Trierer City-Wirte wollen mitreden

Trier · Gäste und Einheimische sollen auf den vielen gastronomischen Außensitzplätzen weiterhin Platz nehmen dürfen und sagen: "Is dat schien hei!" Dafür wollen die Wirte aus der Innenstadt sorgen und sich mit der Stadt wegen der umstrittenen Sondernutzungssatzung anlegen - aber auch mit ihr zusammenarbeiten.

 Die Stadt will die Flächen für Terrassen in der Innenstadt einschränken. TV-Foto: Friedemann Vetter

Die Stadt will die Flächen für Terrassen in der Innenstadt einschränken. TV-Foto: Friedemann Vetter

Trier. Die 30 Wirte auf dem Gruppenfoto im "Tonis" stehen für rund 50 Betriebe aus der Trierer Innenstadt. Eisdielenbetreiber sind dabei, Wirte klassischer Kneipen, Restaurantbesitzer, Diskothekenbetreiber und Hoteliers. Ein buntes Häuflein von Menschen, die ihr Geld in der Gastronomie verdienen - die sich in Trier zu großen Teilen im Freien abspielt, auf den Straßen der Fußgängerzone und den schönen Plätzen der Stadt. Erik Naunheim, Betreiber von Louisiana und Donna Mia, hat sie zusammengetrommelt: "Mit der Resonanz bin ich zufrieden", sagt Naunheim.
Als Betreiber zweier großer Außenterrassen am Kornmarkt ist er wie die anderen Wirte alarmiert über mögliche Änderungen der Sondernutzungssatzung der Stadt Trier. Die Wirte befürchten, ihre Außenflächen könnten stark eingeschränkt werden (der TV berichtete).
Es geht dabei um Änderungen der Sondernutzungssatzung, die regelt, wie die öffentlichen Flächen in der Stadt und vor allem in der Innenstadt genutzt werden dürfen. Gegen mögliche Einschränkungen wollen sie nun als Gruppe etwas tun. Bei ihrem Treffen vergangene Woche waren sie sich in ihrer Ablehnung möglicher Änderungen schnell einig. In einer Stellungnahme halten sie fest: "Individuell gestaltete Terrassen verbessern das Wohlfühlklima einer Innenstadt." Sie taten sodann, was auch die Stadtverwaltung gerne tut, wenn es konfliktreiche Themen gibt: Sie gründeten eine Arbeitsgruppe und nominierten zwei Sprecher: Andreas Jungbluth (Zur Steipe) und Christian Franke (Christis Eis und Kaffee). Franke, der fürchtet, seine Terrassenflächen in der Sternstraße würden um die Hälfte verkleinert, sagt: "Uns stört vor allem das Prozedere, die Art und Weise, wie die Baudezernatsleitung hier etwas durchsetzen will." Nach einem ersten Gespräch, bei dem auch Industrie- und Handelskammer sowie Hotel- und Gaststättenverband beteiligt gewesen seien, seien deren Einwände einfach ignoriert worden, sagt Franke. "Wir fürchten, wir werden hier einfach überrannt. Deshalb haben wir uns formiert."
In ihrer Stellungnahme weisen die Gastronomen darauf hin, dass größere Einschränkungen beim Terrassenbetrieb auch Konsequenzen bei den Betrieben hätten, und zwar: "Abbau von Service- und Küchenpersonal, weniger Einnahmen durch Umsatz- oder Gewerbesteuer oder aufgrund von weniger Gebühren durch die Flächenverkleinerungen."
Neben viel Kritik ist in der Stellungnahme aber auch die ausgestreckte Hand der Gastwirte in Richtung Stadtverwaltung zu finden: Die bestehende Sondernutzungssatzung solle erhalten bleiben und an einzelnen Punkten ergänzt oder geändert werden, schlagen die Wirte vor. Ihre aus acht bis neun Gastwirten bestehende Arbeitsgruppe werde dazu Vorschläge erarbeiten und auch auf das Dezernat zugehen. Franke: "Wir hoffen, dass wir auch eingebunden werden."

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