Trierer Buchfink-Verlag feiert Eröffnung – Poetisches mit Bezug zur Region

Buchbranche : Trierer Verlag feiert Eröffnung – Poetisches mit Bezug zur Region

Der Buchfink-Verlag bietet eine Plattform für Autoren, die Literatur aus und über Trier veröffentlichen möchten. Mit Kreativität, Poesie und Präsenz in sozialen Netzwerken wollen die beiden Gründer den Riesen der Branche trotzen.

Feierliches Gläserklirren in den Räumen einer Bürogemeinschaft am Trierer Hauptmarkt. In der schicken umfunktionierten Altbauwohnung haben sich namhafte Vertreter der Trierer Kunst- und Literaturszene versammelt. Neben dem erfolgreichen Buchkritiker Florian Valerius und der Trierer Illustratorin Caroline Birkel hat sich auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe unter die Gäste gemischt. Inmitten des Trubels wirken Susanne Philippi und Florian Schwarz tiefenentspannt. Sie sind die Gastgeber der Feier, die kreativen Köpfe und Gründer eines neuen Verlags mit Namen Buchfink.
Durch die Bürogemeinschaft lernten sich Lektorin Susanne Philippi und Werbetexter Florian Schwarz im vergangenen Jahr kennen. Schnell stellten sie fest, dass sie dieselbe Leidenschaft für poetische Literatur, insbesondere für Kinderbücher, teilten. So gründeten sie im Januar 2019 den Buchfink-Verlag.

Ihr Programm aus bisher zwei Büchern könnte thematisch nicht mehr polarisieren: Das eine ist ein Bilderbuch von Tim Jansen und Caroline Birkel über Dackel Carlos, der auf der Suche nach seinem Knochen Trier erlebt. Das andere erzählt von einem jungen Mann, der freiwillig in den Ersten Weltkrieg zieht. Der Roman „Stichling“ vermischt Historie mit Fiktion und basiert auf den Schilderungen von Florian Schwarz’ Großvater. Dieser hatte den Ersten und Zweiten Weltkrieg miterlebt und seinen Enkel so für die Thematik begeistert, dass dieser neben Medien und Germanistik auch Geschichte studierte.

15 Jahre lang habe er nebenberuflich an seinem Roman getüftelt, erzählt der 41-Jährige. Doch der schwerfällige Weg der Verlagssuche ließ sein Werk in der Schublade verstauben. Mit der Gründung des Buchfink-Verlags ergab sich dann die Gelegenheit zur Veröffentlichung seines ersten, „aber sicherlich nicht letzten“ Werks, wie Kollegin Susanne Philippi betont.

Die zweifache Mutter aus Trier studierte Kunstgeschichte und arbeitete als Lektorin für den Dumont-Verlag, bevor sie sich selbstständig machte. Der Reiz, einen eigenen Verlag zu gründen, bestand für sie vor allem in der Freiheit und Flexibilität bezüglich des Verlagsprogramms. Der Buchfink-Verlag ist deshalb offen für nahezu alle Genres. Der Bezug zu Trier durch den Autor oder Inhalt ist jedoch Voraussetzung. Genau dort sehen Philippi und Schwarz ihre Nische. Sie möchten sich „auf das Regionale besinnen“ und gleichzeitig poetisch sein. Fiktive Romane, Prosa und Kinderbücher mit Bezug zu Trier sind im Verlagsprogramm deshalb besonders willkommen.

Auch gedruckt wird soweit wie möglich in Trier. Als kleiner moderner Verlag sehen die beiden Gründer zudem in den sozialen Netzwerken eine große Chance, um sich auf dem Buchmarkt zu etablieren. Denn dieser werde vornehmlich von wenigen „literarischen Marketingriesen“ dominiert, die es „aus dem Regal zu schubsen“ gelte, wie der Verlag auf seiner Facebook-Seite schreibt. Über Social Media veröffentlichen Schwarz und Philippi daher regelmäßig Updates und Gewinnspiele. Um eine größere Reichweite zu erzielen, sollen ihre Bücher – sofern es sich anbietet – künftig auch als E-Book erhältlich sein.
Im nächsten Jahr möchten die beiden Verlagsinhaber mindestens vier weitere Bücher in ihr Programm aufnehmen. Ihr großer Traum ist ein eigener Stand auf der Kinderbuchmesse im italienischen Bologna oder auf der Frankfurter Buchmesse (siehe Hintergrund), um sich dort einem großen internationalen Publikum präsentieren zu können.

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