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Trierer Forscher erhöhen mit neuer Technik Überlebenschance Frühgeborener

Projekt : Trierer Forscher erhöhen mit neuer Technik Überlebenschance Frühgeborener

Labor für Radartechnologie und optische Systeme der Hochschule liefert System zur Überwachung der Vitalfunktion der kleinen Menschen und Minimierung der Reize.

Zur Medizinmesse Medica 2019 präsentierte das Labor für Radartechnologie und optische Systeme (LaROS) der Hochschule Trier um Professor Andreas Diewald ein kontaktloses System zur Vitalfunktionsüberwachung von Frühgeborenen.

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt die Zahl der Frühgeburten in nahezu allen Ländern zu. In Deutschland wird aktuell fast jedes zehnte Kind zu früh geboren. Dies entspricht rund 63 000 Geburten vor der 37. Schwangerschaftswoche im Jahr.

Enorme Fortschritte in der Intensivmedizin haben die Überlebenschance dieser Kinder in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich verbessert, wodurch Kinder bereits ab der 25. Schwangerschaftswoche zur Welt gebracht werden können. Trotzdem bringen die intensivmedizinischen Maßnahmen auch Risiken für die Entwicklung der Frühgeborenen mit sich. Die verschiedenen Reize und Eingriffe erhöhen die Gefahr einer Infektion und steigern maßgeblich das Stresslevel. Aus diesem Grund sucht man nach Wegen, eine möglichst kontaktfreie, unterstützende Umgebung für das Frühgeborene zu schaffen.

Ziel des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes Sinope-Neo ist es, die bestmögliche Diagnostik und Therapie zum Wohle dieser kleinen Patienten zu schaffen.

In Kooperation mit der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie des Universitätsklinikums des Saarlands unter Leitung von Professor Michael Zemlin arbeiten die Forscher daran, durch neueste Technik aus dem Bereich der Bildverarbeitung und Sensorik die negativen Reize stark zu minimieren, denen die noch sehr anfälligen Frühgeborenen derzeit ausgesetzt sind.

Auf der Medica 2019 präsentierte das LaROS einen neu entwickelten Inkubator, in den diese Technik vollständig integriert ist. Innovativ ist hierbei die Kombination aus zwei grundsätzlich verschiedenen Sensortypen zur Steigerung der Messgenauigkeit und Zuverlässigkeit. Das vollintegrierte System besteht aus einem kamerabasierten Sensor zur Messung des Herzschlags und der Sauerstoffsättigung des Blutes sowie einem hochfrequenzbasierten Sensor zur Überwachung der Atmung und des Herzschlags.