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Trierer Einzelhändler freuen sich an erstem Öffnungstag nach Lockdown

Handel und Pandemie : Aufbruchstimmung in der Trierer City

Nach Ende des harten Lockdowns klingeln endlich wieder die Kassen im Trierer Einzelhandel. Doch nicht jeder traut der schönen Momentaufnahme.

Dorothee Schwinden kommt strahlend aus der Bastelstube in der Trierer Saarstraße. Die prächtige Laune hat einen guten Grund: „Baumwolle, Garn, Füllmaterial, Knöpfe und so weiter – jetzt habe ich endlich alles beisammen, was ich brauche, um die Osterhasen für die große Familie zu basteln“, sagt die 69-Jährige aus dem Stadtteil Ruwer; „Jetzt kann Ostern kommen.“ Bastelutensilien im Internet zu bestellen, käme für sie nicht infrage. Auch bei ,Kleinkram’ unterstützen wir den Handel in Trier.“

Die 17-jährige Patricia aus Oberbillig freut sich ebenfalls über das Ende des harten Lockdowns: „Heute kaufe ich in Trier alles ein, was ich noch für meine Mode- und Textildesign-Präsentation am Dienstag in der Berufsschule brauche. Und bestimmt noch ein bisschen mehr.“

Ein Hauch von Normalität durchweht Triers City. Fast alle Geschäfte sind geöffnet – ein Novum für 2021. Auch die großen Waren- und Textilhäuser sind mit von der Partie und haben rechtzeitig zum Neustart das notwendige Personal aus der Kurzarbeit zurückholen können.

Beim Modehaus Sinn sind rund 20 Beschäftigte im Einsatz, ein Viertel der Belegschaft. Geschäftsführer Sebastian Braun (37) zeigt sich „sehr zufrieden“ damit, wie es am Montag läuft: „Schon um 9.15 Uhr, eine Viertelstunde vor Geschäftsöffnung, waren die ersten Kunden an der Tür. Es war, wie wenn nette Bekannte und Freunde zu Besuch kommen.“ Je ein Kunde oder Haus­stand pro 40 Quadratmeter Verkehrsfläche – macht bei Sinn insgesamt 110 Leute, die sich gleichzeitig im Haupthaus an der Ecke Fahr-/Neustraße aufhalten dürfen. Die Zahlen der Rein- und Rausgehenden werden am Ein- und Ausgang digital erfasst und abgeglichen.

Besonders groß ist der Andrang bei C&A. Vor dem Bekleidungshaus in der Konstantinstraße bildet sich zeitweilig eine Schlange. Was die Wartenden offenbar wenig stört. „Hauptsache, ich komme da heute rein. Ich weiß ja nicht, ob die Läden bald wieder zu sind“, meint eine Frau.

„Es ist unsere große Hoffnung, dass die Inzidenzwerte nicht drastisch steigen und wir wieder zum Terminshopping zurückkehren müssen. Das wäre ein krasser Rückschritt“, sagt Patrick Sterzenbach (52), Inhaber mehrerer Modegeschäfte und Vorsitzender der City-Initiative Trier. Also lieber den Blick nach vorn richten und positiv denken: „Wir alle fiebern dem 22. März entgegen, wenn hoffentlich auch die Außengastronomie wieder starten kann. Erst dann ist das Einkaufserlebnis Trier komplett.“