig saniert, um- und neugebaut werden soll, dürfte Klaus Moret beruhigt haben.
Auch Irmtrud Petry (53) ihre Tochter Shanti (18) und Carmen Greif (47) können durchatmen. Sie waren die einzigen Anwohner, die zur als Bürgerinformation deklarierten Veranstaltung ins Dechant-Engel-Haus gekommen waren. Die geringe Resonanz hat wohl auch die Ursache, dass viele Bering-Bewohner vorab durch die Beteiligung in Workshops bereits gut informiert waren.
Irmgard Petry wollte allerdings noch mal mit eigenen Ohren hören, womit sie nicht mehr gerechnet hatte. Bürgermeisterin Angelika Birk und die Leiterin des Amtes für Soziales und Wohnen, Gabi Schmitt, stellten innerhalb von zehn Minuten vor, worauf viele der 3300 Bürger in Trier-West seit 2009 warten: Für insgesamt fast zehn Millionen Euro aus dem Förderprogramm Soziale Stadt von Bund und Land soll das Konzept Gneisenaubering verwirklicht werden (der TV berichtete).
18 Maßnahmen sollen in den kommenden vier Jahren umgesetzt werden. So wird beispielsweise auf dem Bolzplatz Don-Bosco die neue Grundschule in Modulbauweise entstehen. Die ehemalige Gneisenaukaserne wird saniert und der Bauspielplatz umgebaut. "Alle Wünsche der Bürger wurden aufgenommen", verspricht Schmitt. Schrotthändler und Gärten, die weiterhin den Bewohnern zur Verfügung stehen, "bleiben wo sie sind". Im Spätsommer 2017 werden laut Schmitt die Bauarbeiten beginnen. Davor seien Detailplanung und Ausschreibungen notwendig.
Sozialdezernentin Birk zufolge können bald die ersten Workshops etwa zur genaueren Planung und Nutzung der Gärten starten.
Der Ortsbeirat hat das Gesamtkonzept Gneisenaubering einstimmig als räumliches Entwicklungskonzept beschlossen, am 29. September stimmt der Stadtrat ab. "Ein Versprechen wird heute Abend eingelöst" sagt Ortsvorsteher Horst Erasmy. Unter den Ärger der vergangenen sieben Jahre (der TV berichtete mehrfach) zieht er einen Schlussstrich. "Wir schauen in die Zukunft und hoffen, dass der zeitliche Rahmen von vier Jahren eingehalten wird."
Auch Klaus Moret ist zufrieden und freut sich auf die Veränderungen. "Wir waren jahrzehntelang das Stiefkind der Stadt", sagt der Ur-Trier-Wester. An den Workshops werde er auf jeden Fall teilnehmen. Auch Irmtrud Petry, Shanti und Carmen Greif wollen dabei sein. Weil sie ihre Heimat mitgestalten wollen.

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