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Trierer Bürgermeisterwahl: Drei Favoriten, Überraschungen möglich

Trierer Bürgermeisterwahl: Drei Favoriten, Überraschungen möglich

Nach der Vorstellungsrunde der verbliebenen sieben Bewerber um das Amt des Trierer Sozialdezernenten und Bürgermeisters, wollen die Fraktionen am Montag entscheiden, wen sie bei der Wahl am 6. November ins Rennen schicken. Nach TV-Infos liegen noch drei Bewerber vorn.

Anstrengend und interessant: So beschreiben Kandidaten und Stadtratsfraktionen den Vorstellungsmarathon am heutigen Samstag im Trierer Rathaus. Um 9.15 Uhr hatten die Bewerbungsgespräche begonnen. Erst nach 18 Uhr verließen die letzten Bewerber und Stadträte die Besprechungszimmer.
Wer bei den Vorstellungsgesprächen gut abgeschnitten hat und wer weniger gut - dazu wollten sich die Fraktionen nicht konkret äußern.

Nach TV-Informationen gehören aber Regina Bergmann (54, parteilos, Geschäftsführerin des Sozialdiensts katholischer Frauen SkF) und David Profit (41, Bündnis90/Die Grünen, Sozialrichter in Mainz) zu den Favoriten der Grünen. Die CDU hatte angekündigt, keinen eigenen Kandidaten nominieren zu wollen, sondern den Kandidatenvorschlag der Grünen abzuwarten.
Bei SPD und UBT hat nach TV-Informationen Carsten Lang (42, parteilos, Leiter des Trierer Jugendamts) einen sehr guten Eindruck gemacht.
Aber auch Birgit Resch-Alt (49, Bündnis90/Die Grünen, Leiterin des Trierer Seniorenheims St. Irminen) könnte noch Chancen haben.

Eine grüne Schulamtsleiterin aus Nordrhein-Wesfalen ist zwar bei der CDU gut angekommen, war aber von den Grünen selbst nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Der Name eines SPDlers aus dem Saarland fiel bei den Gesprächen über mögliche Favoriten am Samstag nicht.
Siebte Bewerberin ist Amtsinhaberin Angelika Birk (62, Bündnis90/Die Grünen). Die Grünen hatten allerdings bereits vor Monaten angekündigt, eine Wiederwahl der amtierenden Sozialdezernentin nicht zu unterstützen.

Am Montag wollen die Stadträte in ihren Fraktionssitzungen entscheiden, welchen Kandidaten oder welche Kandidatin sie letztlich ins Rennen schicken wollen bei der Wahl am 6. November. Die Leitung des Dezernats für Soziales, Bildung und Wohnen ist verknüpft mit dem Bürgermeisteramt im Stadtvorstand.
Entscheidend dürfte der Wahlvorschlag der Grünen sein. Denn nachdem die CDU im Frühjahr den Kandidaten für das Amt des Kulturdezernenten vorgeschlagen hat und vom grünen Bündnispartner bei dessen Wahl unterstützt wurde, dürfen nun die Grünen einen Kandidatenvorschlag machen, der dann von der CDU mitgetragen werden soll. So lautet die feste Absprache des schwarz-grünen Mehrheitsbündnisses, das 29 Stimmen im 56-köpfigen Trierer Stadtrat hat.

Die Wahl findet in einer Sondersitzung des Stadtrats am Montag, 6. November statt. Gewählt ist, wer die einfache Mehrheit der Stimmen der anwesenden Stadtratsmitglieder erhält. Bei einem Patt zwischen zwei Kandidaten wird die Wahl wiederholt. Stehen drei oder mehr Kandidaten zur Wahl, und keiner erhält im ersten Wahlgang die einfache Mehrheit, gibt es einen zweiten Wahlgang. Führt auch dieser nicht zu einem Ergebnis, gibt es eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Kommt es im jeweils dritten Wahlgang zu einer Stimmengleichheit, entscheidet das Los. Die auf acht Jahre befristete Stelle ist mit einem Einstiegsgrundgehalt von 8380 Euro (Besoldungsstufe B 5) dotiert. Das sagten die Favoriten der Bewerber nach dem Gesprächsmarathon am frühen Samstagabend:

Regina Bergmann: "Es war ein total toller Tag, ich habe tolle Menschen kennengelernt und viele sehr gute, intensive Gespräche geführt. Ich war schon sehr aufgeregt, aber jetzt ist es erstmal geschafft und es heißt abwarten, für wen die Fraktionen sich letztlich entscheiden."

David Profit: "Das Gesprächsklima war in allen Fraktionen sehr freundlich, lediglich bei der AFD war der Ton mir gegenüber teilweise etwas scharf. Jede Fraktion hatte eigene Fragen, einige Themen kamen aber in allen Gesprächen vor. Es wurde sehr intensiv und genau nachgefragt - insgesamt war es ein interessanter Gang durch die Felder der Trierer Stadtpolitik."

Carsten Lang: "Ich danke den Fraktionen für die interessierten Fragen und die zugewandte Atmosphäre in den Gesprächen. Nun warte ich neugierig, welche Entscheidung für die Stadt Trier getroffen werden wird. Übrigens: Die Organisation des Tags und die Begleitung durch die Kolleginnen des Personalamts war wirklich toll!"

Birgit Alt-Resch: "Ich habe mit allen Fraktionen wirklich sehr gute Gespräche geführt. Der Tag war lang, aber nicht so anstrengend, wie ich vorab gedacht hatte - was auch an der guten Atmosphäre lag. Jetzt freue ich mich erstmal darauf, nach Hause zu fahren. Und dann heißt es abwarten, wie die Entscheidung der Fraktionen ausfällt."