Trierer Exhaus: Kleinere Nachbeben für die Rockfans

Trierer Exhaus: Kleinere Nachbeben für die Rockfans

Drei "Session Nights" im Exhaus sollen das wieder ausgefallene "Bunker Bebt"-Festival ersetzen. Organisator Rino Dzur freut sich zwar, doch die Probleme sind nicht gerade weniger geworden.

Das Jahr 2017 bewegt sich zwar schon langsam auf den Ausgang zu - aber im Exhaus will man es nicht von der Bühne lassen ohne ein Event, das sich regionale Musiker und deren Fans lange Zeit ganz dick ganz vorne im Kalender eingetragen hatten: das "Bunker Bebt"-Festival, die Leistungsschau der Bands, die im vom Exhaus verwalteten Ludger-Kern-Haus proben.

Dass sie sich am ersten Januar-Samstag in drei Räumen des Jugendzentrums die Klinkenkabel in die Hand drücken, war jahrzehntelang Tradition. Doch wegen strengerer Ansagen in Sachen Brandschutz ist vor allem in den Gewölbekellern die zulässige Kapazität derzeit so niedrig, dass das beliebte Eintags-Festival nicht sinnvoll abzuhalten wäre.

Der Versuch im vorigen Jahr auf ein Open-Air auszuweichen, war allerdings ein Fehlschlag: Denn obwohl der Kalender offiziell "Sommer" anzeigte, war das Wetter derart ungemütlich, dass man genauso gut im Januar in den Innenhof hätte einladen können. "Wir wollten 2017 aber jetzt auch nicht so ganz ohne irgendein Bunker-Bebt-Lebenszeichen beenden", sagt Rino Dzur vom Exhaus, dem die Stadt die Verwaltung des Bunkerprojekts einst übertragen hatte. "Es wäre schließlich schade, wenn der Name irgendwie in Vergessenheit gerät". Gemeinsam mit den Bands und dem Verein Musiknetzwerk hat das Jugendzentrum schließlich eine Lösung gefunden: Anstatt eines Mammut-Konzerts gibt es das Bunker-Bebt ersatzweise in drei Häppchen.

Die erste dieser "Session Nights" steigt am Freitag, 3. November, die zwei weiteren Ausgaben folgen an den ersten Freitagen von Dezember und Januar - jeweils im Balkensaal. Da dürfen derzeit bis zu 100 Menschen rein. Dzur denkt, dass das ausreicht für einen guten Konzertabend - und hofft, auch ein bisschen Geld zu verdienen: Denn eigentlich ist das jährliche Festival für die Bunker-Bands ein Pflichttermin, mit dem ein Teil der Miete bezahlt wird. Und die Kosten für den Bunker sind nicht gerade gesunken: "Wir haben zum Beispiel hohe Wartungskosten wegen der Rauchmeldeanlage", erklärt Dzur einen der Faktoren, die den Betrieb des grobschlächtigen Weltkriegsbunkers in den letzten Jahren verteuert haben. Denn auch in dem Bollwerk aus der Nazizeit waren Brandschutzmängel festgestellt worden. Die wurden zwar beseitigt - größtenteils in mühevoller Eigenarbeit der Musiker - trotzdem verursacht die Infrastruktur höhere Kosten als in früheren Jahren.Extra: DAS PROGRAMM

Mit Candy Apple Grey und Trinity sind am Freitag, 3. November, schon mal zwei Urgesteine der Bunker-Bebt-Festivals gesetzt. Komplettiert wird der Abend durch Blood (Surf/Rock), Flanger Flow (Blues), Finbogastanund Grindeye (Postrock). Ab 19 Uhr spielen die Bands - für jeweils eine halbe Stunde. Die zweite Ausgabe am Freitag, 1. Dezember, wird (noch) Metal-lastiger: Mit Ichor, PFD, Hurricanes Revenge und Amboss stehen durchweg heftigere Klänge auf dem Programm. Dafür darf am Freitag, 5.Januar 2018, ins neue Jahr getanzt werden: Unter anderem im heißblütigen Balkan-Polka-Style mit Ivan Ivanowitsch oder zu den coolen Beats des Elektronik-Trios Anderland.