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Trierer Ärztin hilft in Portugal

Gesundheit : Trierer Ärztin kämpft in Portugal gegen Corona

Modesta Dargeviciute, Ärztin des Klinikums Mutterhaus, ist derzeit in Portugal im Einsatz, um die Kollegen vor Ort bei der Versorgung von Corona-Patienten zu unterstützen.

Als die Anfrage der Luxemburg Air Rescue (LAR) Luftrettung kam, zögerte Modesta Dargeviciute keine Sekunde. Am übernächsten Tag um 6 Uhr startete ihr Flug in Luxemburg. Für 14 Tage unterstützt die Intensivmedizinerin und Notärztin des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen portugiesische Kollegen bei der Behandlung von Covid-Patienten in der Stadt Evora. Portugal verzeichnete zeitweise einen so hohen Sieben-Tage-Inzidenzwert wie kein anderes europäisches Land.

Vor rund drei Wochen hatte die DRF (vormals Deutsche Rettungsflugwacht e.V.) Luftrettung, die mit der Luxembourg Air Rescue zusammenarbeitet, bei Dr. Oliver Kunitz, dem Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin des Klinikums Mutterhaus, angefragt, ob Ärzte seines Fachbereichs bereit seien, im Notfall in das von der Pandemie stark gebeutelte Land zu fliegen. „Mehrere Kollegen haben sofort zugesagt“, sagt Kunitz. „Da diese im Corona-Gemeinschaftskrankenhaus gearbeitet haben, verfügen sie über die erforderliche Erfahrung in der Behandlung von Covid-Patienten.“

Für Kunitz ist die Unterstützung der Menschen auf der iberischen Halbinsel eine Selbstverständlichkeit: „Wir Trierer leben im Herzen Europas. Wir wollen unseren europäischen Mitbürgern zur Seite stehen. In der ersten Welle haben wir auch schon Patienten aus Frankreich aufgenommen.“

Möglich mache diesen Einsatz auch das Trierer Team der Anästhesie und Intensivmedizin, sagt der Chefarzt: „Die Kollegen haben sofort die Dienste hier übernommen. Diese Hilfsaktion ist nur gemeinsam mit einer eingeschworenen Dienstgemeinschaft zu meistern.“ Auch der Medizinische Geschäftsführer des Klinikums Mutterhaus, Dr. Christian Sprenger, ist von der Aktion überzeugt: „Derzeit sind wir in der glücklichen Lage, relativ wenige Corona-Patienten bei uns zu behandeln und so personelle Kapazitäten für diesen Einsatz zu haben. Die medizinische Unterstützung unserer portugiesischen Mitbürger sehen wir als christliche Pflicht.“