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Trierer Cannabis-Aktivistin: Angst vor Gefängnis

Trierer Cannabis-Aktivistin: Angst vor Gefängnis

Die Gastwirtin Andrea Jakoby sorgt sich nach dem Urteil gegen sie wegen Drogenbesitzes um ihre Zukunft - und hofft zugleich auf eine Freigabe von Cannabis. Dafür tritt auch der Trierer Jura-Professor Hans-Heiner Kühne ein - der seine Argumente nun erläutert.

Mit anderen Juristen unternimmt der Trierer Rechtsprofessor Hans-Heiner Kühne einen Vorstoß zur Legalisierung von weichen Drogen in Deutschland (der TV berichtete). Zugleich ist die für ihren Einsatz zur Legalisierung von Cannabis in der Region bekannte Mitarbeiterin eines Cafés in Trier zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden, da sie in ihrer Wohnung Cannabis-Produkte aufbewahrt hatte - was bisher illegal ist. Nun äußert sich die Verurteilte erstmals öffentlich. "Mit dem Urteilsspruch gegen mich lebe ich in einem Dilemma", sagt Andrea Jakoby. "Ich selbst trinke bis heute keinen Alkohol und betrachte Haschisch wie Marihuana für mich als ein Allheilmittel." Das Trierer Amtsgericht fordert von Jakoby, in der Bewährungszeit Urinproben abzugeben und so nachzuweisen, dass sie kein Cannabis konsumiert. "Ich bin jetzt eine Kriminelle und werde eingesperrt, wenn ich weiter Hanf konsumiere, und gleichzeitig muss ich zusehen, wie Leute sich mit Schnaps ruinieren", sagt die 53-Jährige. Sie hat nach eigenen Angaben nun Angst, hinter Gittern zu landen. Sie hofft, dass sich die Rechtslage in Deutschland bald ändert. "Ich würde gern Steuern auf Hanf zahlen", sagt Jakoby.

TV-Leser kommentieren auf der Facebook-Seite des Volksfreunds ähnlich. Alkohol und Tabak seien schlimmer, schreibt ein Internetnutzer. Es gibt auch Kritiker. "Bravo", heißt es ironisch in einem Kommentar. Der Verfasser fürchtet, dass es dann bald Getränke, Kaugummi oder Bonbons "mit Wirkung" gebe. oht

Der Trierer Professor Hans-Heiner Kühne erklärt seine Thesen zur Freigabe weicher Drogen:
Auch Schokolade kann süchtig machen