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Trierer Bischof Stephan Ackermann wird heute 50 Jahre alt

Trier (dpa/lrs). Triers Bischof Stephan Ackermann hat sich bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche bundesweit einen Namen gemacht. Er hat viel geschafft, aber auch Kritik einstecken müssen. Heute (20. März) wird er 50 Jahre alt. Rolf Seydewitz

Er gehört zu den Jüngeren unter den deutschen Bischöfen, hat sich aber bereits einen Namen als Mann für schwierige Aufgaben gemacht: Triers Bischof Stephan Ackermann ist seit gut drei Jahren mit der Aufklärung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche beauftragt.

Vieles hat der Rheinland-Pfälzer schon auf den Weg gebracht, aber auch viel Kritik einstecken müssen. Der Job des Missbrauchsbeauftragten sei „nicht besonders vergnüglich“, sagt er. „Weil trotz allen Bemühens der Eindruck erweckt wird, hier wird immer nur getrickst, vertuscht und zurückgehalten.“

Die katholische Kirche hatte im Januar bei der Aufarbeitung der Missbrauchs-Taten einen herben Rückschlag erlitten, als sie eine wissenschaftliche Studie stoppte. Die Vorwürfe reichten von Aktenvernichtung bis Zensur und mündeten in mancher Forderung nach dem Rücktritt Ackermanns. Doch Stephan Ackermann, der am 20. März 50 Jahre alt wird, gibt sich kämpferisch, er hat seit jeher eine lückenlose Aufklärung gefordert. „Dranbleiben“ wolle er an dem Thema, für die Deutsche Bischofskonferenz und die Betroffenen, betont er. Und die Missbrauchsstudie mit einem neuen Partner stemmen. Möglicherweise schon im April könnte der Neustart verkündet werden, hieß es vor kurzem.

Als Vorsitzender der Deutschen Kommission „Justitia et Pax“ (Gerechtigkeit und Frieden) äußert sich Ackermann auch regelmäßig zu politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragen. Wie etwa zum Einsatz von bewaffneten Drohnen oder zur Ethik von Managern. „In den „politisch-gesellschaftlichen Raum hineinzusprechen“ - das sei für ihn zunächst neu gewesen und stets eine Herausforderung, sagt Ackermann, der der Kommission seit 2008 vorsitzt. Es sei wichtig, dass die Kirche kritische Positionen in die gesellschaftliche Diskussion einbringe. „Nicht als Besserwisser, sondern als Orientierung vor dem Hintergrund des Glaubens.“

Auch in seinem Heimatbistum hat Ackermann seit seinem Antritt als Bischof im Frühjahr 2009 schwierige Aufgaben gestemmt. Er setzte ein Sparpaket in Kraft, mit dem die Haushaltsausgaben bis Ende 2016 dauerhaft um 30 Millionen Euro gesenkt werden. Der Rotstift trifft alle Bereiche, am stärksten die Kirchengemeinden. Auch eine neue Bistumsstruktur entstand: Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften wurden angesichts knapper Kassen und Mitgliederschwunds zusammengelegt, die Zahl auf 170 halbiert. Das Bistum Trier mit knapp 1,5 Millionen Katholiken umfasst die früheren Regierungsbezirke Trier und Koblenz sowie weite Teile des Saarlandes.

Ackermann gilt als aufgeschlossen und offen. Er ist ein Bischof, der auch mal nach einem Gottesdienst vor den Dom tritt und mit den Menschen spricht. Und er ist seinem Heimatland Rheinland-Pfalz eng verbunden. Bevor er 2006 Weihbischof in Trier wurde, leitete der promovierte Theologe fast sieben Jahre lang das Priesterseminar in Lantershofen im Norden des Bundeslandes. Aufgewachsen ist Ackermann in Nickenich im Kreis Mayen-Koblenz. Als Weihbischof unterstützte er den früheren Trierer Bischof Reinhard Marx, der heute Erzbischof von München und Freising ist.

Sein allererstes Amt in der Kirche hat Ackermann übrigens nicht ganz freiwillig angetreten. Messdiener sei er zunächst gegen seinen Willen geworden, sagt er. „Ich wollte das eigentlich nicht werden, aber der Pastor und meine Mutter haben mich einfach aufgeschrieben auf den Plan, da war ich ganz bestürzt.“ Dann habe es er aber wirklich gerne gemacht, sagt Ackermann, der jüngst sein 25-jähriges Priesterjubiläum gefeiert hat. Etwas Offizielles sei zu seinem runden Geburtstag nicht geplant, sagt sein Sprecher André Uzulis. Der Bischof werde einen normalen Arbeitstag haben. „Ganz unspektakulär und bescheiden.“
Extra

Wichtige Daten aus seinem Leben von Bischof Ackermann20.3.1963: geboren in Mayen in der Eifel

1981-1989: Theologiestudium in Trier und in Rom

10.10.1987: Priesterweihe in Rom durch den damaligen Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Georg Moser

1991-1998: Subregens am Bischöflichen Priesterseminar in Trier

1999-2006: Regens im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen (Kreis Ahrweiler)

14.5.2006: Bischofsweihe

2.3.2008: Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Kommission „Justitia et Pax“

8.4.2009: Ernennung zum Bischof von Trier

25.2.2010: Ernennung zum Missbrauchs-Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz