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Trierer Berufsfeuerwehr bildet Notfallsanitäter aus

Rettungsdienste : Trierer Berufsfeuerwehr bildet Notfallsanitäter aus

Im Einsatz für andere zu sein und Menschen zu helfen, ist der Job von Thomas Jahnke und seiner Frau Anja Dixius-Jahnke, die bei der Trierer Berufsfeuerwehr aktiv sind. Kürzlich haben sie ihre Prüfung zum Notfallsanitäter erfolgreich abgeschlossen. Die Stadtverwaltung Trier nennt das „eine Notwendigkeit, da sich das Berufsbild stark ändert“.

Es ist eine Besonderheit in Rheinland-Pfalz: Die Feuerwehrbeamten in Trier können durch eine Zusatzausbildung zum Notfallsanitäter auch im Rettungsdienst eingesetzt werden. Zusammen mit einem Arzt sind sie auf den Straßen Triers und der Region unterwegs und gewährleisten schnelle Hilfe – sowohl im Rettungsdienst als auch beim Brandschutz.

Eine weitere Besonderheit: Der Beruf des Notfallsanitäters ersetzt den des Rettungsassistenten. Die Ausbildung wird nicht mehr angeboten, angefangene Ausbildungen können jedoch abgeschlossen werden. Ausgebildete Rettungsassistenten können, je nach Berufserfahrung, durch Schulungen und Prüfungen die Ausbildung zum Notfallsanitäter machen.

Bei über fünf Jahren Berufserfahrung muss eine Ergänzungsprüfung gemacht werden. Zwischen drei und fünf Jahren ist eine 480-stündige Schulung inklusive Prüfung notwendig. Wer erst bis zu drei Jahre Berufserfahrung hat, muss eine 960-stündige Schulung durchlaufen. In den vergangenen beiden Jahren wurden in Trier 40 Menschen zum Notfallsanitäter ausgebildet. Geplant ist, in den nächsten drei Jahren weitere 45 auszubilden. Ab 2021 will die Feuerwehr eine Vollausbildung zum Notfallsanitäter anbieten.

Wie Dr. Markus Braun, Leitender Notarzt und Anästhesist im Brüderkrankenhaus, erläutert, dürfen Notfallsanitäter verschiedene ärztliche Handgriffe anwenden, wovon der Patient profitiere. Hierzu gehören etwa das Anlegen von Infusionen und die Verabreichung von Medikamenten.

Thomas Jahnke und seine Frau haben ihre Ergänzungsprüfung erfolgreich abgeschlossen. Im Brand- und Katastrophenschutzzentrum Ehrang wurden sie drei Tage auf die Prüfung vorbereitet.

Im mündlichen Teil galt es, ein bestimmtes Krankheitsbild zu erkennen, die sich daraus ergebenden Handlungsschritte zu beschreiben sowie Fragen zu rechtlichen Aspekten und zur Kommunikation mit dem Patienten zu beantworten. In der praktischen Prüfung mussten sie ihr notfallmedizinisches Können an einer Puppe demonstrieren.

„Ich will die höchste Qualifikation erreichen und auf allen Fahrzeugen einsetzbar sein“, erläutert der 37-jährige Jahnke, der bereits während seiner Zeit bei der Jugendfeuerwehr Irsch Interesse an der Feuerwehr fand.

(red)