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Trierer Firma programmiert regionalen Internet-Lieferdienst

Mutmacher : Trierer Firma programmiert regionalen Internet-Lieferdienst

Trier-liefert.de heißt ein neues Portal für Gastro-Betriebe, über das sie ihre Bestellungen kostenlos online abwickeln können.

Die großen Spieler in der Branche sind bekannt: Sie heißen Lieferando, Lieferheld oder foodora. Nun kommt eine regionale Alternative hinzu, die unter trier-liefert.de erreichbar ist und über die Gastronomen ihre Lieferangebote abwickeln können. Hinter der Plattform steckt ein Drei-Mann-IT-Unternehmen aus Trier: die in der Trierer Gartenfeldstraße ansässige Webmasterware GmbH. Geschäftsführer Michal Dobrajc erklärt sein Konzept: Das Angebot richte sich vor allem an regionale Gastronomen, die bisher den Schritt ins Internet nicht gewagt hätten oder gerade durch die Coronakrise dazu gezwungen würden, sagt er. Im Gegensatz zu den üblichen Konditionen bei den großen Portalen, die teils bis zu 15 Prozent Provision verlangen, biete seine Firma den Online-Service zunächst kostenlos an. So wolle er den durch die coronabedingten Schließungen gebeutelten Betrieben helfen. Im Gegensatz zu anderen Plattformen, die in der Regel nur Lieferangebote aufnehmen, nehme sein Lieferdienst auch Anbieter mit Abholservice auf.

Dobrajc, der die IT-Firma während seines Jura-Studiums in Trier aufgebaut hat, versichert, dass weder versteckte Kosten noch Abofallen in das Angebot eingebaut seien. Der Lieferdienst sei zunächst als Soforthilfe gedacht. „Wir werden das Angebot mindestens bis Ende April oder sogar bis Ende Mai kostenlos anbieten“, sagt Dobrajc. Zurzeit kontaktiere einer seiner Mitarbeiter die Gastronomen, um sie für den Lieferdienst zu gewinnen. Bisher sind vier Betriebe auf der Plattform registriert. Dobrajc, der in Trier auch zwei Geschäfte für E-Zigaretten betreibt, rechnet aber damit, dass es schnell mehr werden.

Die Idee hatte der 42-Jährige, der in Trier-Tarforst wohnt, als er selbst bei einem Restaurant bestellen wollte. Da sei ihm aufgefallen, dass das Restaurant zwar einen Abholservice habe, aber dass die Abwicklung recht kompliziert über E-Mails und anschließende Paypal-Zahlung gelaufen sei. Das sei für Leute, die sich im Internet zu Hause fühlen, etwas altmodisch. Weil auch seiner Firma die Aufträge wegen Corona weggebrochen seien, habe er die Zeit gehabt, das Portal zu programmieren.

Neben dem Lieferdienst bietet Dobrajc den Gastronomen auch an, ihnen eine digitale Speisekarte zu erstellen. Das mache seine Firma allerdings nicht kostenlos, sondern für eine Pauschale von 99 Euro.

Bisher haben sich ein Dutzend Betriebe aus Trier, Schweich und Langsur auf der Plattform registriert. Wie es weitergeht, wenn die Restaurants wieder normal öffnen dürfen, weiß Dobrajc noch nicht. Er werde versuchen, den Lieferdienst weiterzubetreiben. Das hänge auch davon ab, ob die Gastronomen irgendwann doch dazu bereit seien, etwas dafür zu bezahlen.

Vorerst bleibt trier-liefert.de kostenlos. Die Adresse leitet jedoch schon jetzt mit Blick auf die Zukunft eines möglicherweise überregionalen Lieferdienstes an www.lieferdienst.in weiter – eine Website mit indischer Internetkennung.