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Trier zwischen Vergangenheit und Vision

Trier zwischen Vergangenheit und Vision

Ernest Callenbach, Autor des amerikanischen Kultromans "Ökotopia" hat sich ins Gästebuch der Stadt Trier eingetragen. Zuvor hatte er in der Stadtbibliothek einen vielbeachteten Vortrag zum Thema "Vom Kapitalismus zu Ökotopia" gehalten.

Trier. "Ich habe erfahren, dass eine Stadt gleichzeitig sehr alt und sehr modern sein kann", resümiert Ernest Callenbach. Der amerikanische Schriftsteller hat einen dreitägigen Trier-Besuch hinter sich, zum Abschluss trägt er sich in Anwesenheit von OB Klaus Jensen ins Gästebuch der Stadt ein.

Im Jahr 1975 ist Callenbachs Zukunftsroman "Ökotopia" erschienen, der sich in den folgenden Jahren zu einem Kultbuch entwickelte. In Deutschland hat er die grüne Bewegung in ihren Anfängen entscheidend beeinflusst.

"Vor dreißig Jahren habe ich ,Ökotopia' gelesen", sagt Oberbürgermeister Klaus Jensen. "Das Thema Ökologie hat mich seit Anfang der 70er Jahre nicht mehr losgelassen." Ernest Callenbach schenkt er eine original-römische Konstantin-Münze. "Der Besuch in Trier hat mich sehr beeindruckt und bewegt", gesteht Ernest Callenbach und ergänzt augenzwinkernd: "Für uns Amerikaner ist ein Haus schon alt, wenn es vor 200 Jahren gebaut wurde."

Deutschland ist weiter als die USA



Von Triers römischen Bauwerken, aber auch vom Studienzentrum Karl-Marx-Haus und von der modernen Solaranlage in Föhren sei er fasziniert gewesen: "Sie funktioniert sogar bei trüberem Wetter noch gut." Er sehe sich als "Botschafter eines Landes, das noch nicht existiert, einer Zukunft, auf die wir alle hoffen", sagte Callenbach. In Sachen "Ökotopia" sei Deutschland viel weiter als die USA.

Der amerikanische Zukunftsforscher und Publizist ist auf Einladung von Prof. Gerd Hurm vom Trierer Zentrum für Amerikastudien zu Besuch, das dieses Jahr sein fünfjähriges Bestehen feiert.

Sein Deutschlandbesuch führt Callenbach als nächstes nach Saarbrücken. In Freiburg an der Albert-Ludwigs-Universität soll er die Ehrendoktorwürde erhalten.

In der Trierer Stadtbibliothek hat Ernest Callenbach zum Thema "From Capitalism to Ecotopia: A Successionist Manifesto" gesprochen, eine gemeinsame Veranstaltung des Trierer Zentrums für Amerikastudien, der Stadtbibliothek und der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft. "Der Vortrag war sehr gut besucht, es gab eine lebendige Diskussion", freut sich Gerd Hurm. "Neben zahlreichen Studierenden waren auch Schüler des Auguste-Viktoria-Gymnasiums da, die Fachaufsätze über Callenbachs Werk schreiben."