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Trierer Firma Steil schließt Niederlassung in Nordrhein-Westfalen - Protest gegen Entlassungen

Trierer Firma Steil schließt Niederlassung in Nordrhein-Westfalen - Protest gegen Entlassungen

Nachdem der Trierer Entsorgungsbetrieb Theo Steil eine Zweigstelle in Nordrhein-Westfalen geschlossen hat, regt sich seitens der gekündigten Mitarbeiter Widerstand. Die streikten am Freitag vor dem Firmensitz im Trierer Hafen.

Trier. Der Trierer Entsorgungsbetrieb Theo Steil hat eine Zweigstelle in Eschweiler (Nordrhein-Westfalen) geschlossen und 37 Mitarbeiter entlassen. Danach habe die Geschäftsführung sämtliche Nachfragen seitens der Gewerkschaften und der gekündigten Mitarbeiter ignoriert und die Schlösser am Werk ausgewechselt, sagen die Mitarbeiter.

Um ihrem Unmut Luft zu machen, setzte sich am Freitag ein Reisebus aus Eschweiler zum Hauptsitz der Firma am Trierer Hafen in Bewegung. Unter den knapp 25 Reisegästen waren etwas mehr als zehn Mitarbeiter, ein paar Politiker und eine Handvoll Lokaljournalisten. Mit wehenden Fahnen und lauten Tröten bezogen die Eschweilerer dann auch Stellung vor dem Verwaltungsgebäude.

Die Antwort der Firma Theo Steil ließ nicht lange auf sich warten. Geschäftsführer Norbert Schuster sagt vor den Protestlern, eine Schließung der Außenstelle in Eschweiler sei zum 31. März zwingend erforderlich gewesen. Man habe allerdings allen Mitarbeitern angeboten, in Trier zu arbeiten.

Daraufhin habe sich die Hälfte der Belegschaft krankgemeldet. Da ein Betrieb so nicht weiter möglich gewesen sei, habe man die Zweigstelle bereits vorab geschlossen und die Mitarbeiter bis zum Auslaufen ihres Vertrages freigestellt. Daneben habe Steil bereits die Hälfte der Mitarbeiter in andere Firmen rund um Eschweiler vermittelt.
Der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling (SPD) hält das Angebot der Steilgruppe, künftig in Trier statt im 200 Kilometer entfernten Eschweiler zu arbeiten, hingegen für eine Farce: "Da müsste man ja um 3.45 Uhr losfahren, um pünktlich auf der Arbeit zu sein."Extra

Die Stahlrecycling-Branche beschäftigt in Deutschland rund 37 000 Menschen. Die Verwerter erwirtschafteten laut der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) 2014 einen Umsatz von 16 Milliarden Euro. Doch: In nur acht Jahren sank der Einsatz von Stahlschrott zur Erzeugung von Rohstahl in Deutschland auf 19,12 Millionen Tonnen im Jahr 2014 (2007: 21,74 Mio. Tonnen). dpa